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Haus Feubel

Vorderansicht Haus Feubel
Gartenansicht Haus Feubel

Vorderansicht Haus Feubel
Gartenansicht Haus Feubel
Standort
Uerdinger Straße 487
47800 Krefeld
  • Denkmalschutz Denkmalgeschützt
Baujahr:
1928
Epoche(n):
Moderne
Urheber*in:
Josef Stumm (Architekt)
Ernst Schäfer (Architekt)
Bauherr*in:

Die 1928 entstandene, kubische Villa des Verseidag-Chemikers Albert Feubel gilt als erstes Haus des Neuen Bauens in Krefeld. Ein flaches Dach deckt die asymmetrisch gegeneinander versetzten, in Höhe und Tiefe gestaffelten Kuben des Baukörpers. Fensterstürze aus Eisenbeton setzen sich als grafische Akzente hell vom dunklen Klinker ab. Das Haus mit dem aus der Achse gerückten Eingang präsentiert sich von der Straße her eher verschlossen. Insbesondere die Ansicht von Osten wirkt durch hoch aufstrebende Wandflächen mit wenigen, meist kleinen, teils nur schießschartenähnlichen Fenstereinschnitten und Lichtschlitzen fast abweisend. Im Westen und Süden hingegen werden die unregelmäßig auf der Fassade verteilten Fensterflächen zahlreicher. Die Baukuben sind zum Garten hin so gestaffelt, dass sich in der Negativform Raum für eine überdachte Terrasse bildet. Diese wird vom Wohn- und Essbereich mit seinen breiten Fensterbändern eingefasst.

Ein modernes Detail hatte es den Entwerfern besonders angetan: das übereck gestellte Fenster. An allen Hausecken findet sich mindestens eines, lediglich die Südostecke des Hauses kommt ganz ohne Fensteröffnung aus. Die Eckfenster können als Reflex des Gerrit-Rietveld-Haus (1924) in Utrecht gedeutet werden: Dort ergibt sich ein fließender Übergang von Innen- und Außenraum, indem die Begrenzung der geometrischen Kubatur durch stützenfreie Fenster aufgelöst wird und die Gebäudeecke bei geöffnetem Fenster praktisch entfällt. Ganz so weit sind Schäfer und Stumm nicht gegangen; ihre Fenster hatten feststehende Eckpfosten, dafür aber vertikal um die eigene Achse schwenkbare Flügel. Ein Schönheitsfehler hat sich allerdings eingeschlichen: Wie die Baupläne im Besitz der heutigen Eigentümer zeigen, sollte die weit auskragende, rund geplante Terrassenüberdachung zunächst vollkommen stützenfrei ausgeführt und nur von einem Metallgeländer begrenzt werden. So hätte sich ein freier Blick aus den Wohnräumen in die damals noch offene Landschaft geboten. Das ambitionierte Unterfangen hat sich offenbar als statisch unmöglich erwiesen. Nach einem Planwechsel stützen nun gemauerte Pfeiler die Deckplatte an zwei Seiten etwa in der Mitte ab. In diesem Zusammenhang wurde auch die tympanonartige Mauerbrüstung ergänzt.

Autor*in: Birgit Gropp
Text zuletzt geändert am 05.10.2020

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Architektur Wohnbauten Ein-/Zweifamilienhäuser