45657 Recklinghausen
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Denkmalgeschützt
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Objekt wurde umgebaut, saniert oder erweitert
- Baujahr:
- ab 1887 (Bestand) / 2019 - 2021 (Erweiterung)
- Epoche(n):
- Historismus, Gegenwart
- Urheber*in:
- - keine Angabe - (Bestand)Scholz Partner Architekten PartGmbB (Erweiterung)
- Bauherr*in:
Der Erweiterungsbau der Musikschule Recklinghausen wurde zwischen 2019 und 2021 im Rahmen der Sanierung der ehemaligen Landratsvilla im Willy-Brandt-Park realisiert. Die Planung erfolgte durch Scholz Architekten aus Senden, als Bauherrin trat die Stadt Recklinghausen auf.
Das im Jahr 1887 errichtete Bestandsgebäude im historistischen Stil, das ursprünglich als Landratsvilla genutzt wurde, beherbergt heute die Unterrichts- und Verwaltungsräume der Musikschule. Der zuvor bestehende Anbau wurde vollständig abgebrochen und durch einen Neubau mit zusätzlichen Veranstaltungs-, Bewegungs- und Begegnungsräumen ersetzt.
Die ehemalige Landratsvilla bildete zusammen mit dem früheren Kreishaus und dem Kutscherhaus das historische Ensemble des heutigen Willy-Brandt-Parks. Während die äußere Erscheinung des Bestandsgebäudes weitgehend bewahrt wurde, erfolgte eine grundlegende innenräumliche Bestandssanierung gemäß den Vorgaben des Denkmalschutzes. Beschädigte historische Balkenköpfe wurden ausgetauscht, nachträglich eingebaute Kunststofffenster durch Holzfenster ersetzt und die technische Gebäudeausstattung mit neuen Heizungs-, Elektro- sowie IT-Systemen modernisiert. Zudem wurde der Brandschutz verbessert und sämtliche Bereiche barrierefrei erschlossen.
Der zweigeschossige Erweiterungsbau ergänzt die historische Villa um etwa 370 Quadratmeter Nutzfläche und erweitert das Raumangebot der Musikschule im Hinblick auf deren zeitgemäße Raumbedarfe. Der durch einen vollverglasten Eingangsbereich vom Bestand abgerückte Erweiterungsbau folgt den Raumfluchten des Bestandes und entspricht dessen Kubatur bis zur Traufkante. Auf diese Weise ergänzt der Neubau trotz seiner strukturellen Unterschiede in der Ausgestaltung den Bestand.
Im Erdgeschoss befindet sich ein rund 125 Quadratmeter großer Multifunktionssaal mit Bühne, der Platz für bis zu 140 Besucher:innen bietet und für Konzerte, Proben sowie unterschiedliche Veranstaltungsformate genutzt werden kann. Im Obergeschoss sind ein Tanz- und Bewegungsraum sowie zugehörige Umkleide- und Sanitärbereiche angeordnet. Das neu geschaffene Foyer im Haupttrakt bildet das räumliche Verbindungselement zwischen Alt- und Neubau und übernimmt zugleich die zentrale Erschließungs- und Verteilerfunktion. Der neue Haupteingang erschließt über ein gemeinsames Treppenhaus mit Aufzug sowohl den Bestand als auch den Neubau.
Die Erweiterung stärkt die Musikschule als öffentlichen Kultur- und Begegnungsort innerhalb des Quartiers. Neben dem regulären Unterricht ermöglichen die neuen Raumangebote größere Aufführungen, gemeinschaftliche Veranstaltungen sowie Kooperationen mit externen Nutzer:innen.
Die Kombination aus denkmalgerechter Bestandssanierung, barrierefreier Erschließung und räumlicher Erweiterung entwickelt die historische Landratsvilla somit zu einem zeitgemäßen Standort für musikalische Bildung und kulturelle Nutzung weiter. Die formale Ähnlichkeit des klinkersichtigen Neubaus mit gezielt positionierten Fensteröffnungen ergänzt auf eine zeitgemäße Art und Weise den Bestand, ohne dessen Präsenz zu mindern.
Autor*in: Redaktion baukunst-nrw
Text zuletzt geändert am 11.08.2026
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