Rheinkniebrücke, 40213 Düsseldorf
1960 - 1969
Stadtbaurat Prof. Friedrich Tamms Prof. Dr.-Ing. Fritz Leonhardt | Leonhardt, Andrä und Partner
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Die Rheinkniebrücke ist eine markante Schrägseilbrücke über den Rhein in Düsseldorf. Sie verbindet den linksrheinischen Stadtteil Oberkassel mit der Innenstadt – insbesondere dem Bereich Friedrichstadt – und dient als westliche Verlängerung des Rheinufertunnels im Zuge des Düsseldorfer Innenstadtrings. Die Brücke wurde im Rahmen der städtebaulichen Neuordnung der Innenstadt in den 1960er-Jahren geplant und 1969 in Betrieb genommen.
Es handelt sich um eine einhüftige Schrägseilbrücke, bei der die Tragseile an einem zentralen, asymmetrisch stehenden Pylon verankert sind. Die zwei Pylone der Brücke sind jeweils 114 Meter hoch. Von ihnen aus verlaufen in gleichem Abstand vier Schrägseile pro Seite, die die Fahrbahn tragen. Die Hauptspannweite der Strombrücke beträgt 319 Meter, bei einer Gesamtlänge von rund 1.500 Metern inklusive der Vorlandbrücken. Die Brücke ist 29 Meter breit und bietet Platz für den motorisierten Individualverkehr, Radwege sowie beidseitige Gehwege.
Die Brücke ist Teil der sogenannten „Düsseldorfer Brückenfamilie“, einem Ensemble moderner Rheinbrücken, die sich durch ihre einheitliche gestalterische Grundhaltung auszeichnen. Die Entwurfsphilosophie zielte auf eine möglichst schlanke, zurückhaltende Konstruktion, die sich sensibel in das Rheinpanorama einfügt. Dieser Ansatz steht im Kontrast zu den massiveren Bogen- oder Fachwerkbrücken älterer Bauart.
Die Strombrücke besteht aus einer Stahlhohlkastenkonstruktion, während die Vorlandbrücken aus Spannbeton gefertigt wurden. Für die Hauptkonstruktion wurden insgesamt 9.393 Tonnen Stahl verwendet, davon entfallen allein 1.085 Tonnen auf die Seile. Die Kombination aus Stahl und Beton ermöglichte eine filigrane Ausführung, die sich durch geringe Bauhöhe und klar definierte Linien auszeichnet.
Im Zusammenspiel mit dem benachbarten Rheinufertunnel und dem Rheinuferboulevard ist die Rheinkniebrücke integraler Bestandteil des Düsseldorfer Verkehrs- und Stadtraums. Sie bildet das südwestliche Einfallstor zur Innenstadt und trägt zur Entlastung des innerstädtischen Verkehrsnetzes bei. Darüber hinaus hat sie – insbesondere durch ihre prägnante Silhouette – eine hohe stadtbildprägende Wirkung, die durch ihre Einbettung in das Panorama von Altstadt und Rheinufer zusätzlich verstärkt wird.
Die Rheinkniebrücke steht exemplarisch für den zeittypischen Brückenbau der 1960er-Jahre in Nordrhein-Westfalen: funktional, technisch präzise und gestalterisch reduziert. Als Teil des Düsseldorfer Brückenensembles zählt sie bis heute zu den prägenden Infrastrukturbauten der Stadtentwicklung.
Autor*in: Redaktion baukunst-nrw
Text zuletzt geändert am 23.07.2025
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