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Historischer Ortskern Korschenbroich-Liedberg

Marktplatz Liedberg
Ortskern Liedberg, An der Tränke
Marktplatz Liedberg
Am Markt, Liedberg
Ortskern Liedberg
Ortskern Liedberg
Sandbauernhof, Veranstaltungsgebäude der Stadt
Gaststätte Vennen am Markt
Mühlenturm in Liedberg
Ortskern Liedberg, An der Tränke
Schlosskapelle von Osten
Schlosskapelle, Westfassade
Schloss Liedberg
St. Georg, Liedberg

Marktplatz Liedberg
Ortskern Liedberg, An der Tränke
Marktplatz Liedberg
Am Markt, Liedberg
Ortskern Liedberg
Ortskern Liedberg
Sandbauernhof, Veranstaltungsgebäude der Stadt
Gaststätte Vennen am Markt
Mühlenturm in Liedberg
Ortskern Liedberg, An der Tränke
Schlosskapelle von Osten
Schlosskapelle, Westfassade
Schloss Liedberg
St. Georg, Liedberg
Standort
Schloßstraße, Am Markt, Mühlengasse u. a.
41352 Korschenbroich
  • Denkmalschutz Denkmalgeschützt
Baujahr:
14. bis 18. Jh.
Epoche(n):
Barock
Bauherr*in:

Auf der Nordseite des namensgebenden Inselbergs, erstreckt sich der Historische Ortskern des zu Korschenbroich gehörenden Stadtteils Liedberg. Unterhalb des ortsbildprägenden Schlosses hat sich der Liedberg mit seinen vielen gut erhaltenen Fachwerkhäusern sein ursprüngliches, dörfliches Erscheinungsbild bewahrt.

Die Wurzeln von des Ortes lassen sich bis in die Antike zurückverfolgen. So lag der Liedberg inmitten des früheren Siedlungsgebietes des keltischen Stammes der Eburonen. Zudem führt eine alte Römerstraße durch den Ort, die ihren Beginn in Neuss nahm und bis nach Roermond reichte. Von hoher wirtschaftlicher Bedeutung für Liedberg war insbesondere der Abbau von Quarzsand und Sandstein, der bereits unter den Römern betrieben wurde.

Ab dem 11. Jahrhundert wurde Liedberg zu einer Grafschaft mit voller Landeshoheit, deren Gebiet sich im Süden bis Dyck und im Norden bis Krefeld erstreckte.  Die Linie der Edelherren von Liedberg kann seit dem 12. Jahrhundert nachgewiesen werden. Schon 1166 wird eine Burg erwähnt, jedoch stammt die heutige Schlossanlage im Kern aus dem 14. Jahrhundert. 

Im Jahr 1367 gelangte Liedberg dauerhaft in den Besitz der kurkölnischen Erzbischöfe und wurde schließlich zum Mittelpunkt eines kurkölnischen Amts. Schwere Zerstörungen erfuhr Liedberg sowohl durch den Holländischen Krieg 1673 und durch mehrere Großbrände.

Die Herrschaft der Erzbischöfe von Köln endete nach der Besetzung Liedbergs durch französische Revolutionstruppen und mit dem Frieden von Campo Formio 1797, in dessen Folge der Ort unter französische Verwaltung gestellt wurde. Mit dem Wiener Kongress im Jahr 1815 wurde Liedberg preußisch.

Das Ortsbild wird insbesondere durch die zahlreichen Fachwerkhäuser des 17. und 18. Jahrhunderts bestimmt. Nachdem 1700 der Festungsgraben zugeschüttet wurde, entstanden bis 1760 zusammenhängende Häuserreihen, die sich bis heute vorwiegend erhalten haben.

Im Südosten des Ortes thront das Schloss Liedberg, dessen Herrenhaus im 17. Jahrhundert entstanden ist. Der mächtige Torturm, der die Anlage dominiert und das Zentrum bildet, stammt mit Ausnahme seiner barocken Haube bereits aus dem 14. Jahrhundert. 1701 war der Sonnenkönig Ludwig XIV. im Liedberger Schloss zu Gast, um sich hier mit dem Kölner Kurfürsten Josef Clemens zu beraten. Nachdem das Schloss im Zweiten Weltkrieg durch eine Bombe getroffen wurde, verfiel es zunehmend. Erst 2008 bis 2018 wurde eine grundlegende Sanierung der Anlage durch den Schlosseigentümer durchgeführt, bei der auch die zerstörten Trakte rekonstruiert wurden. 

Am Fuße der Burg befindet sich die Schlosskapelle, die 1707 errichtet wurde. Nur wenige Meter hinter der Schlosskapelle ragt der sogenannte Mühlenturm aus dem 13. Jahrhundert auf. Ursprünglich diente dieser wohl als Wohnturm, wurde aber vom 16. bis in die Mitte des 19. Jahrhunderts als Windmühle genutzt.

Autor*in: Redaktion baukunst-nrw
Text zuletzt geändert am 04.11.2019

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