baukunst-nrw

Ev. Lukaskirche Bonn

Ev. Lukaskirche Bonn, Ansicht vom Kaiser-Karl-Ring
Vorbau als Eingang mit Relief
Straßenansicht Lukaskirche Bonn
Ev. Lukaskirche Bonn, Luftbild
Ev. Lukaskirche Bonn, Luftbild

Ev. Lukaskirche Bonn, Ansicht vom Kaiser-Karl-Ring
Vorbau als Eingang mit Relief
Straßenansicht Lukaskirche Bonn
Ev. Lukaskirche Bonn, Luftbild
Ev. Lukaskirche Bonn, Luftbild
Standort
Kaiser-Karl-Ring 25
53111 Bonn
  • Denkmalschutz Denkmalgeschützt
Baujahr:
1957-1958
Epoche(n):
1950er-70er Jahre
Urheber*in:
Johannes Schreiter (Fenster im Osten)
Willi Hahn (Steinrelief Eingangsbereich)
Hans Thon (Ausführung)
Bauherr*in:

Im Bonner Stadtteil Castell, einem Ort mit tiefen römischen Wurzeln, befindet sich die Evangelische Lukaskirche als bemerkenswertes Zeugnis der Nachkriegsmoderne. Die Kirche entstand in einer Zeit des demografischen Wandels: Nach dem Zweiten Weltkrieg zogen vermehrt evangelische Bürger in den Bonner Norden, wodurch der Bedarf an einem neuen Kirchengebäude entstand. Die Lukaskirche war die erste evangelische Kirche in diesem Stadtgebiet und wurde 1958 geweiht. Seit 2007 steht sie unter Denkmalschutz.

Der Entwurf stammt vom Trierer Architekten Heinrich Otto Vogel (1898–1994), der die Klarheit und Funktionalität der 1950er Jahre mit historischen Reminiszenzen verband. Die Ausführung übernahm Hans Thon, der bereits seit Oktober 1945 als Bauberater der evangelischen Gemeinde in Bonn tätig war.

Die Kirche zeigt sich als quadratische Hallenkirche in Grauwacke, einem traditionellen, regionalen Naturstein. Ihre geschlossene Hauptfassade zum Kaiser-Karl-Ring wird nur von einer Reihe kleiner Fensteröffnungen unterhalb des Dachgesimses gegliedert. Diese introvertierte Gestaltung steht im Kontrast zur Ostfassade, die sich über die gesamte Breite mit einem großflächigen Kirchenfenster öffnet.

Die römische Geschichte Castells spiegelt sich subtil in der Formensprache und Materialwahl wider. Besonders eindrücklich ist die Konche an der Nordostseite, die im Innenraum als Taufkapelle dient. In ihr sind 18 kleine, farbige Rundfenster eingefügt – abstrakt gestaltet und in drei Reihen angeordnet. Zwölf dieser Fenster sind auch im Innenraum sichtbar, während sechs oberhalb der Decke verborgen bleiben.

Der Haupteingang am Kaiser-Karl-Ring ist durch einen kleinen, überdachten Vorbau betont, der mit einem Steinrelief von Willi Hahn geschmückt ist. Die großen Kirchenfenster an der Ostseite zeigen drei Engel, jeweils etwa 80 Zentimeter groß – ein Frühwerk des renommierten Künstlers Johannes Schreiter, der später durch seine expressiven Glasarbeiten bekannt wurde.

Der freistehende Kirchturm aus Stahlbeton ist rund 35 Meter hoch und wurde etwa zehn Meter südlich des Kirchenbaus errichtet. Er ist baulich mit dem anschließenden, auf unregelmäßigem Grundriss errichteten Gemeindehaus verbunden.

Ein niedriger Verbindungstrakt verbindet die Kirche mit dem Gemeindesaal, der zusammen mit dem Gemeindehaus und dem benachbarten evangelischen Familienzentrum „Der kleine Lukas“ an der Nordstraße ein funktionales Ensemble bildet. Die Kirche ist damit nicht nur liturgischer Ort, sondern auch Mittelpunkt für Gemeindeleben, Bildung und soziale Begegnung.

Autor*in: Redaktion baukunst-nrw
Text zuletzt geändert am 27.06.2025

Objektkommentare

Kategorien

Architektur Öffentliche Gebäude Sakralbauten