48155 Münster
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Ausgezeichnet
- Baujahr:
- 2018 - 2022
- Epoche(n):
- Gegenwart
- Urheber*in:
- Bauherr*in:
Das Bauvorhaben „Hansator“ an der Ostseite des Hauptbahnhofs Münster wurde zwischen 2018 und 2022 nach Entwürfen von kadawittfeldarchitektur realisiert. Bauherrin und Projektentwicklerin war die Landmarken AG. Auf einer Bruttogeschossfläche von rund 28.400 Quadratmetern entstand ein gemischt genutztes Gebäudeensemble mit Wohnungen, Hotel, Einzelhandel, Gastronomie sowie einer öffentlichen Fahrradstation und einer Tiefgarage.
Vorausgegangen war ein gemeinsames Auswahlverfahren der Stadt Münster und der Deutschen Bahn, in dessen Verlauf die Landmarken AG mit dem Entwurf von kadawittfeldarchitektur hervorgegangen ist.
Das Projekt besetzt eine zuvor untergenutzte Bahn- und Brachfläche am Bremer Platz und schafft eine neue Eingangssituation zum Hauptbahnhof. Während sich der Bahnhof bislang hauptsächlich zur Innenstadt richtete, erhält er mit dem Hansator eine zweite, dem Hansaviertel zugewandte Eingangsbebauung. Zwei großzügige Zugänge führen den öffentlichen Raum durch das Erdgeschossniveau durch und schließen unmittelbar an die bestehende Unterführung zu den Bahnsteigen sowie zur westlichen Innenstadtseite an. Das Ensemble übernimmt somit eine torartige Verbindungsfunktion zwischen Altstadt, Hansa- und Hafenviertel.
Die Gebäudestruktur gliedert sich in drei polygonale Baukörper mit unterschiedlichen Nutzungsschwerpunkten. Ein erhöhtes und weitgehend verglastes Erdgeschoss bildet einen durchgängigen Sockel, der die öffentlichen Bahn-, Verkehrs- und Gewerbefunktionen aufnimmt. Zwischen den drei Baukörpern ist eine auskragende, großflächig geschwungene Dachscheibe, welche die öffentlich genutzten Bereiche von den darüberliegenden privaten Nutzungen trennt. Die geschwungene Kontur des begrünten Sockeldaches nimmt visuell die bogenförmige Platzkante auf. Zwischen den drei überhöhten Baukörpern entstehen geschützte Freiräume sowie gemeinschaftlich nutzbare Dachbereiche.
Im Erdgeschoss befinden sich neben den Zugängen zum Bahnhof Einzelhandels- und Gastronomieflächen sowie die Erschließungen zu den darüberliegenden Nutzungen. Das Untergeschoss beherbergt eine öffentliche Tiefgarage sowie eine Fahrradstation mit etwa 2.100 Stellplätzen, die über drei Ebenen organisiert ist. Diese wird über eine großzügige Rampenanlage erschlossen und öffnet sich mit einer transparenten Fassade zum Vorplatz.
Die beiden nördlichen Baukörper umfassen circa 300 kompakte Wohneinheiten sowie gemeinschaftlich genutzte Bereiche eines Co-Living- und Co-Working-Konzepts. Ergänzt werden die privaten Wohnungen durch Gemeinschaftsküchen, Aufenthalts- und Arbeitsbereiche sowie eine Dachterrasse. Der südliche Baukörper beherbergt ein Hotel mit 195 Zimmern.
Die Mischung aus dauerhaftem und temporärem Wohnen, Arbeiten, Handel, Gastronomie und Verkehr erweitert den Bahnhof somit von einer reinen Transitinfrastruktur zu einem dauerhaft genutzten innerstädtischen Baustein.
Auszeichnungen:
- polis Award 2018, Kategorie Urbanes Flächenrecycling, 1. Preis
Autor*in: Redaktion baukunst-nrw
Text zuletzt geändert am 24.08.2026
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