Brücke Slinky Springs To Fame Oberhausen
Brücke Slinky Springs To Fame Oberhausen, Foto: Thomas Robbin

Jugendstil

ca. 1890-1910 (in Deutschland)

Der Jugendstil ist nach der 1896 gegründeten Münchener Zeitschrift „Jugend“ betitelt und wird auch regional unterschiedlich als Art Nouveau (Frankreich), Liberty, Modern style (England), Stile Liberty (Italien), Secessionsstil (Österreich) oder Modernismo (Spanien) bezeichnet.
Ausgehend von der englischen Arts and Crafts-Bewegung hatte sich der Jugendstil um 1890 als eigene Stilrichtung ausgeprägt und bestand bis etwa 1910. Mit seinen neuen Ornamentformen markiert der Jugendstil, der zunächst nur auf angewandte Künste bezogen und später auch auf die Architektur ausgeweitet wurde, den Beginn des modernen Designs. Das Stilphänomen tritt jedoch lediglich vereinzelt auf und bezieht sich nur auf wenige Architekten und Werke.
Zu den wichtigen Vertretern zählen der Spanier Antonio Gaudí, die Belgier Henry van de Velde und Victor Horta, der Schotte Charles Rennie Mackintosh sowie die Deutschen Joseph Maria Olbrich und Otto Müller-Jena.
Wien mit seinen Stadtbahnhöfen von Otto Wagner gilt als wichtiges Zentrum des Jugendstils und auch die Metrostationen in Paris (1898-1901) von Hector Guimard bleiben singulär.
Der Jugendstil verstand sich als Antwort auf den vorangegangenen Historismus, der keinen einheitlichen Stil erschaffen hatte. Ziel war die Rückkehr zu einer Einheit von Architektur, Malerei, Plastik und angewandter Kunst als Gesamtkunstwerk, welches sich vor allem durch seine neuen formalen und konstruktiven Ideen sowie seine Ornamentformen auszeichnet.
Zum ersten Mal seit dem Barock kehrte man ab von der Spezialisierung der Gattungen und zurück zur ganzheitlichen Gestaltung von Architektur, Inneneinrichtung und Dekor. Architektonische Gesamtkunstwerke entstanden seit Ende der 1890er Jahre mit den ersten Wohnhäusern des Jugendstils.
Als eines der Hauptwerke gilt der Palais Stoclet (1905-11) in Brüssel von Josef Hoffmann, einem Gründungsmitglied der Wiener Secession.
Die neue Ästhetik der Kunst war vor allem auf das Ornament bezogen: Hier entwickelten sich zweckmäßige Formen aus weich gekrümmten und bewegten Linien, stilisierten Figurendarstellungen sowie organischen, floralen Formen.
Die neuen Ornamente fanden zunächst in der Plakatkunst und Buchgraphik als Illustration der zeitgenössischen Dichtung Verwendung und wurden anschließend in allen angewandten Künsten verwendet. Vor allem in Glas-, Metall-, und Porzellanarbeiten zeigt sich ein japanischer Einfluss.
Nach dem Vorbild der englischen Arts and Crafts-Bewegung unter William Morris wurden Werkstätten für Möbel, Stoffe und Tapeten gegründet.
Die bekanntesten Werkstätten für angewandte Kunst wurden 1897 in München, 1898 in Dresden, 1900 in Wien und 1901 in Nancy gegründet. Hinzu kam im Jahr 1900 die Künstlerkolonie Mathildenhöhe in Darmstadt.
Die Architektur des Jugendstils umfasst sowohl Sakralbauten, als auch Wohn- und Kommunalbauten, Hotels, Warenhäuser und Theater bis hin zu Bahnhöfen und verschiedenen technischen Gebäuden. Auswirkungen auf die folgenden Jahrzehnte sollten vor allem die großzügigeren Mietwohnhäuser und die Arbeitersiedlungen haben.
Schließlich beendete der Ausbruch des Ersten Weltkriegs ein Fortwirken des Jugendstils, der nun die Voraussetzungen für die Herausbildung des Internationalen Stils bildete.

Siehe auch Routen zu
Bauten des Jugendstils
Hagener Impuls
Jugendstilbäder 

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