Dietkirchenweg 1-6, 50374 Erftstadt
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2020-2022
Lorber Paul Architekten GmbH Club L94 Landschaftsarchitekt*innen GmbH
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Objektanzahl: 2657
50374 Erftstadt
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Die im Jahr 2022 fertiggestellten Typenhäuser für Geflüchtete in Erftstadt-Liblar markieren einen Beitrag zur aktuellen Debatte um kostenreduzierten seriellen Wohnungsbau.
Bauherrin des Wohnungsbaus ist die Stadt Erftstadt, die das Projekt mit insgesamt 36 Wohneinheiten auf einem räumlich exponierten Grundstück zwischen einem Friedhof im Nordosten, einem angrenzenden Einkaufsmarkt im Westen und einer Wiesenfläche im Süden realisierte. Die architektonische Umsetzung verantworteten die Planerinnen von Lorber Paul Architekten, die Freiraumgestaltung wurde durch club L94 Landschaftsarchitektinnen entwickelt.
Das Ensemble der drei gleichförmigen Typenhäuser interpretiert gängige Systeme der räumlichen Verdichtung im öffentlichen Wohnungsbau bei gleichzeitiger Freiraummaximierung neu. Anstelle eines großen Baukörpers ermöglichen drei zueinander versetzte Volumen vielfältige Zwischenräume, Durchlässigkeiten und Blickbeziehungen. Entwurfsbestimmend ist die Entscheidung für drei kompakte, fünfeckig polygonale Baukörper, deren Geometrie den Vorteil einer zweiseitigen Ausrichtung jeder Wohnung gewährleistet und damit eine verbesserte Belichtung sowie Querlüftung ermöglicht. Gleichzeitig erzeugt die polygonale Grundfigur eine hohe städtebauliche Flexibilität, da die gleichförmigen Baukörper mit wechselnden Ansichten positioniert werden können. Die gezielte Rotation der fünfeckigen Volumen verstärkt zudem die außenräumlichen Bezüge und erzeugt kommunikative Platzsituationen vor den Eingangsbereichen.
Die durch Oberlichter belichtete Erschließung sowie die Sanitärbereiche der Wohneinheiten sind als Kern mittig im Baukörper angeordnet. Alle Wohn- und Schlafräume können auf diese Weise fassadenseitig orientiert werden und verfügen über einen Balkon. Die in unterschiedlichen Grüntönen gestaltete Fassade erzeugt durch variierende Fensterformate und unregelmäßig angeordnete Putzflächen eine differenzierte Erscheinung.
Die erhöhte Qualität im Verhältnis zur Bauaufgabe des geförderten Wohnungsbaus resultiert daraus, dass die Anlage nicht ausschließlich als temporäre Sonderlösung für Geflüchtete konzipiert ist, sondern als typologisch übertragbares System, das perspektivisch auch in den allgemeinen Mietwohnungsmarkt überführt werden kann.
Die Typenhäuser für Geflüchtete in Erftstadt sind ein Beleg dafür, dass serielle Strategien im geförderten Wohnungsbau nicht zwangsläufig in Uniformität und Monotonie münden müssen, sondern durch gezielte planerische Entscheidungen erhöhte Innen- und Außenraumqualitäten hervorbringen können.
Auszeichnungen:
Auszeichnung Vorbildlicher Bauten in Nordrhein-Westfalen 2025 (Land NRW/Architektenkammer NRW)
Autor*in: Redaktion baukunst-nrw
Text zuletzt geändert am 12.01.2026
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Kategorien:
Architektur » Wohnbauten » Mehrfamilienhäuser/Wohnsiedlungen