46282 Dorsten
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Ausgezeichnet
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Denkmalgeschützt
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Objekt wurde umgebaut, saniert oder erweitert
- Baujahr:
- 1879 (Bestand), 2021 - 2024 (Revitalisierung)
- Epoche(n):
- Historismus, Gegenwart
- Urheber*in:
- Baumeister Gustav Päffgen (Bestand)Feja + Kemper Architekten (Revitalisierung)GREENBOX LANDSCHAFTSARCHITEKTEN (Landschaftsarchitektur)
- Bauherr*in:
- Stadt Dorsten (Revitalisierung)
- Internet:
- www.buergerbahnhof-dorsten.de
Der denkmalgeschützte Bahnhof Dorsten wurde zwischen 2021 und 2024 nach Plänen von Feja + Kemper Architekten Stadtplaner umfassend revitalisiert und zum „BürgerBahnhof“ umgestaltet. Die neugestalteten Freianlagen des Bahnhofsumfelds wurden von GREENBOX Landschaftsarchitekten realisiert.
Das Projekt stellt den größten Einzelbaustein des integrierten Handlungskonzepts „Wir machen MITte“ der Stadt Dorsten dar und verbindet die denkmalgerechte Instandsetzung des historischen Bahnhofsgebäudes mit einer grundlegenden Neuordnung seines städtebaulichen Umfelds.
Das 1879 nach Entwürfen des Kölner Architekten Gustav Päffgen errichtete Empfangsgebäude setzt sich aus einem zweieinhalbgeschossigen Hauptgebäude und einem niedrigeren Flügelbau zusammen. Satteldächer mit Walmflächen und Nebengiebeln sowie weite Dachüberstände prägen das äußere Erscheinungsbild des Gebäudes, das im 20. Jahrhundert mehrfach erweitert und mit einer Putzfassade versehen wurde. Nach Aufgabe des Gebäudebetriebes durch die Bahn stand das Gebäude seit den 1980er-Jahren über drei Jahrzehnte weitgehend leer und verfiel zunehmend, bevor es 2014 in das Eigentum der Stadt Dorsten überging.
Ausgangspunkt der städtebaulichen Transformation war der ab 2015 erfolgte Rückbau der ehemals stadtseitig verlaufenden Gleisanlagen und das Vergabeverfahren für die Neugestaltung des Bahnhofsumfeldes im Jahr 2018. Durch die Rückbaumaßnahmen verlor das Empfangsgebäude seine ursprüngliche Insellage zwischen den Gleisanlagen und wurde unmittelbar an die Innenstadt angebunden. Auf den freigewordenen Bahnflächen entstand ein neuer Bahnhofsvorplatz, der das historische Gebäude in die Stadt einbindet und als öffentlicher Aufenthaltsraum zwischen Innenstadt, Bahnhof und angrenzenden Wegeverbindungen vermittelt. Die Platzgestaltung verwendet unterschiedliche Graustufen des Pflasters, zeichnet ehemalige Gleisverläufe durch integrierte Schienenstücke nach und wird durch Sitzstufen, Spiel- und Aufenthaltsbereiche sowie eine großformatige Baumpflanzung strukturiert.
Bei der Sanierung des Bahnhofgebäudes blieb die historische Gebäudehülle in ihrer ursprünglichen Kubatur und Materialität erhalten. Ziel der Maßnahmen war es zugleich, nachträgliche Veränderungen zurückzubauen und den ursprünglichen Charakter der Räume und Materialität stärker herauszuarbeiten. Im Erdgeschoss wurden aus diesem Grund einzelne Wanddurchbrüche aus früheren Umbauphasen geschlossen und historische Bogenstellungen gemäß dem ursprünglichen Gebäuderaster rekonstruiert. Die verputzten Ziegelfassaden wurden wieder instandgesetzt, das Dach erhielt eine neue Schieferdeckung und charakteristische konstruktive sowie handwerkliche Details des Bestands wurden aufgearbeitet oder in Teilen rekonstruiert.
Im Erdgeschoss bildet die Ausbildungsgastronomie „Speisesaal“ den öffentlichsten Bereich des Bürgerbahnhofs. Ergänzend dazu stehen Aufenthalts-, Gruppen- und Seminarräume für Vereine, Initiativen und Bildungsträger zur Verfügung. Die Obergeschosse beherbergen weitere Schulungs-, Arbeits- und Büroräume. Ein neu ergänzter Aufzug erschließt sämtliche Geschosse barrierefrei.
Auszeichnungen:
- Otto-Borst-Preis für Stadterneuerung 2026 (Forum Stadt – Netzwerk historischer Städte e.V.), Preisträger
Autor*in: Redaktion baukunst-nrw
Text zuletzt geändert am 25.08.2026
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