baukunst-nrw

Umbau und Erweiterung Atelier- und Wohnhaus

Straßenperspektive, verglaste Gartenseite
Frontansicht, verglaste Gartenseite
Straßenperspektive, saniertes und erweitertes Eckhaus
Eingangsbereich, wechselnde Mauerwerksverbände
Erdgeschoss, Eingangsbereich
Erdgeschoss, Wohnzimmer mit Gartenzugang
Erdgeschoss, Wohnzimmer mit Gartenzugang
Erdgeschoss, raumtrennender Kamin, Küchenbereich
Erdgeschoss, raumtrennender Kamin, Küchenbereich
Obergeschoss, Kinderzimmer
Obergeschoss, Schlafzimmer, offene Treppe
Obergeschoss, Schlafzimmer
Obergeschoss, Badezimmer, unverkleidete Holzkonstruktion
Dachgeschoss, holzsichtiges Atelier mit Dachflächenfenstern
Frontansicht
Seitenansicht
Rückansicht
Grundriss Erdgeschoss
Grundriss Obergeschoss
Grundriss Dachgeschoss
Längsschnitt

Straßenperspektive, verglaste Gartenseite
Frontansicht, verglaste Gartenseite
Straßenperspektive, saniertes und erweitertes Eckhaus
Eingangsbereich, wechselnde Mauerwerksverbände
Erdgeschoss, Eingangsbereich
Erdgeschoss, Wohnzimmer mit Gartenzugang
Erdgeschoss, Wohnzimmer mit Gartenzugang
Erdgeschoss, raumtrennender Kamin, Küchenbereich
Erdgeschoss, raumtrennender Kamin, Küchenbereich
Obergeschoss, Kinderzimmer
Obergeschoss, Schlafzimmer, offene Treppe
Obergeschoss, Schlafzimmer
Obergeschoss, Badezimmer, unverkleidete Holzkonstruktion
Dachgeschoss, holzsichtiges Atelier mit Dachflächenfenstern
Frontansicht
Seitenansicht
Rückansicht
Grundriss Erdgeschoss
Grundriss Obergeschoss
Grundriss Dachgeschoss
Längsschnitt
Standort
Weißenburgstr. 24
48151 Münster
  • Sanierung Objekt wurde umgebaut, saniert oder erweitert
Baujahr:
1913 (Bestand), 2025 (Umbau)
Epoche(n):
Reformarchitektur, Gegenwart
Urheber*in:
Bauherr*in:

Der 1913 im Umfeld der ehemaligen Train-Kaserne errichtete Bestand zählt zu einer Gruppe ehemaliger Wohnhäuser für Militärangehörige, die nach dem teilweisen Abbruch der Kasernenanlage erhalten wurden. Das Eckhaus in der Weißenburgstraße in Münster wurde nach den Plänen von Andreas Schüring Architekten umfassend umgebaut und erweitert. Obwohl das Gebäude nicht unter Denkmalschutz steht, besitzt es aufgrund seiner Lage am ehemaligen Kaserneneingang sowie seiner Bedeutung für das Straßenbild eine besondere städtebauliche Relevanz.

Der Ausgangspunkt der Transformation bildete ein rückwärtiger Anbau aus den 1970er-Jahren, der die ursprüngliche Gebäudestruktur zur Gartenseite hin überformt hatte. Anstelle einer vollständigen Neuordnung wurde der bestehende Sockel mit Keller und Fundamenten aufgegriffen und durch eine neue Konstruktion ergänzt. Die historische Dachform wird dabei im rückwärtigen Gebäudeteil fortgeführt und entwickelt sich vom bestehenden Mansarddach zu einer neuen Stahl-Holz-Konstruktion. Der prägnante Mansardenknick verjüngt sich in Richtung Garten, während das historische Traufgesims in ein auskragendes Vordach überführt wird. Bestand und Erweiterung gehen auf diese Weise geometrisch ineinander über, ohne die unterschiedlichen Entstehungszeiten zu überdecken.

Die straßenseitige Fassade des Ziegelhauses bleibt baulich nahezu unverändert, während sich der rückwärtige Gebäudeteil vollständig zum Garten hin öffnet. Die Stirnseite der erweiterten Dachform wurde als großflächige Glasfassade realisiert, die einen transparenten Abschluss des zuvor weitgehend geschlossenen Baukörpers bildet. Zusätzliche Dachöffnungen und Oberlichter lassen das Tageslicht tief in das Gebäude eindringen.

Durch den Ausbau und die räumliche Erweiterung erhöht sich die Wohnfläche des Hauses von etwa 80 auf 125 Quadratmeter. Die innere Neuorganisation wird wesentlich durch die vertikale Lichtführung und Treppenerschließung bestimmt. Eine filigrane Stahltreppe verbindet die Geschosse und entwickelt sich zu einem offenen Erschließungsraum im Zentrum des Hauses. Im Dachgeschoss ist ein Teil der Geschossfläche als begehbarer Gitterrost ausgeführt, der als lichtdurchlässige Ebene den Tageslichteinfalls bis in die unteren Geschosse und das Kellerniveau ermöglicht. Gleichzeitig entstehen über mehrere Ebenen Sichtbeziehungen innerhalb des Hauses. Den oberen Abschluss bildet ein offener atelierähnlicher Raum im Dachgeschoss, dessen großflächige Verglasung den Blick über den Garten freigibt.

Die bestehende Tragstruktur des Bestandes konnte weitgehend erhalten und punktuell ergänzt werden. Brandschutztechnisch erforderliche Bauteile wurden in die vorhandene Konstruktion integriert. Historische Backsteine aus zurückgebauten Innenwänden wurden gesichert und an anderer Stelle, wie bei der Einfassung des Vorgartens, wiederverwendet. Eine in den 1980er-Jahren aufgebrachte Außendämmung wurde entfernt und durch eine Innendämmung ersetzt, wodurch die ursprüngliche Ziegelfassade wieder freigelegt, aufgearbeitet und eingeschlämmt werden konnte.

Die Sanierung stellt somit die Materialität des historischen Bestands wieder stärker heraus und verbindet sie mit den sichtbar zeitgenössischen Bauteilen aus Stahl, Holz und Glas.

Autor*in: Redaktion baukunst-nrw
Text zuletzt geändert am 20.08.2026

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Architektur Wohnbauten Ein-/Zweifamilienhäuser