Katernberger Str. 188, 42115 Wuppertal
1966-1967
Detailsuche mit weiteren Suchkriterien
Objektanzahl: 2677
42115 Wuppertal
Entfernung: 0.87 km
42115 Wuppertal
Entfernung: 0.92 km
42115 Wuppertal
Entfernung: 0.98 km
42115 Wuppertal
Entfernung: 1.31 km
42115 Wuppertal
Das Wohnhaus Dietzsch in der Katernberger Straße in Wuppertal wurde 1967 von Karl-Lothar Dietzsch als Mehrfamilienhaus für seine Eltern realisiert. Der Bau entstand als Ersatz für ein abgebrochenes Einfamilienhaus, das einem Bundesstraßenprojekt weichen musste. Dietzschs Entwurf zielte darauf ab, trotz der verdichteten Bauweise individuelles Wohnen zu ermöglichen. Das Ergebnis ist ein Gebäude, das durch seine funktionale Gliederung und klare geometrische Formensprache die Prinzipien der Nachkriegsmoderne verkörpert.
Karl-Lothar Dietzsch (1931–1989) studierte Architektur an der Technischen Hochschule Aachen und trat nach seinem Diplom 1959 in das Büro von Oswald Mathias Ungers in Köln ein, wo er maßgeblich am Aufbau und später als Büroleiter an der Entwicklung des Büros mitwirkte. Dietzsch war rund 30 Jahre lang eng mit Ungers verbunden und prägte gemeinsam mit ihm zahlreiche Projekte der deutschen Nachkriegsarchitektur. Diese Zusammenarbeit mit Ungers prägte Dietzschs Verständnis für präzise Proportionen und eine reduzierte, funktionale Gestaltung. Ab 1969 war er neben seiner Tätigkeit im Büro Ungers auch als selbständiger Architekt in Köln tätig und realisierte unter seinem Namen u. a. Wohnbauten und Gebäude für die Evangelische Kirche im Rheinland, die sich durch eine sachliche, auf die Bedürfnisse der Nutzer ausgerichtete Architektur auszeichnen.
Das Wohnhaus in der Katernberger Straße basiert auf einem klaren Zonenkonzept. Der Baukörper gliedert sich in drei Bereiche: den bedienenden Bereich mit Küchen, Dielen, Treppenhäusern und Sanitärräumen, den Wohnbereich sowie die Schlaf- und Badezonen. Die zentrale Achse des bedienenden Bereichs ermöglicht eine flexible Anordnung der Wohnungen und lässt Raum für spätere Anpassungen, etwa bei Nutzungsänderungen oder Mieterwechsel. Der Haupteingang liegt in einer Querachse zu dieser Zone und verbindet Straße und Garten.
Das Gebäude umfasst vier Wohneinheiten, die auf die Bedürfnisse der jeweiligen Bewohner zugeschnitten sind. Die Erdgeschosswohnung für Dietzschs Eltern verfügt über einen eigenen Eingang und eine Raumhöhe von drei Metern. Im ersten Obergeschoss befindet sich eine Wohnung für ein Ehepaar mit Kind, die eine Loggia mit Pflanzkasten nach Südwesten bietet. Eine Familie mit kleinen Kindern erhielt eine Maisonette mit eigenem Treppenhaus und einem abgetrennten Gartenhof. Eine zusätzliche Ein-Zimmer-Wohnung ist in die Maisonette integriert, aber vom allgemeinen Treppenhaus zugänglich.
Architektonisch zeichnet sich das Wohnhaus durch eine reduzierte, funktionale Gestaltung aus, bei der die funktionalen Anforderungen mit einer klaren architektonischen Sprache verbunden werden. Durch die versetzten Volumina entsteht ein differenzierter Baukörper mit einem abwechslungsreichen Erscheinungsbild. Die weiß verputzten Fassaden, trauflosen Dachflächen und gezielt gesetzten Fensteröffnungen verleihen dem Bau eine klar strukturierte, zeitlose Erscheinung und Modernität.
Autor*in: Redaktion baukunst-nrw
Text zuletzt geändert am 16.03.2026
0 Kommentare / Kommentar verfassen
Kategorien:
Architektur » Wohnbauten » Ein-/Zweifamilienhäuser