Schalendach St. Antony-Hütte Oberhausen

Antoniestraße 32-34, 46119 Oberhausen

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ausgezeichnetes Objekt

2008-2010

Gegenwart

SchülkeWiesmann Ingenieurbüro
(Tragwerkplanung)
AFS Ahlbrecht - Felix - Scheidt Generalplaner GmbH
(Entwurf, Objektplanung)

Landschaftsverband Rheinland

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Objekte gesamt: 2010

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Schalendach St. Antony-Hütte Oberhausen

Die archäologische Ausgrabungsstätte der St. Antony Hütte in Oberhausen wurde zum Schutz vor Witterungseinflüssen mit einem selbsttragenden Schalendach aus verzinktem Stahlblech überdacht. Die St. Antony Eisenhütte produzierte im 18. und 19. Jahrhundert Gusseisen von herausragender Qualität. Dieser innovative Geist im Umgang mit Metall war Grundlage für die Materialwahl der neuen Dachkonstruktion Dachkonstruktion (für die die Entwurfsverfasser einen im Rahmen der Kulturhauptstadt 2010 ausgelobten Wettbewerb gewonnen hatten). Gleichzeitig erinnert die minimalistische Schalenform des Daches an temporären Wetterschutz aus Zelttuch, das über archäologischen Fundstätten befestigt wird und das sich durch Windsog nach oben wölbt. Neben der Schutzfunktion bildet die 73 Tonnen schwere Überdachung eine auffällige Landmarke. Die Schalenkonstruktion zeigt den Stand der Technik mit dem Werkstoff Stahl, welcher am Ausgrabungsort vor mehr als 250 Jahren erstmalig im Ruhrgebiet erzeugt wurde.
Die ca. 1000 m² große Dachschale liegt frei über der Ausgrabung und schützt die archäologischen Funde, die über einen Museumssteg erfahrbar gemacht werden. Die Böschungen der Ausgrabungsstätte bleiben als „Wunde“ in der Landschaft in ihrem rohen unbegrünten Zustand erhalten.
Das Schalendach besteht aus verzinktem Stahl und ruht auf vier Fußpunkten, die ein Rechteck von etwa 17,5 Meter x 41,5 Meter Größe beschreiben. Die vier Stahlbetonwiderlager sind über Bohrpfähle bis zu einer Tiefe von ca. 14 Meter gegründet.
Die Schalenkonstruktion besteht aus 323 Blechtafeln von fünf Millimeter Dicke, die sich schindelartig überlappen. Die gelaserten Blechtafeln sind zur Versteifung an jeweils einer Längs- und Querseite um etwa 15 Zentimeter auf- bzw. abgekantet. Entlang der Blechtafelränder und im Bereich der Überlappungen der Kantungen sind die Tafeln miteinander verschraubt.
Aufgrund ihrer doppelt gekrümmten Form und der abgekanteten Versteifungen ist die Schale aus 323 Schindeln selbsttragend und kommt ohne eine Schweißnaht aus. Durch die Anordnung einer Aufkantungs - Rippenschar auf der Schalenoberseite und der orthogonal verlaufenden anderen auf der Schalenunterseite entfallen aufwändige Rippenkreuzungen.
Die vier Fußpunkte sind auf circa 14 Meter langen Bohrpfählen gegründet. Die Montage der nummerierten Schindeln erfolgte in zwei Teilen neben der Ausgrabung auf einem Leergerüst. Die Teile wurden mittels eines Mobilkrans über die Ausgrabung gehoben, provisorisch versteift und nach der Montage beider Teile miteinander verschraubt.
Der die Ausgrabung durchschneidende Elpenbach wurde als offener Trog in die museale Präsentation mit einbezogen. Darüber befindet sich eine Steganlage, über die die erste industriearchäologische Grabung Deutschlands erschlossen wird und die Besucher die Geschichte und die Entwicklung der St. Antony-Hütte nachvollziehen können.
Das umgebende Gelände wurde als Reminiszenz an die frühere Nutzung flächig mit aus Stahlwerksschlacke hergestelltem Schotter ausgeführt.

Siehe auch St. Antony-Hütte in Oberhausen

Auszeichnungen:
Stahl-Innovationspreis 2015 (Stahl-Informations-Zentrum), Kategorie "Stahl im Bauwesen", 2. Preis
Heinze ArchitektenAWARD 2011 "Einzigartiger Nichtwohnbau" (Heinze GmbH), Kategorie „Innovation und Design“, Preisträger
Preis des Deutschen Stahlbaus 2012 (bauforumstahl, DSTV), Auszeichnung
Auszeichnung guter Bauten 2014 (BDA Rechter Niederrhein), Auszeichnung
Deutscher Verzinkerpreis für Architektur und Metallgestaltung 2011 (Industrieverband Feuerverzinken e.V.), 3. Preis

Autor: Architekturbüro Ahlbrecht / Schülke Wiesmann Ingenieure / Redaktion baukunst-nrw

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