45309 Essen
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Ausgezeichnet
- Baujahr:
- 2006
- Epoche(n):
- Gegenwart
- Urheber*in:
- Bauherr*in:
Das an der nördlichen Zufahrt des Zechengeländes Zollverein in Essen positionierte Gebäude besteht aus der Großform eines 34 Meter hohen hellen Sichtbetonwürfels. Dabei bricht die freie und unregelmäßige Anordnung unterschiedlich großer Fensteröffnungen die Geschlossenheit des Würfels auf und nimmt dem Baukörper so die Massigkeit.
Die Wände erscheinen leicht und durchlässig, der Kubus dadurch trotz seiner Ausmaße weniger monumental.
Die innere Aufteilung des Gebäudes ist von außen nicht ablesbar und ermöglicht eine flexible Anordnung der Räumlichkeiten. Über dem Erdgeschoss mit Foyer, Cafeteria und einem Vortragssaal befinden sich auf den weiteren Ebenen die Büro- und Seminarräume, Ateliers und Werkstätten.
Insgesamt ist die innere Gliederung durch eine großzügige Raumatmosphäre geprägt.
Hervorzuheben ist die „aktive Wärmedämmung“ der homogenen einschichtigen Stahlbetonfassade, bei der in einbetonierten Schläuchen bislang ungenutztes warmes Grubenwasser aus dem Zechengelände durch die 30 cm dicke Sichtbetonschale zirkuliert.
Seit Januar 2010 wird der Zollverein-Kubus für repräsentative Zwecke, Vorträge und Theorie-Unterricht von der Folkwang Universität der Künste für den Bereich Gestaltung genutzt.
Mehr über den Industrie- und Kulturstandort Zollverein
Auszeichnungen:
- Architekturpreis der Stadt Essen 2010 (Stadt Essen), Preisträger
- Auszeichnung guter Bauten 2006 (BDA Essen), Auszeichnung
- Nike für die beste städtebauliche Symbolik 2010 (BDA)
- Architekturpreis NRW 2007 (BDA NRW), Auszeichnung
Autor*in: Redaktion baukunst-nrw
Text zuletzt geändert am 03.04.2007
Kann die Kritik nicht nachvollziehen. Ein interessantes Gebäude, dass Architekturinteressierte anzieht. Schlicht mit etwas Kurmel; viel Beton und Licht. Das Ruhrgebiet kann solche Highlights gut vertragen.
Nach Beobachtung von 5 Jahren treten zu den funktionalen und gestalterischen Mängeln (siehe Kommentar von 2009) noch konstruktive Mängel hinzu: Der Sichtbeton der Fassade "altert nicht mit Anstand", er wird immer unansehnlicher und die Rostnasen infolge der zugeringen Betonüberdeckung werden zusehends mehr. Spätestens in 2 Jahren wird eine Sanierung der Sichtbetonflächen für viel Geld erforderlich werden, weil die Aussenwand statisch geschwächt wird durch die freiliegenden durchgerosteten Bewehrungsstähle.
Ich finde den Gegensatz zwischen dem strengen Kubus und der freien Verteilung der Fensterflächen ganz reizvoll. Sicherlich war es ein Aufgabe des Architekten, in dieser Situation Raumkonzepte zu finden, die eine Nutzung ermöglichen. Ob dies gelungen ist, kann man von aussen leider nicht beurteilen.
Dies ist eines der Beispiele für die überhöhte krankhafte Selbstdarstellung eines internationalen Architekten, der keine Rücksicht auf das Ensemble genommen hat und der Stadt Essen einen funktionsuntüchtigen "Architekturflopp" angedreht hat. Keiner kann ihn sinnvoll nutzen; keiner will´s gewesen sein- ein Millionengrab auf Kosten der Bürger.
Bei diesem Objekt fehlt mir offensichtlich das künstlerische Verständnis. Von Außen wirkt - durch die unterschiedlich großen und positionierten Fenster, oder sollte man eher sagen "Löcher" - alles ziemlich krumm und schief. Von aussen betrachtet, scheint es innen keine Räumlichkeiten zu geben.