baukunst-nrw

Kath. Pfarrkirche St. Laurentius Erwitte

Kath. Pfarrkirche St. Laurentius in Erwitte
Tympanon des nördlichen Querhausportals
Tympanon des südlichen Querhausportals
Innenansicht St. Laurentius

Kath. Pfarrkirche St. Laurentius in Erwitte
Tympanon des nördlichen Querhausportals
Tympanon des südlichen Querhausportals
Innenansicht St. Laurentius
Standort
Kirchplatz
59597 Erwitte
  • Denkmalschutz Denkmalgeschützt
  • Sanierung Objekt wurde umgebaut, saniert oder erweitert
Baujahr:
um 1050 / um 1170 (Chor, Querhaus)
Epoche(n):
Romanik
Urheber*in:
Bauherr*in:

Die katholische Pfarrkirche St. Laurentius in Erwitte, eine spätromanische Basilika, besteht im Kern aus einer um 1050 errichteten flach gedeckten Saalkirche, von der heute Reste im westlichen Langhaus erhalten sind. Der Bau aus Grünsandstein ist durch seine seit Mitte des 11. Jahrhunderts ablesbare Baugeschichte von besonderer Bedeutung.
Das Erscheinungsbild des denkmalgeschützten Kirchenbaus wird maßgeblich durch den eindrucksvollen dreigeschossigen Westturm von um 1230 bestimmt. Nach einem Brand des Turmdaches im Jahr 1971 wurde dieses als Faltdach mit Ecktürmchen nach dem Vorbild von St. Patrokli in Soest errichtet.
St. Laurentius ist mit einem ausladenden Querhaus ausgestattet, das wohl um 1170 gemeinsam mit der Choranlage, bestehend aus einem quadratischen Chorjoch mit einer halbrunden Apsis und einem tonnengewölbten Nebenchor im Süden, erbaut wurde. Zeitgleich wurden die Mittelschiffwände erhöht, die Seitenschiffe angefügt und so die Saalkirche zu einer Basilika umgebaut. Die schmalen Seitenschiffe wurden 1868 durch breitere ersetzt; anstelle einer abgebrochenen Apsis am nördlichen Querhaus wurde eine Sakristei gebaut.
Umfangreiche Restaurierungsarbeiten wurden in den Jahren 2005/06 durchgeführt.
Der Außenbau von St. Laurentius ist schlicht gehalten und in rundbogigen Fenstern geöffnet, nur die Hauptapsis ist mit einem Rundbogenfries verziert.
Die Lisenen und Bogenfriese am Turm nehmen geschossweise an Plastizität zu; im oberen Geschoss sind auf jeder Seite drei spitzbogige Schallarkaden mit in der Mitte eingestellten Säulchen eingefügt. Die vier Giebelfelder sind mit einem aufsteigenden Bogenfries und verschiedenartigem Blendwerk verziert.
An der Nordseite liegt ein spitzbogiges Stufenportal mit durchlaufenden Rankenkapitellen. Die Querhausportale, von denen das nördliche schlecht erhalten ist, sind mit figürlichen Tympana ausgestattet: Das verwitterte Bogenfeld des nördlichen Portals zeigt eine Majestas Domini und die Evangelistensymbole des Matthäus und Johannes; im Tympanon des südlichen, gestuften Portals ist der Kampf des heiligen Michael mit dem Drachen sowie der Kirchenpatron Laurentius dargestellt.
Durch die Öffnung der Turmhalle in voller Breite zum Mittelschiff wird dieses verlängert und der Innenraum der Laurentiuskirche wirkt deutlich großzügiger als vom Außenbau suggeriert. Langhaus, Querhaus und Chor sind kreuzgratgewölbt. Dabei sind die Joche von Querhaus und Chor quadratisch. In der Turmhalle befindet sich ein achtteiliges kuppeliges Gewölbe mit einem hängenden Schlussstein und einem Scheitelring. Der Chor wird von einem kuppelähnlichen Gratgewölbe überfangen und hinter einem Schildbogen von einer leicht eingezogenen Apsis abgeschlossen. Die kreuzförmigen Pfeiler in der östlichen Vierung sind mit eingestellten sogenannten Engelsäulen versehen, die u.a. an den Kapitellen mit Engelsfiguren verziert sind.

Autor*in: Redaktion baukunst-nrw
Text zuletzt geändert am 08.09.2014

Objektkommentare

Kategorien

Architektur Öffentliche Gebäude Sakralbauten
Loading…
Loading the web debug toolbar…
Attempt #