48336 Sassenberg
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Ausgezeichnet
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Denkmalgeschützt
- Baujahr:
- 1754 - 69 (von Ketteler) / 1808 - 1816 (von Korff) / 2016 - 2021 (Sanierung)
- Epoche(n):
- Barock, Klassizismus
- Urheber*in:
- Johann Leonhard Mauritz Gröninger (Schloss von Ketteler)Preußischer Regierungsbaurat Adolph Anton von Vagedes (Schloss von Korff)Bernhard Bramlage (Sanierung Schloss von Korff)
- Bauherr*in:
- Goswin Ferdinand Moritz von Ketteler (Schloss von Ketteler)Friedrich-Anton von Korff (Schloss von Korff)
Die Doppelschlossanlage Harkotten im Sassenberger Ortsteil Füchtorf geht auf eine im frühen 14. Jahrhundert angelegte Wasserburg zurück. Nach der Teilung des Besitzes innerhalb der Adelsgeschlechter von Ketteler und von Korff entwickelten sich auf dem Gelände zwei eigenständige Adelssitze, die heute als Schloss von Ketteler und Schloss von Korff nebeneinander bestehen.
Das östlich gelegene Schloss von Ketteler entstand im 18. Jahrhundert als repräsentativer barocker Neubau anstelle eines älteren Burgsitzes. Der verputzte Backsteinbau erstreckt sich über ein überhöhtes Kellergeschoss und zwei Vollgeschosse und wird von einem flachgeneigten Mansarddach abgeschlossen. Die barocke Hauptfassade wird von einem oval vorspringenden Mittelrisalit mit geschwungenem Giebel und dem Allianzwappen der Familien von Ketteler und von Korff geprägt. Eine doppelläufige Freitreppe führt zum zentralen Portal, während flache Seitenrisalite gemeinsam mit niedrigen Mauern einen vorgelagerten Ehrenhof einrahmen.
Das westlich gelegene Schloss von Korff wurde zu Beginn des 19. Jahrhunderts nach Entwürfen von Adolph von Vagedes als klassizistischer Neubau errichtet. Der langgestreckte rechteckige Baukörper umfasst ebenfalls zwei Vollgeschosse über einem überhöhten Kellergeschoss und wird von einem flachen Walmdach abgeschlossen. Die Westfassade ist durch drei Risalite gegliedert, wobei die seitlichen Vorbauten durch Lisenen und Balustraden eingefasst sind. Der mittlere Risalit schließt mit einem flachen Dreiecksgiebel ab und wird durch einen viersäuligen Portikus dorischer Ordnung hervorgehoben, der zugleich einen Balkon für den zentralen Hauptsaal. Gemeinsame Wirtschaftsgebäude, Toranlagen, die Schlosskapelle sowie die umgebenden Freiräume verbinden beide Bereiche weiterhin zu einem geschlossenen historischen Ensemble.
Beide Schlossbauten sind von eigenständigen, im zeittypischen Stil angelegten Gärten umgeben und bilden innerhalb der gemeinsamen historischen Gesamtanlage unterschiedliche architektonische Zeitschichten ab. Beim Schloss von Ketteler wurde der nördlich anschließende Garten im Zuge der Restaurierung seit Ende der 1980er Jahre neu geordnet und als Skulpturengarten weiterentwickelt. Am Herrenhaus von Korff wurden nach dem Neubau im 19. Jahrhundert Teile der ehemaligen Wassergräben aufgegeben und die Freiflächen westlich des Gebäudes mit einem zentralen Rondell, Rasenflächen und einem Teich neugestaltet. Die unterschiedlichen Gartenanlagen betonen somit die Eigenständigkeit beider Adelssitze innerhalb des gemeinsamen Ensembles.
Am Herrenhaus von Korff erfolgte zwischen 2016 und 2021 eine umfassende Instandsetzung. Ausgangspunkt waren 2014 entdeckte Wandmalereien des Malers Philipp Ferdinand Bartscher, die umfangreiche restauratorische Untersuchungen und Archivrecherchen auslösten. Dabei zeigte sich, dass zahlreiche Räume mit historischen Wandfassungen ausgestattet waren. Auf Grundlage dieser Untersuchungen sowie einer wiederentdeckten bauzeitlichen Baubeschreibung wurden Fassaden und Innenräume in mehreren Bauabschnitten instandgesetzt und restauriert.
Für diese Instandsetzung wurden die Eigentümer des Herrenhauses von Korff 2026 mit dem ersten Preis des Bundespreises für Handwerk in der Denkmalpflege ausgezeichnet.
Auszeichnungen:
- Bundespreis für Handwerk in der Denkmalpflege 2026 NRW (DSD, ZDH), 1. Preis
Autor*in: Redaktion baukunst-nrw
Text zuletzt geändert am 22.10.2026
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