47166 Duisburg
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Ausgezeichnet
- Baujahr:
- 2016
- Epoche(n):
- Gegenwart
- Urheber*in:
- Bauherr*in:
- Internet:
- www.duisburg.de/microsites/pbv/planen_bauen/gruenguertel
Der Grüngürtel Duisburg-Nord im Stadtteil Bruckhausen wurde im Jahr 2016 als zentraler Baustein der integrierten Stadtteilentwicklung im Duisburger Norden eröffnet. Bauherrin war die Stadt Duisburg, die das Projekt gemeinsam mit der EG DU Entwicklungsgesellschaft Duisburg mbH realisierte. Die landschaftsarchitektonische Planung stammt von den Planer:innen des Büros r+b landschaftsarchitektur aus Dresden.
Die als „Park vor der Haustür“ bezeichnete Anlage entstand auf dem Areal einer sowohl baulich als auch sozial prekären Gründerzeitbebauung zwischen dem Stadtteil Bruckhausen und den angrenzenden Industrieanlagen des Werksgeländes von thyssenkrupp Steel Europe. Durch umfangreichen Rückbau der Bebauung wurde ein öffentlicher Freiraum geschaffen, der als räumliche Pufferzone zur Schwerindustrie und zugleich als wohnungsnaher Park für die Bewohner:innen des Stadtteils dient.
Die Entwicklung des Grüngürtels reagiert auf die langjährigen städtebaulichen und sozialen Folgen der unmittelbaren Nachbarschaft von Wohnbebauung und dem angrenzenden Werksgelände. Soziale Faktoren, Wohnungsleerstand und baulicher Verfall hatten insbesondere in den Randbereichen Bruckhausens zu erheblichen Funktionsverlusten geführt. Der im Jahr 2007 beschlossene Eingriff in den Stadtteil verband daher den Rückbau nicht mehr tragfähiger Strukturen mit der Anlage eines zusammenhängenden Grünraums.
Der Veränderungsprozess wurde durch eine intensive Beteiligung der Anwohner:innen begleitet. Ein Teil der betroffenen Haushalte konnte innerhalb des Stadtteils neue Wohnungen beziehen, wodurch die städtebauliche Neuordnung mit einer sozialen Stabilisierung des Quartiers verbunden wurde.
Die landschaftsarchitektonische Konzeption orientiert sich am Typus des Volksparks und entwickelt aus diesem ein klares räumliches Gefüge aus offenen Wiesenflächen, rahmenden Einfassungen für Bepflanzungen, Spiel- und Sportangeboten sowie einer wiederkehrenden Sichtbetonwand mit historischem Bezug zum Stadtteil. Im Zentrum der Anlage befinden sich großzügige Rasen- und Wiesenflächen, die für Spiel, Bewegung, Aufenthalt und gemeinschaftliche Aktivitäten genutzt werden können. Baumreihen und Hecken fassen die offene Mitte ein und erzeugen einen Wechsel zwischen räumlicher Flexibilität und landschaftlicher Weite.
Den westlichen Rand des Parks bildet ein leicht ansteigender Wall, der aus rund 80 000 Kubikmetern Erdreich modelliert wurde. Der Wall übernimmt zugleich Funktionen des Lärmschutzes, der räumlichen Fassung und Abgrenzung zum angrenzenden Werksgelände. Gezielt gesetzte Einschnitte öffnen Sichtbeziehungen zu den Hochöfen und Industrieanlagen, die als prägende Kulisse in die Gestaltung einbezogen werden.
Die landschaftsarchitektonische Gestaltung übersetzt die industrielle Prägung Bruckhausens in eine eigenständige räumliche Identität und schafft zugleich neue Retentionsflächen, Bewegungs- und Begegnungsorte für den Stadtteil.
Auszeichnungen:
- Auszeichnung Vorbildlicher Bauten in Nordrhein-Westfalen 2020 (Land NRW/Architektenkammer NRW)
Autor*in: Redaktion baukunst-nrw
Text zuletzt geändert am 06.08.2026
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