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St. Marien in Neuss

St. Marien in Neuss von Süden
Turm und Südfassade
Turmansicht von Westen
Westfassade
Nordfassade
Kircheninnenraum mit Blick nach Osten
Kircheninnenraum
Blick zum Chor mit großformatigem Wandgemälde über der Chorarkade
Altarbereich und Chorarkade
Altar und Chor
Fresko über der Chorarkade
Kirchenraum mit Glasfenstern
Innenraum mit Blick nach Westen
Deckengewölbe Untersicht
Kapelle mit Marienstatue
Taufstein
Blaues Glasfenster

St. Marien in Neuss von Süden
Turm und Südfassade
Turmansicht von Westen
Westfassade
Nordfassade
Kircheninnenraum mit Blick nach Osten
Kircheninnenraum
Blick zum Chor mit großformatigem Wandgemälde über der Chorarkade
Altarbereich und Chorarkade
Altar und Chor
Fresko über der Chorarkade
Kirchenraum mit Glasfenstern
Innenraum mit Blick nach Westen
Deckengewölbe Untersicht
Kapelle mit Marienstatue
Taufstein
Blaues Glasfenster
Standort
Marienkirchpl. 30
41460 Neuss
  • Denkmalschutz Denkmalgeschützt
Baujahr:
1902 / 1950 (Wiederaufbau)
Epoche(n):
Historismus
Urheber*in:
Willy Weyres (Wiederaufbau 1950)
Bauherr*in:

Die katholische Kirche St. Marien zählt zu den bedeutenden Sakralbauten in Neuss. Entstanden ist die Gemeinde Ende des 19. Jahrhunderts, als die historische Mutterpfarrei St. Quirin aufgrund des Bevölkerungswachstums nicht mehr ausreichend Platz für die Gläubigen bot. Nach einer Übergangszeit in einer provisorischen Holzkirche wurde im Jahr 1900 der Grundstein für den heutigen Kirchenbau gelegt. Bereits 1902 konnte die neue Kirche durch Erzbischof Hubertus Simar geweiht werden.

Der Entwurf stammt vom Architekten Julius Busch, der sich bewusst für eine neugotische Formensprache entschied. Damit setzte er einen deutlichen architektonischen Kontrast zur romanischen Basilika St. Quirin. Charakteristisch für den Bau sind die vertikal ausgerichteten Fassaden, spitzbogige Fenster- und Portalöffnungen sowie die klare Gliederung der Außenwände. Der knapp 80 Meter hohe Turm entwickelte sich rasch zu einem weithin sichtbaren Wahrzeichen des Stadtteils. Der großzügig dimensionierte Innenraum war ursprünglich für rund 3.000 Besucher ausgelegt und spiegelte die Bedeutung der wachsenden Gemeinde wider.

Zur architektonischen Wirkung des Kirchenraums tragen insbesondere die farbigen Glasfenster bei. Sie stammen von den Werkstätten Benner sowie später von Weigmann und Wachter und prägen bis heute die Lichtstimmung im Inneren. Ergänzt wurde das Ensemble in den ersten Jahren des 20. Jahrhunderts durch das Marienborn-Denkmal sowie das benachbarte Marienhaus, das als Pfarrheim diente.

Bereits in den 1930er Jahren erfolgten erste größere Veränderungen. 1936 wurden der Altarbereich und die Krypta umgestaltet, um die Sichtverhältnisse während der Gottesdienste zu verbessern. Noch tiefgreifender wirkten sich jedoch die Zerstörungen des Zweiten Weltkriegs aus. Bombentreffer beschädigten das Kircheninnere erheblich, und 1944 stürzte nach einem Brandbombentreffer der Turm ein.

Der Wiederaufbau zwischen 1947 und 1950 erfolgte unter der Leitung des Dombaumeisters Willy Weyres. Dabei wurde die Kirche nicht als exakte Rekonstruktion wiederhergestellt, sondern in vereinfachter Form neu gestaltet. Das veränderte Dach, der neu ausgeführte Turm sowie die stärkere Betonung des zentralen Altarbereichs verliehen dem Bau ein teilweise basilikaartiges Erscheinungsbild. Die Nachkriegsmaßnahmen prägen damit bis heute das architektonische Gesamtbild der Kirche.

In den folgenden Jahrzehnten wurde St. Marien mehrfach modernisiert. In den 1970er Jahren entstand ein neues Marienhaus mit sozialpädagogischer Schule. Zudem erhielt der Innenraum einen neuen Anstrich, und weitere Glasfenster wurden eingebaut. 1981 folgte eine erneute Umgestaltung des Altarbereichs sowie eine Erweiterung des Glockenturms.

Mit der Eingliederung der Gemeinde St. Barbara im Jahr 2004 wurde St. Marien zur größten katholischen Pfarrei von Neuss. Heute erfüllt die Kirche neben ihrer Funktion als Gotteshaus auch eine wichtige Rolle als kultureller Veranstaltungsort. Konzerte, Gemeindeveranstaltungen und diözesane Feiern nutzen regelmäßig den großzügigen Kirchenraum. Einen besonderen Beitrag zum musikalischen Profil leistet die Klais-Orgel, die 1955 erbaut und in den Jahren 2007 bis 2008 erweitert wurde.

Autor*in: Redaktion baukunst-nrw
Text zuletzt geändert am 08.06.2026

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Architektur Öffentliche Gebäude Sakralbauten