59755 Arnsberg
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Ausgezeichnet
- Baujahr:
- 2016
- Epoche(n):
- Gegenwart
- Urheber*in:
- Bauherr*in:
- Internet:
- keggenhoff.de/de/projekte/chri
Das neue Gemeindehaus der evangelischen Christuskirche in Arnsberg-Neheim entstand als Ergebnis eines Wettbewerbs auf Grundlage der Entwürfe der Planungsbüros Keggenhoff + Partner in Zusammenarbeit mit ad + d Architekten. Der Neubau ergänzt die denkmalgeschützte Christuskirche sowie das benachbarte historische Pfarrhaus um zeitgemäße Gemeinde- und Serviceräume und komplettiert die zuvor räumlich voneinander getrennten Gebäude als zusammenhängendes Ensemble mit gemeinsamer Erschließung.
Die im Jahr 1862 eingeweihte evangelische Christuskirche ist die älteste Kirche Neheims. Der neugotische, dreischiffige Bruchsteinbau entstand als Reaktion auf das durch die Industrialisierung bedingte Wachstum der evangelischen Gemeinde. Der schmalrechteckige Neubau des Gemeindehauses ist parallel zum Kirchenschiff angeordnet und bildet den abschließenden Süd-Ost-Teil des Grundstücks. Eine differenzierte Höhenstaffelung vermittelt zwischen dem von der Straße zurückgesetzten Kirchenbau und der umgebenden kleinstädtischen Bebauung.
Der eingeschossige Neubau mit kubistischer Formensprache ordnet sich der Kirche unter, definiert jedoch eine eigenständige Raumkante mit einem vorgelagerten Parkplatz. Zwischen Kirche, Pfarrhaus und Gemeindehaus entsteht ein räumlich gefasster Kirchplatz, der als öffentlicher Übergangsraum zwischen dem Ensemble und dem gegenüberliegenden Gransauplatz vermittelt. Das angedeutete Vordach überspannt einen Teil des Außenraums und markiert den geschützten Zugang zum Gemeindehaus und den neu geschaffenen Nebeneingang der Kirche.
Die Gliederung und Höhenentwicklung des Baukörpers leiten sich unmittelbar aus seiner inneren Organisation ab. Das langgestreckte Volumen ist in Servicebereich, Verbindungszone und Gemeinderäume gegliedert und folgt der strukturellen Längsordnung des benachbarten Kirchenraums. Als neue Mitte dient ein quer zum Kirchenschiff angelegtes Foyer, das kirchenseitig unmittelbar an den Altarraum anschließt. Der überdachte Eingang bildet den zentralen Zugang zu Kirche und Gemeindehaus, gewährleistet die barrierefreie Erschließung des Ensembles und verknüpft die unterschiedlichen Nutzungsbereiche miteinander.
Die Gemeinderäume sind dem Foyer zugeordnet und können durch mobile Trennwände je nach Nutzung einzeln bespielt oder zu größeren Raumfolgen zusammengeschaltet werden. Dadurch lassen sich sowohl kleinere Gruppenangebote als auch umfangreichere Gemeindeveranstaltungen innerhalb einer klar gegliederten Grundstruktur organisieren. Architektonisch setzt sich der Neubau durch seine zeitgenössische Gestaltung bewusst vom historischen Kirchenbau ab. Die niedrige Höhenentwicklung, die ruhigen Proportionen sowie die zurückhaltende, aber hochwertige Materialität gewährleisten zugleich eine Einbindung in den kleinstädtischen Kontext.
Der Kontrast zwischen dem massiven neugotischen Kirchenbau und dem horizontal entwickelten Gemeindehaus betont die Eigenständigkeit beider Gebäude, während der gemeinsame Kirchplatz, das verbindende Vordach und die innere Wegeführung deren funktionale und räumliche Zusammengehörigkeit herstellen.
Auszeichnungen:
- Auszeichnung Vorbildlicher Bauten in Nordrhein-Westfalen 2020 (Land NRW/Architektenkammer NRW)
Autor*in: Redaktion baukunst-nrw
Text zuletzt geändert am 07.08.2026
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