48155 Münster
- Baujahr:
- 2022-2025
- Epoche(n):
- Gegenwart
- Urheber*in:
- Bauherr*in:
Das 2025 fertiggestellte Verwaltungs- und Bürogebäude X-Dock erweitert das Standortportfolio des Grevener Logistikunternehmens Fiege und bildet einen markanten Baustein im transformierten Hafenareal der Stadt Münster. Der von Kleihues + Kleihues entworfene Neubau greift sowohl städtebauliche als auch regionaltypische Motive des neuen Hafenquartiers und des Münsterlandes auf.
Zentraler Ausgangspunkt des Entwurfs ist der Leitgedanke der „Kreuzung“ zweier Gebäudeteile mit gemeinsamem Mittelpunkt und Haupterschließung. Dieses Motiv prägt das Gebäude auf mehreren Ebenen: in der abstrakt X-förmigen Figur des Baukörpers, im zentral organisierten Erschließungskern, in der räumlichen Orientierung der vier Flügel und in der Vielzahl möglicher Verknüpfungen zwischen den Nutzungseinheiten. Die X-förmige Organisation strukturiert das Grundstück zugleich in zwei differenzierte Außenräume: einen zur Straße orientierten Vorplatz und einen zum Hafen geöffneten öffentlichen Freiraum mit Terrasse der Cafeteria, die über eine integrierte Sitztreppe an den Uferweg anschließt. Die räumliche Geste betont die als verbindendes Element angelegte Gebäudemitte und definiert die beiden für unterschiedliche Bürotypologien vorgesehenen Gebäudeteile.
Im Innenraum setzt sich das Prinzip eines durchlässigen, kommunikativen Raumgefüges fort. Das zweigeschossige Foyer verschränkt sich mit der angrenzenden Cafeteria zu einer offenen Kommunikationszone, die großzügige Aufenthaltsqualitäten bietet und variable Nutzungssituationen erlaubt. Die räumliche Offenheit und die Möglichkeit, die Terrasse über großformatige Schiebeelemente vollständig einzubeziehen, erzeugen ein kontingentes Raumensemble, das sich bis in den öffentlichen Außenraum des Hafens erweitert. In jedem Obergeschoss markiert der Kreuzungspunkt der Gebäudeteile eine zentrale Lobbyzone, die über wechselseitig angeordnete Balkone zusätzliche Außenbezüge herstellt. Die fensterseitig angeordneten Bürobereiche ermöglichen durch den strengen Fassadenrhythmus sowie durch tiefe Belichtungszonen flexible Raumkonfigurationen – von offenen Kombizonen bis zu modularen Gruppenbüros. Während die Regelgeschosse primär Büroflächen aufnehmen, befinden sich im fünften Obergeschoss das Auditorium, ein Konferenzbereich und der sogenannte Fiege-Club. Das doppelgeschossige Auditorium mit seiner skulpturalen Sitztreppe besitzt einen direkten Zugang zur weitläufigen Dachterrasse.
Die architektonische Charakteristik des Gebäudes wird wesentlich durch die ziegelsichtige Fassadengestaltung geprägt. Das plastisch hervorgehobene Fassadenrelief erzeugt ein differenziertes Licht- und Schattenspiel und verleiht dem Gebäude eine markante tektonische Präsenz. Der verwendete rotbraune Kohlebrand-Klinker, der in enger Zusammenarbeit mit dem Hersteller entwickelt wurde, umfasst rund 270.000 Steine in 26 unterschiedlichen Formaten, darunter zahlreiche individuell gefertigte Sondersteine für die abgewinkelten Pfeiler der Fassadenstruktur.
Autor*in: Redaktion baukunst-nrw
Text zuletzt geändert am 08.12.2025
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