48161 Münster
-
Ausgezeichnet
- Baujahr:
- 2015-2018
- Epoche(n):
- Gegenwart
- Urheber*in:
- Bauherr*in:
Das Wohnquartier am Arnheimweg in Münster-Gievenbeck wurde im Jahr 2018 fertiggestellt und von 3pass Kusch Mayerle BDA Architekten Stadtplaner geplant. Die Freiraumplanung lag in der Verantwortung der nts Ingenieurgesellschaft aus Münster. Auf Basis eines im Jahr 2015 durchgeführten Wettbewerbs entstanden fünf dreigeschossige Mehrfamilienhäuser mit insgesamt 65 Wohnungen, davon 42 Eigentumswohnungen und 23 öffentlich geförderte Einheiten.
Die städtebauliche Konzeption greift den lichten Charakter der umliegenden Bestandssiedlung mit ihren großzügigen, zusammenhängenden Grünräumen auf und führt diese Struktur im neuen Quartier fort. Entlang des Arnheimwegs sind die Gebäude überwiegend mit ihren schmalen Kopfseiten angeordnet. Kleinere, zwischen den Hauptbaukörpern angeordnete Punkthäuser ergänzen die offene Setzung und reagieren in Lage, Maßstab sowie Abstand auf die kleinteilige Bebauungsstruktur der gegenüberliegenden Einfamilienhäuser. Die durchgehend dreigeschossige Höhenentwicklung und die klar konturierten Baukörper ermöglichen eine vergleichsweise dichte Bebauung, ohne den offenen Siedlungscharakter der Umgebung aufzugeben.
Kennzeichnend sind die leicht angewinkelten Gebäuderiegel, welche Blickbeziehungen in die Tiefe des Grundstücks zulassen und die Freiräume zwischen den Baukörpern räumlich differenzieren. Anstelle einer schematischen Abfolge von Riegel- und Punkthäusern entsteht eine dynamische, zugleich klar erkennbare Gesamtfigur. Die Anordnung der Gebäude führt durch das Quartier und erzeugt wechselnde Sichtachsen zwischen Arnheimweg, Innenhöfen und angrenzenden Grünflächen.
Im Inneren des Quartiers bilden sich zwei großzügige, gemeinschaftlich nutzbare Höfe, welche Spiel- und Aufenthaltsflächen aufnehmen und als räumliche Mitte der Wohnanlage fungieren. Der Freiraum ist nicht als abgeschlossener Binnenbereich gestaltet, sondern schließt an die Grünstrukturen der benachbarten Grundstücke an. Private Gärten und Terrassen der Erdgeschosswohnungen sowie Balkone in den Obergeschossen ergänzen die gemeinschaftlichen Außenräume und erzeugen abgestufte Übergänge zwischen privaten, halböffentlichen und gemeinschaftlichen Bereichen.
Die Wohnungsstruktur verbindet Eigentumswohnungen mit öffentlich gefördertem Wohnraum und schafft somit eine soziale sowie ökonomische Durchmischung innerhalb eines einheitlich gestalteten Ensembles. Die barrierearmen Grundrisse sind auf unterschiedliche Haushaltsformen und Lebensphasen ausgerichtet. Die Fassaden folgen einer klaren Gliederung und fügen sich durch die helle Farbigkeit und Oberflächenstruktur in die umliegende Wohnbebauung ein.
Leicht geneigte Dachflächen werden fassadenseitig aufgegriffen und unterstützen die eigenständige Ablesbarkeit der einzelnen Häuser. In der Verbindung von offener Positionierung, differenzierten Außenräumen und sozial gemischtem Wohnungsangebot entsteht ein Wohnquartier, das die bestehende Siedlungsstruktur räumlich neu interpretiert.
Auszeichnungen:
- Deutscher Bauherrenpreis 2022, Auszeichnung
- Auszeichnung Vorbildlicher Bauten in Nordrhein-Westfalen 2020 (Land NRW/Architektenkammer NRW)
Autor*in: Redaktion baukunst-nrw
Text zuletzt geändert am 03.08.2026
Objektkommentare