59077 Hamm
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Denkmalgeschützt
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Objekt wurde umgebaut, saniert oder erweitert
- Baujahr:
- 1931 (Bestand) / 2021 (Sanierung)
- Epoche(n):
- Moderne, Gegenwart
- Urheber*in:
- Emil Pohle (Bestand)
- Bauherr*in:
Das denkmalgeschützte Gemeindehaus St. Victor in Hamm-Herringen wurde nach Entwürfen von KEGGENHOFF | PARTNER umfassend saniert und im Jahr 2021 als „Haus der evangelischen Kirche“ fertiggestellt. Ausgangspunkt der Transformation bildete ein im Jahr 2015 ausgelobter Wettbewerb, bei dem das Büro mit dem ersten Preis ausgezeichnet wurde.
Das Ziel der Sanierungs- und Umbaumaßnahmen war es, das bestehende Gemeindehaus als offenen sozialen und kulturellen Ort weiterzuentwickeln und gleichzeitig die historischen Raumqualitäten zu erhalten.
Das Gemeindezentrum wurde 1931 nach Plänen des Architekten Emil Pohle errichtet und liegt gegenüber der mittelalterlichen St.-Victor-Kirche am Herringer Marktplatz. Die Anlage setzt sich aus einem abgerundeten eingeschossigen Vorbau mit Backsteinfassade und Flachdach, einem erhöhten Turmbau sowie dem zweigeschossigen Pfarramt mit Satteldach zusammen. Rückwärtig schließt sich ein schmalrechteckiger Saalbau mit Tonnendach und Rundbogenfenstern an. Die klar gegliederte, rationale Bauweise ohne verkleidende Ornamentik folgt wesentlichen Prinzipien der klassischen Moderne und des Neuen Bauens und steht im Kontrast zur mittelalterlichen Kirche.
Die Neuorganisation des Innenraums basiert auf verbesserter Orientierung und einer stärkeren Öffnung der einzelnen Funktionsbereiche. Die zentralen Erdgeschossbereiche werden über eine längs ausgerichtete Hauptachse erschlossen. Haupteingang, Büroflächen für Gemeinde- und Sozialarbeit sowie Kontakt- und Servicebereiche bilden eine vorgelagerte Einheit, an die zwei Gruppenräume und der großzügige Gemeindesaal anschließen. Mobile Elemente ermöglichen eine flexible Verbindung und Trennung der einzelnen Raumbereiche. Die bestehende Empore des Gemeindesaals wurde reaktiviert und unabhängig von den übrigen Räumen erschlossen.
Den räumlichen Schwerpunkt der Umbaumaßnahmen bildete der Gemeindesaal mit seinem erst während der Sanierung wiederentdeckten historischen Dachtragwerk. Das ursprüngliche Haupttragwerk eines rautenförmigen Trägerrostes aus gekantetem Stahlblech war durch spätere Verkleidungen vollständig verdeckt und wurde im Zuge der Arbeiten freigelegt, statisch ertüchtigt und instandgesetzt. Das Tragwerk überspannt den stützenfreien Saal und wird durch seine dunkelgraue Farbgebung gegenüber den hellen Wandflächen als prägendes konstruktives Element hervorgehoben.
Die Materialgestaltung des Innenraums beschränkt sich weitgehend auf Eichenholz, farblich abgesetzte Stahlbauteile und weiße Putzoberflächen. Reliefartig gestaltete Holzverkleidungen der Einbauten verbessern die Raumakustik des Saals und integrieren technische Installationen sowie indirekte Beleuchtung. Die zurückhaltende Materialität unterordnet sich dem historischen Dachtragwerk und nimmt zugleich in Farbigkeit und Textur Bezug auf die Entstehungszeit des Gebäudes.
Autor*in: Redaktion baukunst-nrw
Text zuletzt geändert am 27.08.2026
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