baukunst-nrw

Haus F Köln-Weiß

Gartenseitiger Neubau, Rückansicht
Straßenseitiger Neubau, Frontansicht
Gartenseitiger Neubau, Detailbild
Innenhof
Grundriss EG
Längsschnitt
Querschnitt
Lageplan

Gartenseitiger Neubau, Rückansicht
Straßenseitiger Neubau, Frontansicht
Gartenseitiger Neubau, Detailbild
Innenhof
Grundriss EG
Längsschnitt
Querschnitt
Lageplan
Standort
Auf der Ruhr
50999 Köln
  • Auszeichnung Ausgezeichnet
  • Denkmalschutz Denkmalgeschützt
  • Sanierung Objekt wurde umgebaut, saniert oder erweitert
Baujahr:
2014
Epoche(n):
Gegenwart
Urheber*in:
Bauherr*in:

Der in unmittelbarer Rheinnähe im Süden Kölns gelegene Stadtteil Köln-Weiß spiegelt die Geschichte des ehemaligen Fischerdorfs wider, die entlang der Weißer Hauptstraße bis heute sichtbar ist. Die historisch gewachsene dörfliche Struktur wurde durch ein Umbau- und Neubauvorhaben behutsam ergänzt und fortgeführt. In unmittelbarer Nähe des ebenfalls von JSWD Architekten ausgeführten „Haus J“ realisierten die Planer*innen ein zweiteiliges Wohn- und Geschäftshaus.

Das Kölner Planungsbüro JSWD Architekten entwickelte einen Neubau, der sich sowohl in den historischen Ortskern als auch in den Baubestand des Grundstücks einfügt. Die Baukörper greifen die traditionelle Satteldachtypologie auf und bilden zusammen mit dem Altbau der ehemaligen Schreinerei ein Ensemble, das sich in seiner Funktion und Raumaufteilung ergänzt.

Das Gebäudeensemble besteht aus einem Wohnhaus, Boutique-Hotel und Café. Der Hauptteil des ehemals als Schreinerei und Apotheke genutzten Altbaus wurde erhalten und denkmalgerecht saniert, ein straßenseitiger Anbau rückgebaut und ersetzt. Neben dem erhaltenen Bestand entstand ein Neubau, der mit seiner rot eloxierten Metallfassade und giebelständigen Ausrichtung zur Dorfstraße hin einen modernen Akzent setzt. Die Maßstäblichkeit und der kleinteilige Charakter des Ortsbildes wurden beibehalten, die Fassadengestaltung hebt sich jedoch stark von der umliegenden Bebauung ab.

Der L-förmig angeordnete Neubau und der Altbau umschließen einen gemeinsamen Innenhof, der auch vom Café genutzt wird. In Verlängerung des Wohnhauses erstreckt sich der Garten. Die vorhandene Ziegelmauer wurde als durchlaufende Einfassung des Grundstückes erhalten und in das gestalterische Konzept eingebettet. Im Erdgeschoss sind der Koch- Wohn- und Essbereich offen als Raumabfolge gestaltet, ohne durch Türen getrennt zu sein. Ein Atrium öffnet sich haushoch bis zum Dach und sorgt für räumliche Offenheit und Belichtung. Die Ansicht der gartenseitigen Fassade wird von den unterschiedlich ausgerichteten Dächern und der großflächig verglasten Fensteröffnung der rot eloxierten Metallfassade geprägt.

Die vertikalen Schattenfugen und wenigen sichtbaren Fensteröffnungen der Fassadenprofile wirken platziert gesetzt, die Haustür- und Garagenöffnungen sind optisch in die Fassadenbekleidung integriert. Das Eloxal-Verfahren der Metallpaneele erzeugt leicht variierende Farbtöne. Nach hinten zeigt sich eine eigenwillige, jedoch den Nutzungszwecken angepasste Abfolge der Gebäudeteile, die durch Farbe, Material und Linienführung kohärent verbunden sind.

Die Planer*innen von JSWD Architekten realisierten eine feinfühlige und aufeinander abgestimmte Nachverdichtung, die den formalen Regeln des dörflichen Wachstums folgt. Sie ließen giebelständige auf traufständige Baukörper folgen und schufen ein Ensemble, das seinen Platz zwischen Einpassung und Eigenständigkeit gefunden hat.

Auszeichnungen:

  • Kölner Architekturpreis 2017 (kap - KKV, BDA Köln, DWB, AFR), Anerkennung

Autor*in: Redaktion baukunst-nrw
Text zuletzt geändert am 04.03.2025

Objektkommentare

Kategorien

Architektur Gewerbebauten Gastronomie/Hotels
Architektur Wohnbauten Ein-/Zweifamilienhäuser