baukunst-nrw

Ehem. Franziskanerkloster in Wipperfürth

Ehem. Franziskanerkloster in Wipperfürth
St. Antonius und ehemaliges Klostergebäude
ehemaliges Klostergebäude und Klosterkirche
St. Antonius Frontfassade
St. Antonius, Seitenansicht von Norden
Blick in den Innenhof des Klosteranlage
Innenraum St. Antonius, Blick zum Chor und Altar nach Osten
Innenraum St. Antonius, Blick zum Eingang nach Westen
Deckengewölbe
Altar in St. Antonius
Kanzel
Gewendelte Stahltreppe
Treppenaufgang Kloster
Flur im Klostergebäude

Ehem. Franziskanerkloster in Wipperfürth
St. Antonius und ehemaliges Klostergebäude
ehemaliges Klostergebäude und Klosterkirche
St. Antonius Frontfassade
St. Antonius, Seitenansicht von Norden
Blick in den Innenhof des Klosteranlage
Innenraum St. Antonius, Blick zum Chor und Altar nach Osten
Innenraum St. Antonius, Blick zum Eingang nach Westen
Deckengewölbe
Altar in St. Antonius
Kanzel
Gewendelte Stahltreppe
Treppenaufgang Kloster
Flur im Klostergebäude
Standort
Am Klosterplatz 1
51688 Wipperfürth
  • Denkmalschutz Denkmalgeschützt
Baujahr:
ab 1662 / 1674 (Kirche)
Epoche(n):
Barock
Urheber*in:
Bauherr*in:

Auf dem Klosterberg südlich der Wipperfürther Altstadt liegt eine der markantesten historischen Anlagen der Stadt: das ehemalige Franziskanerkloster mit der angrenzenden Klosterkirche St. Antonius. Die Gebäude entstanden im 17. Jahrhundert auf dem ehemaligen Krähenberg, der von den Franziskanern in „Kalvarienberg“ umbenannt wurde. Die Klosteranlage ist bis heute prägend für das Stadtbild und als Baudenkmal von besonderer orts- und baugeschichtlicher Bedeutung.

Die Franziskaner kamen 1639 nach Wipperfürth. Nachdem sie zunächst im „Haus am Markt“ untergebracht waren, stellte ihnen die Stadt 1657 das Gelände auf dem Krähenberg zur Verfügung. Der Klosterbau entstand in mehreren Bauabschnitten. Der Ostflügel wurde ab 1662 errichtet, die übrigen Flügel folgten. 1670 begann der Bau der Klosterkirche, die 1674 fertiggestellt wurde. Eine Erweiterung des Westflügels bis zur Stadtmauer wurde 1747 genehmigt. So entwickelte sich eine geschlossene, vierflügelige Anlage, deren Bruchsteinmauern bis heute den Charakter des Ortes bestimmen.

Die dem heiligen Antonius von Padua geweihte Kirche ist als langgestreckter, einschiffiger Saalbau aus Grauwackebruchstein ausgeführt. Sie besitzt einen dreiseitigen Chorabschluss und ist unmittelbar mit den ehemaligen Klostergebäuden verbunden. Der Innenraum wird wesentlich durch die schlichte, klare Raumform und die historische Ausstattung geprägt. Dazu gehören unter anderem der barocke Hochaltar von 1720 sowie Kanzel und Beichtstühle aus dem späten 17. Jahrhundert.

Ein Stadtbrand beschädigte Kloster und Kirche 1795 schwer; beide wurden anschließend wiederhergestellt. Mit der Säkularisation endete die klösterliche Nutzung. Nach dem Fortgang der letzten Franziskaner 1818 wechselte der Gebäudekomplex mehrfach seine Funktion. 1826 gelangte er an die Stadt Wipperfürth, die unter anderem Schul- und Verwaltungsnutzungen einrichtete. Seit 1969 dient das ehemalige Kloster als Standort der katholischen Familienbildungsstätte „Haus der Familie“.

Für die Zukunft zeichnet sich jedoch ein erneuter Nutzungswechsel ab. Die Standorte der katholischen Erwachsenen- und Familienbildung in Wipperfürth und Bergisch Gladbach sollen zum Sommer 2027 zusammengelegt werden. Das „Haus der Familie“ soll in diesem Zuge seinen Standort auf dem Klosterberg aufgeben und über die konkrete Nachnutzung des ehemaligen Klosters ist bislang nicht entschieden. Eigentümerin ist die katholische Kirchengemeinde St. Nikolaus. Auch für die seit Jahren nicht mehr gottesdienstlich genutzte Klosterkirche gibt es derzeit (Stand Herbst 2026) keine festgelegte neue Nutzung.

Autor*in: Redaktion baukunst-nrw
Text zuletzt geändert am 04.09.2026

Objektkommentare

Kategorien

Architektur › Öffentliche Gebäude › Sakralbauten