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St.-Markus-Kirche in Recklinghausen

St.-Markus, Schrägluftbild
St.-Markus, Schrägluftbild
St.-Markus, Eingangsfront und freistehender Campanile
Straßenansicht mit Campanile
Kircheninnenraum mit Blick zum Altarbereich
Taufbecken

St.-Markus, Schrägluftbild
St.-Markus, Schrägluftbild
St.-Markus, Eingangsfront und freistehender Campanile
Straßenansicht mit Campanile
Kircheninnenraum mit Blick zum Altarbereich
Taufbecken
Standort
Sankt-Markus-Platz 2
45657 Recklinghausen
  • Denkmalschutz Denkmalgeschützt
Baujahr:
1965-66
Epoche(n):
1950er-70er Jahre
Urheber*in:
Bauherr*in:

Die St.-Markus-Kirche im Westen Recklinghausens zählt zu den charakteristischen Sakralbauten der Nachkriegsmoderne. Der Entwurf stammt von dem Architekten Hans Schilling; geplant wurde die Kirche während des Zweiten Vatikanischen Konzils. Der Bau entstand 1965 bis 1967 und wurde am 25. April 1966 geweiht.

Architektonisch prägend ist der ungewöhnliche Grundriss: Das Kirchenschiff ist als Zentralbau auf einem fünfeckigen, sternförmigen Grundriss angelegt. An die fünfzackige Figur schließt sich nach Westen eine tiefe, gerundete Apsis an. Die Außenmauern bestehen aus rotbraunem Klinker. Ihre Ausbuchtungen markieren die besonderen liturgischen Orte im Inneren, darunter Altarraum, Taufkonche und Beichtbereiche. Aus der Vogelperspektive erscheint der Bau dadurch als fünfzackiger Stern.

Auch die Lichtführung ist eng mit der Architektur verbunden. Schmale Fensteröffnungen liegen zwischen den geschlossenen Wandflächen und setzen im vergleichsweise dunklen Innenraum markante Akzente. Die großen Fenster an den fünf in den Raum vorspringenden Ecken sowie weitere Fenster im Chor wurden von dem Glasbildner und Maler Johannes Schreiter gestaltet. Sein Buntglasprogramm entstand 1966 und greift thematisch das Verständnis der Kirche als Gemeinschaft der Gläubigen auf.

Ein eigenständiger, fünfeckiger Campanile ergänzt den Kirchenbau. Der 28 Meter hohe Turm steht getrennt vom Kirchenschiff und bildet gemeinsam mit dem sternförmigen Baukörper ein klar erkennbares Ensemble. Seit 1985 wird seine Spitze von einem Markuslöwen bekrönt, dem Symbol des Evangelisten Markus.

Kirche, Kindertagesstätte und Gemeindehaus sind als zusammengehörige Gebäudegruppe um einen zentralen Kirchplatz angeordnet. Damit verbindet die Anlage den sakralen Raum unmittelbar mit den gemeinschaftlichen Funktionen der Gemeinde. Der Platz dient bis heute als Ort für Gottesdienste unter freiem Himmel, Prozessionen und Gemeindefeste.

St. Markus steht damit exemplarisch für einen Kirchenbau, der traditionelle Vorstellungen von Sakralarchitektur zugunsten einer eigenständigen Raumfigur aufgibt. Die Konzentration auf Geometrie, Material und Licht verleiht dem Bau seine besondere Wirkung. Seit 2023 wird über eine Transformation des Ensembles und eine neue Nutzungsperspektive beraten; 2026 soll die Kirche für einen Umbau geschlossen werden.

Autor*in: Redaktion baukunst-nrw
Text zuletzt geändert am 27.08.2026

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Architektur Öffentliche Gebäude Sakralbauten