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Uniklinikum Münster

Luftaufnahme des Uniklinikums (vor der Sanierung und Erweiterung)
Blick auf die beiden Türme des Zentralklinikums
Bettentürme des Uniklinikums nach der Sanierung
Bettentürme des Uniklinikums nach der Sanierung
Detailbild Bettentürme, Treppenkern
Detailbild Bettentürme, Auskragung
Detailbild Bettentürme, umlaufende Fensterbänder

Luftaufnahme des Uniklinikums (vor der Sanierung und Erweiterung)
Blick auf die beiden Türme des Zentralklinikums
Bettentürme des Uniklinikums nach der Sanierung
Bettentürme des Uniklinikums nach der Sanierung
Detailbild Bettentürme, Treppenkern
Detailbild Bettentürme, Auskragung
Detailbild Bettentürme, umlaufende Fensterbänder
Standort
Albert-Schweitzer-Straße 33
48149 Münster
  • Auszeichnung Ausgezeichnet
  • Sanierung Objekt wurde umgebaut, saniert oder erweitert
Baujahr:
1972-1982, 2018 (Sanierung), 2023 (Erweiterung)
Epoche(n):
Gegenwart
Urheber*in:
Weber, Brand & Partner (Ursprungsbau)
Bauherr*in:
Internet:
www.klinikum.uni-muenster.de

Das Zentralklinikum des Universitätsklinikums Münster entstand zwischen 1972 und 1983 nach Plänen von Weber Brand & Partner. Der ursprüngliche Gebäudekomplex besteht aus einem annähernd 400 Meter langen und etwa 60 Meter breiten Sockelbau, über dem sich zwei jeweils 62 Meter hohe Doppelturmpaare als „Bettentürme“ erheben. Die vier zylindrischen Bettentürme mit insgesamt 19 Geschossen sind über gemeinsame Erschließungskerne im Sockelbau miteinander verbunden und prägen als weithin sichtbare Landmarken die Stadtsilhouette Münsters.

Der Großbau steht beispielhaft für die technoid wirkende Krankenhausarchitektur der 1970er-Jahre, deren räumliche Organisation von freien Grundrisskonfigurationen, funktionaler Trennung, zentralisierten Erschließungssystemen und einer klaren Ablesbarkeit der technischen Gebäudeausstattung bestimmt ist.

Die Bettentürme waren ursprünglich von umlaufenden Fluchtbalkonen umgeben, die den Patient:innenzimmern vorgelagert waren. Die vollständig klimatisierten Räume verfügten weder über Fenster mit Öffnungsflügeln noch über einen außenliegenden Sonnenschutz. Gleichzeitig führten die energetischen und technischen Anforderungen des komplexen Gebäudebestands bereits wenige Jahrzehnte nach der Fertigstellung zu einem erheblichen Sanierungsbedarf.

Aus einem 2013 ausgelobten Wettbewerb zur Fassadensanierung gingen Kleihues + Kleihues mit dem ersten Preis hervor. Die bis 2018 realisierte Maßnahme verfolgte das Ziel, die charakteristische Gestalt der Bettentürme zu bewahren und zugleich die räumlichen und klimatischen Bedingungen der Patient:innenzimmer zeitgemäß anzupassen. Die ehemals offenen Fluchtbalkone wurden durch eine neue, den zylindrischen Baukörpern vorgelagerte Fassade geschlossen. Dadurch konnten die Zimmer vergrößert und eine zweite Raumzone mit umlaufenden Fensterbändern geschaffen werden. Die neue Gebäudehülle ermöglicht eine natürliche Belüftung über öffenbare Innenfenster und integriert zugleich einen mechanischen Sonnenschutz. Fassadenseitig wechseln sich weiß beschichtete Aluminiumbleche mit bündig eingesetzten Glasflächen ab und fassen die vier Bettentürme als zusammenhängendes Ensemble zusammen.

Im Zuge der Innensanierung sollen die bislang eigenständig organisierten Stationsbereiche eines Doppelturms stärker miteinander verbunden und die Zahl der Patient:innen pro Ebene reduziert werden. Die neuen Zimmer folgen weiterhin der radialen Geometrie der Türme, erhalten jedoch eine veränderte räumliche Organisation mit eigenen Sanitäreinheiten, breiten Fassadenabschnitten und großzügigeren Flächen für Pflege, Aufenthalt und Besuch. Auf diese Weise wird die besondere Grundrissfigur des ursprünglichen Entwurfs erhalten und an die gegenwärtigen Anforderungen des Klinikbetriebs angepasst.

Parallel zur Modernisierung des Bestands wurde das Zentralklinikum durch den 2023 fertiggestellten Interdisziplinären Erweiterungsbau der Planer:innen von wörner traxler richter ergänzt. Der westlich an den Sockelbau anschließende Baukörper verlängert dessen Großform um etwa 40 Meter und übernimmt wesentliche räumliche und konstruktive Prinzipien des Bestands. Die zentrale Magistrale wird als inneres Rückgrat des Klinikums fortgeführt und verbindet die neuen medizinischen Funktionsbereiche mit den bestehenden Gebäudeteilen. Großzügige Verglasungen, geschossübergreifende Lufträume und eine differenzierte Gestaltung der Verkehrsflächen verbessern die Orientierung innerhalb der komplexen Gebäudestruktur und erzeugen helle, offen wirkende Innenräume.

Der Erweiterungsbau nimmt die horizontale Fassadengliederung der sanierten Bettentürme auf und überträgt sie auf den Sockelbereich. Polierte Aluminiumflächen, hochweiße und dunkelbraune Fassadenelemente sowie durchlaufende Glasbänder stellen einen formalen Zusammenhang zwischen Bestand und Neubau her.

Im Inneren sind unter anderem Bereiche der Geburtshilfe, der Neonatologie, pädiatrische und neurologische Ambulanzen sowie Intensivstationen untergebracht. Aufenthaltsbereiche, Sitznischen, begrünte Innenhöfe und eine gezielte Kombination aus Tages- und Kunstlicht gliedern die großmaßstäbliche Gebäudestruktur in kleinere räumliche Einheiten. Auf der siebten Ebene entstand eine interdisziplinäre Station mit raumhohen Verglasungen, privaten Terrassen und gemeinschaftlichen Aufenthaltsbereichen. Ein geplanter Dachgarten ergänzt diese Nutzungsebene um einen geschützten Freiraum für Patient:innen und Mitarbeiter:innen.

Auszeichnungen:

  • ICONIC AWARDS 2025 (German Design Council), Gewinner / Architektur
  • German Design Award 2026, public
  • Auszeichnung Vorbildlicher Bauten in Nordrhein-Westfalen 2020 (Land NRW/Architektenkammer NRW)

Autor*in: Redaktion baukunst-nrw
Text zuletzt geändert am 17.07.2026

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