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Welle 50 – Anwaltskanzlei im zweitältesten Gebäude Bielefelds

Welle 50, Außenansicht
Welle 50, Außenansicht bei Nacht
Welle 50, Außenperspektive mit Vorplatz
Welle 50, Sitzbereich mit Tordurchgang
Welle 50, Empfangsbereich im Erdgeschoss
Welle 50, Empfangsbereich im Erdgeschoss
Welle 50, Treppe mit Einbaumöbel
Welle 50, ausgebautes Obergeschoss
Welle 50, ausgebautes Obergeschoss
Welle 50, ausgebautes Dachgeschoss

Welle 50, Außenansicht
Welle 50, Außenansicht bei Nacht
Welle 50, Außenperspektive mit Vorplatz
Welle 50, Sitzbereich mit Tordurchgang
Welle 50, Empfangsbereich im Erdgeschoss
Welle 50, Empfangsbereich im Erdgeschoss
Welle 50, Treppe mit Einbaumöbel
Welle 50, ausgebautes Obergeschoss
Welle 50, ausgebautes Obergeschoss
Welle 50, ausgebautes Dachgeschoss
Standort
Welle 50
33602 Bielefeld
  • Auszeichnung Ausgezeichnet
  • Denkmalschutz Denkmalgeschützt
Baujahr:
1485 / 2017-2020
Epoche(n):
Gegenwart
Urheber*in:
Bauherr*in:
Internet:
www.kanzlei-kapitza.de

Das von den Planer*innen des Bielefelder Planungsbüros Crayen Bergedieck Klasing sanierte und modernisierte Gebäude in der Bielefelder Altstadt zählt zu den bedeutendsten Fachwerkbauten der Stadt und geht in seinen Ursprüngen auf das Jahr 1485 zurück.
Ursprünglich diente das an der Straße „Welle“ gelegene Haus mit der Hausnummer 50 als Hinterhaus und Erweiterungsbau eines Anwesens an der benachbarten Obernstraße. In der unmittelbaren Nachbarschaft befindet sich ein ehemaliger Adelshof im Stil der Weserrenaissance, der heute den Sitz des Bielefelder Kunstvereins bildet. Damit vervollständigt das Bauwerk ein historisches Ensemble aus Gebäuden, die teilweise seit dem 15. Jahrhundert bestehen und die städtebauliche Identität der Bielefelder Altstadt prägen.

Der bauliche Zustand des Hauses war vor Beginn der umfassenden Sanierungsarbeiten von erheblicher Substanzschwäche geprägt. Die notwendige Sanierung, die unter hohen denkmalpflegerischen Anforderungen erfolgte, stellte daher nicht nur planerische, sondern auch bauhistorische Herausforderungen dar. Insbesondere der Anspruch, das Gebäude als Anwaltskanzlei gewerblich und technisch nutzbar zu machen, erforderte eine enge Zusammenarbeit mit dem Denkmalschutz.

Im Umgang mit der historischen Substanz wurde konsequent auf Erhalt, Wiederverwendung und schonende Ergänzung geachtet. Traditionelle Materialien wie die historischen Deckenaufbauten oder alte Holz- und Mauerwerkselemente wurden soweit möglich bewahrt und in die Konstruktion integriert. Wo statische Anforderungen zeitgemäße Ertüchtigungen notwendig machten, wurden diese in verdeckten Konstruktionen ausgeführt, sodass das historische Erscheinungsbild nicht beeinträchtigt wird.

Eine besondere Bedeutung hatte die sensible Freilegung der tragenden Fachwerkkonstruktion sowie die Integration eines Belichtungskonzeptes, welches den gängigen Arbeitsstättenrichtlinien entspricht. Transparent verglaste Besprechungsräume und ein offenes Sekretariat im Erdgeschoss schaffen eine einladende Eingangssituation, während individuelle Büroräume mit maßgefertigten Einbauten ein hochwertiges Arbeitsumfeld gewährleisten. Auch die geschaffenen Bewegungs- und Erschließungsflächen tragen wesentlich zur Aufenthaltsqualität bei, da Sichtbeziehungen über mehrere Geschosse hinweg und Ausblicke auf das historische Umfeld integriert wurden.

Das Ergebnis des Sanierungsprozesses ist ein denkmalgerechtes, architektonisch anspruchsvolles Gebäude, das sowohl die historische Authentizität des Bauwerks unterstreicht als auch dessen nachhaltige Zukunftsfähigkeit als zeitgemäßes Arbeitsumfeld sichert. Durch die weitgehende Erhaltung der ursprünglichen Bausubstanz leistet das Projekt zugleich einen Beitrag zur Emissionsreduktion und stellt ein Beispiel für eine ressourcenschonende Sanierungspraxis dar.

Auszeichnungen:

  • Architekturpreis Ostwestfalen-Lippe 2023, Preisträger

Autor*in: Redaktion baukunst-nrw
Text zuletzt geändert am 08.09.2025

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