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Philosophikum Münster

Der dem Altbau vorgestellte Riegel, rechts das Fürstenberghaus
Philosophikum Münster
links Philosophikum, rechts Fürstenberghaus
gerasterte Fassade Philosophikum Münster
Foyerbereich im Westen
Fuge zwischen Altbau und Neubauriegel mit einläufigen Treppen
Blick auf Treppe und Bibliothek
einläufige Treppen erschließen die Obergeschosse der Bibliothek

Der dem Altbau vorgestellte Riegel, rechts das Fürstenberghaus
Philosophikum Münster
links Philosophikum, rechts Fürstenberghaus
gerasterte Fassade Philosophikum Münster
Foyerbereich im Westen
Fuge zwischen Altbau und Neubauriegel mit einläufigen Treppen
Blick auf Treppe und Bibliothek
einläufige Treppen erschließen die Obergeschosse der Bibliothek
Standort
Am Domplatz 23
48143 Münster
  • Auszeichnung Ausgezeichnet

Das im Jahr 2017 fertiggestellte Bauvorhaben des Kölner Planungsbüros Peter Böhm Architekten umfasst die bauliche Sanierung, Modernisierung und Erweiterung des Philosophischen Seminars der Universität Münster.

Der siegreiche Entwurfsbeitrag des im Jahr 2011 ausgelobten Wettbewerbs überzeugte mit dem Konzept, den historischen Bestand in das Neubauvorhaben der Bibliotheksergänzung zu integrieren und einen gemeinsamen Verbindungsraum zu schaffen. Das bestehende Institutsgebäude wirde saniert und durch einen vorgelagerten Gebäuderiegel ergänzt, welcher parallel zur Nachbarbebauung einen öffentlichen Platz definiert. Der langgestreckte Neubauriegel schafft einen markanten, wohlproportionierten öffentlichen Raum, dessen Boden als breite Stufenrampe gestaltet ist. Im Altbau befinden sich ein Auditorium mit Bühnenbereich, Büro- und Besprechungsräume, Seminarräume, Hörsäle und eine Teeküche.

Die Erweiterung von Bestandsbauten erfordert eine Balance zwischen respektvollem Erhalt und zielgerichtetem Eingriff in die Baustruktur. Beim Bibliotheksanbau des Philosophikums Münster ist der angebaute Stahlbetonskelettbau der Bibliothek so gestaltet, dass trotz klarer Kontrastwirkung kein Bruch in der Gesamtwirkung entsteht. Die Fassade des Anbaus interpretiert auf zeitgemäß moderne Weise eine stockwerksübergreifende Kolossalordnung und vermeidet dabei historische oder dekorative Anklänge. Die symmetrische Reihung des Stützenrasters betont die gestreckte Ausrichtung des Gebäuderiegels und reagiert auf das Fassadenraster und die Traufhöhe der Nachbarbebauung.

Der Erweiterungsbau integriert unzureichend genutzten öffentlichen Raum und verwandelt den ehemaligen Wirtschaftshof in ein lichtdurchflutetes Atrium, das die offenen Bibliotheksgeschosse erschließt und mit zwei Treppenanlagen zum kommunikativen Zentrum der Fakultät wird. Die offenen Geschosse verstärken die Wirkung des Atriums zwischen Alt- und Neubau als Lichthof und machen die Erschließungszone zu einem Übergangsraum zwischen Innen- und Außenraum.

Die Materialwahl der stark überschlämmten Ziegelfassade verleiht der Stahlbetonkonstruktion eine regionaltypische und handwerkliche Strahlkraft. Die gestalterische Abstraktion des ortsüblichen Ziegels passt sich durch die Schlämmung farblich dem Sandstein der Umgebung an und integriert den Neubau harmonisch in den baulichen Kontext des Stadtkerns von Münster.

Die Erscheinung des Neubaus wird durch den Wechsel von flächig und mit offener Stoßfuge vermauerten Ziegeln sowie feinen Betonsimsen der Geschossdecken geprägt. Die Schlämmung des Mauerwerks weicht die Trennung zwischen Innen und Außen spielerisch auf, denn auch die Innenwände der Flure und der Bibliothekshalle wurden entsprechend behandelt.

Auszeichnungen:

  • Deutscher Ziegelpreis 2019
  • Auszeichnung Vorbildlicher Bauten in Nordrhein-Westfalen 2020 (Land NRW/Architektenkammer NRW)
  • Auszeichnung guter Bauten 2017 (BDA Münster-Münsterland), Anerkennung
  • Architekturpreis NRW 2018 (BDA NRW), Auszeichnung

Autor*in: Redaktion baukunst-nrw
Text zuletzt geändert am 10.06.2024

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