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St. Johannes der Täufer in Köln

St. Johannes der Täufer, Blick auf die Dachlandschaft
St. Johannes der Täufer in Köln
St. Johannes der Täufer
Kirchenbau mit umlaufenden Fensterband
Dreidimensionale Fenstergestaltung
Kapelle im Innenhof
Außenansicht Kapelle im Innenhof
Verbindungsgang
St. Johannes der Täufer, Kircheninnenraum
Blick auf den Altar im Innenraum
Innenraum St. Johannes der Täufer
Blick zur Orgelempore
Eingestellte Betonarchitekturen
Kapelle im Kirchenraum
eingetiefter Bereich als Tabernakelort
Deckenfaltwerk
Dreidimensionale Kirchenfenster
Dreidimensionale Kirchenfenster
Dreidimensionale Kirchenfenster
Verbindungsbau innen
Kapellenraum
Innenansicht Kapelle

St. Johannes der Täufer, Blick auf die Dachlandschaft
St. Johannes der Täufer in Köln
St. Johannes der Täufer
Kirchenbau mit umlaufenden Fensterband
Dreidimensionale Fenstergestaltung
Kapelle im Innenhof
Außenansicht Kapelle im Innenhof
Verbindungsgang
St. Johannes der Täufer, Kircheninnenraum
Blick auf den Altar im Innenraum
Innenraum St. Johannes der Täufer
Blick zur Orgelempore
Eingestellte Betonarchitekturen
Kapelle im Kirchenraum
eingetiefter Bereich als Tabernakelort
Deckenfaltwerk
Dreidimensionale Kirchenfenster
Dreidimensionale Kirchenfenster
Dreidimensionale Kirchenfenster
Verbindungsbau innen
Kapellenraum
Innenansicht Kapelle
Standort
Joseph-Stelzmann-Straße 20
50931 Köln
  • Auszeichnung Ausgezeichnet
  • Denkmalschutz Denkmalgeschützt
Baujahr:
1962-1965
Epoche(n):
1950er-70er Jahre
Urheber*in:
Kurt Günssler (Mitarbeit)
Bauherr*in:

Die katholische Klinikkirche St. Johannes der Täufer der in Köln-Lindenthal ansässigen Uniklinik markiert einen Wendepunkt des kirchenbaulichen Frühwerks des mit dem Pritzker-Preis ausgezeichneten Kölner Architekten Gottfried Böhm.

Mitte der 1950er Jahre beschloss die Klinikleitung der seit der Gründung im Jahr 1919 in ihrer baulichen Ausdehnung stark gewachsenen Uniklinik den Bau einer betriebsinternen Kirche mit Nebengebäuden. Gottfried Böhm entschied den 1958 ausgeschriebenen Wettbewerb für sich und wurde mit der Planung eines freistehenden Kirchen- und Klosterbaus beauftragt, der nach einer dreijährigen Bauzeit 1965 fertiggestellt und eingeweiht wurde.

Der schematische Aufbau der rundum betonsichtigen Klinikkirche St. Johannes der Täufer folgt einem rechteckigen stützenfreien Grundriss. Die Last des außen- und innenräumlich sichtbaren Dachfaltwerks wird über die ungegliederten Außenwände und leicht vorspringenden Stützen in der Fensterebene in den Sockel abgetragen. Die äußere Gestalt des freistehenden kubistisch anmutenden Kirchenbaus ist klar definiert und nur durch das von Gottfried Böhm entworfene Fensterband unterbrochen. Die auskragenden Wasserspeier an der Traufkante weisen auf das Raster des vom Straßenraum durch die Giebel erkennbaren Dachfaltwerks hin. Der Kirchenraum ist durch einen eingeschossigen Vorbau mit vorgesetztem Glockenturm verbunden, der den Hochpunkt des Bauwerks bildet. Im Nordosten schließt das eingeschossige Klostergebäude an, dass die stilistischen Elemente und Materialästhetik des Kirchenbaus weiterführt und das Ensemble an die Uniklinik anschließt.

Innenräumlich definieren das durch die schlanken Sichtbetonstützen unterbrochene Fensterband mit flächiger Fenster- und räumlicher Rahmengestaltung sowie die asymmetrisch positionierten Einbauten des Chor- und Altarbereichs, der zylindrischen Beichtstühle und der Orgelempore mit Sakristei den Kirchenraum. Die Kombination aus optisch getrenntem Sockelbereich mit farblich abgesetztem Fensterband und überhöhten weißen Wänden erzeugt das Raumgefühl einer natürlich belichteten Halle, deren Wände zu schweben scheinen. Der Innenraum wirkt trotz der horizontalen Fassadengliederung großräumig und aufstrebend sakral. Die für Gottfried Böhm typische Untersicht des skulpturalen Dachfaltwerks verstärkt diesen Charakter und lässt das Kirchendach als feingliedrigen oberen Raumabschluss erscheinen, der die Mittelachse des rechteckigen Baukörpers betont.

Gottfried Böhms Entwurf der Klinikkirche St. Johannes der Täufer bildet einen ersten baulichen Höhepunkt und das Ende der zeitlichen Einordnung seines Frühwerks. Zwar basiert das Entwurfskonzept und Konstruktionsraster auf rationalen, klar definierten ornamentlosen Stützen und Wänden aus Sichtbeton, das markante Element des raumüberspannenden Dachfaltwerks greift jedoch bereits auf seine in den folgenden Jahrzehnten als charakteristisch geltenden Motive der skulpturalen Formensprache und Körperlichkeit vor.

Die Kirche St. Johannes der Täufer ist seit 2001 ein eingetragenes Baudenkmal der Stadt Köln und wurde 2006-2007 einer umfassenden Sanierung unterzogen, bei der insbesondere die teilweise baufällige Sichtbetonfassade instandgesetzt wurde.

Der Kirchenbau ist mit unterirdischen Gängen mit dem Bettenhaus der Klinik verbunden, so dass selbst Patienten im Krankenbett die Kirche besuchen können. Der entsprechende Transport-Aufzug ist unter der Orgel Empore versteckt.

Am Beispiel von Gottfried Böhms St. Johannes der Täufer, der als Architekt und ausgebildeter Bildhauer zugleich künstlerisch wie baulich arbeitete, wird deutlich, wie sehr sakrale Architektur den Begriff Kunst und Bau exemplarisch verkörpert.

Das umlaufende Fensterband verbindet informelle Kunst mit geometrischer Abstraktion und symbolisiert in eindringlicher Bildsprache den Kreuzweg. Durch die Kombination verschiedener Glasarten, plastisch hervortretender christlicher Symbole und eines roten Lichtbands, das im „Osterfeuer“ am Portal kulminiert, entsteht gemeinsam mit weiteren künstlerischen Ausstattungen ein einheitliches Programm.

Weitere Informationen zum künstlerischen Werk finden Sie auf der Seite Kunst und Bau in NRW:

Fensterband

Auszeichnungen:

  • Kölner Architekturpreis 1967 (kap - KKV, BDA Köln, DWB, AFR), Auszeichnung

Autor*in: Redaktion baukunst-nrw
Text zuletzt geändert am 02.10.2025

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Kategorien

Architektur Öffentliche Gebäude Sakralbauten