Kirche Hl. Johannes XXIII. in Köln-Sülz

links die Kirche, rechts das Erzbischöfliche Berufskolleg

Ansicht von Südosten

frontaler Blick auf eine Seitenwand der Kirche

Kirche Hl. Johannes XXIII.

Berrenrather Str. 127, 50937 Köln

Legende für Merkmale

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IconObjekt ist als Kulturdenkmal auf der Liste der UNESCO-Weltkulturerbe verzeichnet

IconObjekt wurde umgebaut, saniert oder erweitert

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denkmalgeschütztes Objekt

1968/1969

1950er-70er Jahre

Heinz Buchmann
Josef Rikus

Katholische Hochschulgemeinde (KHG) Köln

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Objekte gesamt: 2010

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Kirche Hl. Johannes XXIII.

Nahe des Geländes der Kölner Universität In Köln-Sülz befindet sich die Kirche der katholischen Hochschulgemeinde. Geweiht ist sie dem 2014 durch Papst Franziskus heiliggesprochenen früheren Papst Johannes XXIII. Das Gebäude zählt aufgrund seiner ungewöhnlichen, skulpturalen Architektur zu den bedeutenden modernen Sakralbauten Kölns und steht unter Denkmalschutz.

Entstanden ist die Kirche in den Jahren 1968 bis 1969 nach Plänen und Entwürfen des Bildhauers Josef Rikus und des Architekten Heinz Buchmann. Über die Urheberschaft entwickelte sich noch nach der Fertigstellung des Gebäudes eine Auseinandersetzung, jedoch kann die Konzeption des Gesamtentwurfs Rikus zugesprochen werden, während Buchmann vornehmlich für die architektonische Verwirklichung des Entwurfs verantwortlich war.

Mit seiner brutalistischen Architektur entspricht die Kirche dem Stil der nahen Universitätsbauten der 1960er und 1970er Jahre und stellt so eine Verbindung zu diesen her. In direkter Nachbarschaft befindet sich südlich der Kirche mit dem Erzbischöflichen Berufskolleg aber auch ein ganz moderner Bau des Kölner Architekturbüros 3pass Architekten. Dieses führte im Jahr 2016  zudem eine Sanierung des Kirchengebäudes durch, bei der insbesondere die Außenhaut restauriert wurde.

Sowohl von außen als auch von Innen wird die markante Architektur der Kirche durch plastisch zusammengefügte geometrische Betonelemente bestimmt. Dabei ist keine Symmetrie oder Regelmäßigkeit erkennbar und die Formen werden immer wieder variiert. Im Grundriss ist der Bau annähernd rechteckig angelegt und wird durch eine expressiv mit Betonriegeln gestaltete Dachzone abgeschlossen, die zur Mitte hin ansteigt. Ein Glockenturm fehlt, wird jedoch im Nordwesten durch eine hoch aufragende Betonform zumindest optisch angedeutet.

Ein zentrales Motiv für die Gestaltung der Kirche ist das des Baums oder der Wurzel Jesse. Dieser Baum hat seine Wurzeln als vierteiliger Betonpfeiler-Stamm in der Unterkirche, wächst von dort aus weiter empor durch den Boden des eigentlichen Kirchenraums und breitet dort seine „Äste“ zur Decke aus. Dabei werden an der Stelle des Durchbruchs zwischen den Geschossen Glasbausteine eingesetzt, die einen Flusslauf symbolisieren sollen. Die vier mächtigen „Baumstämme“ im Innenraum sind aber zugleich konstruktives und strukturierendes Element. Vor diesen wurde zudem der Altar platziert, während sich der Tabernakel inmitten der Pfeiler befindet. Entworfen wurde die Ausstattung ebenfalls von Rikus, der für diese, in Anlehnung an die Architektur, blockförmige Holzstücke zusammengesetzt hat. Auch die Kirchenfenster, die von Will Thonett stammen, weisen abstrakte Formen auf.

Im Zusammenhang mit der skulpturalen Ausprägung des Kirchengebäudes, in der die Möglichkeiten des Baumaterials Beton besonders ausgenutzt werden, lassen sich Verbindungen zu den Arbeiten von Le Corbusier herstellen. Darüber hinaus können auch Parallelen zum Schaffen Gottfried Böhms gezogen werden. Dieser  hatte nur kurz zuvor mit der Neuen Wallfahrtskirche St. Maria in Velbert-Neviges einen der bedeutenden Kirchenbauten der Moderne geschaffen, welcher sich ebenfalls durch eine plastisch geformte Betonarchitektur auszeichnet.

Autor: Redaktion baukunst-nrw

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Kategorien:
Architektur » Öffentliche Gebäude » Sakralbauten

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