45127 Essen
- Baujahr:
- 2014
- Epoche(n):
- Gegenwart
- Urheber*in:
- Bauherr*in:
Der Neubau des Hörsaalzentrums R14 auf dem Campus Essen der Universität Duisburg-Essen entstand aus dem Bedarf nach zusätzlichen, zeitgemäßen Hörsaalplätzen und dem Ziel, den Campus stärker mit der Innenstadt zu verknüpfen.
Die Antwort auf die unterschiedlichen Rahmenbedingungen bildet ein eigenständiger, skulptural wirkender Solitär. Der Baukörper behauptet seine Präsenz durch die geschlossenen Außenwände der Hörsäle und öffnet sich zugleich über großzügige Fassadenbereiche im Norden und Süden zur inneren Erschließung. Mit seiner markanten Form bildet das Gebäude einen städtebaulichen Auftakt am östlichen Ende des neu entwickelten Universitätsviertels.
Das polygonale Gebäude ist durch seine dunklen Ziegelfassaden geprägt. Große, unregelmäßig angeordnete quadratische Fenster durchbrechen die geschlossenen Wandflächen und sorgen für eine natürliche Belichtung der Innenräume. Die hohen weißen Eingangsportale an der Nord- und Südseite verleihen dem Bau eine verbindende Geste und stärken seine Funktion als Übergang zwischen Campus und Stadt.
Im Zentrum des Gebäudes liegt ein großzügiges, lichtdurchflutetes Foyer. Frei angeordnete Treppen verbinden die vier Erschließungsebenen miteinander und schaffen einen offenen Raum für Bewegung und Begegnung. Von hier aus werden die beiden unterschiedlich dimensionierten Hörsäle erschlossen, die in gegenüberliegenden Gebäudeteilen angeordnet sind.
Der kleinere Hörsaal mit 150 Plätzen befindet sich auf der Ostseite und schwebt mit den angrenzenden Nebenräumen über dem Bodenniveau. Der große Hörsaal mit 1.100 Plätzen liegt auf der Westseite und ist etwa acht Meter tief in das Erdreich eingegraben. Die unterschiedliche Einbindung der beiden Säle prägt wesentlich die räumliche Organisation des Gebäudes.
Im Inneren bestimmen Sichtbetonflächen die Atmosphäre. Im Foyer ergänzt ein dunkler Gussasphalt die Böden und Treppenstufen. Weiße Boxen kennzeichnen die Schallschleusen zu den Hörsälen, deren Innenräume durch changierende Grau- und Rottöne geprägt sind.
Durch seine markante Geometrie und die Öffnung zum Campus wirkt das Hörsaalzentrum R14 wie ein neues Tor zur Stadt. Die umgebenden Freiflächen werden nicht nur als Aufenthaltsbereiche genutzt, sondern auch von Kindern und Skatern bespielt. In der Dämmerung verstärkt die Beleuchtung des Gebäudes die Wahrnehmung des Innenraums und lässt den Baukörper als leuchtenden Mittelpunkt des Campus erscheinen.
Autor*in: Redaktion baukunst-nrw
Text zuletzt geändert am 16.07.2026
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