Erlöserkirche in Münster

Straßenansicht

Erlöserkirche

Friedrichstr. 10, 48145 Münster

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IconObjekt wurde umgebaut, saniert oder erweitert

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denkmalgeschütztes Objekt Dieses Objekt wurde umgebaut, saniert oder erweitert.

1949-1950

1950er-70er Jahre

Architekt Otto Bartning

- keine Angabe -

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Objekte gesamt: 2010

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Erlöserkirche

Im Rahmen des von Otto Bartning initiierten Notkirchenprogramms entstand in den Jahren 1949 bis 1950 die Erlöserkirche, welche am östlichen, äußeren Rand der Promenade in Münster gelegen ist.

Zuvor befand sich an selber Stelle ein neugotischer Kirchenbau, der jedoch während eines Bombenangriffs im Jahr 1943 vollständig zerstört wurde. Da neben dem Vorgänger der Erlöserkirche fast alle evangelischen Kirchen in Münster während des Kriegs schwer beschädigt wurden, musste der Wiederaufbau schnell erfolgen. Denn obwohl in der kriegszerstörten Stadt kaum noch Räume für die Gemeindemitglieder existierten, wurden die Gottesdienste zahlreich besucht.

Hier konnte Bartnings Notkirchenprogramm Abhilfe schaffen. Bartning, der als renommierter protestantischer Architekt bereits vor dem Zweiten Weltkrieg wegweisende Sakralbauten der Moderne wie die Auferstehungskirche in Essen geschaffen hatte, entwickelte drei Notkirchen-Prototypen, die sich aus seriell gefertigten Bauteilen errichten ließen. Finanziert wurde das Programm durch das Hilfswerk der Evangelischen Kirche in Deutschland, welches seine Gelder aus amerikanischen Spenden bezog, die bereits während des Kriegs in den USA gesammelt wurden.

Als Grundgerüst für Bartnings Notkirchen diente ein vorproduziertes Tragwerk aus hölzernen Dreigelenkbindern, das den Gemeinden zur Verfügung gestellt wurde. Das Fundament sowie das Mauerwerk musste dagegen von den Gemeinden eigenständig aufgebaut werden. Dabei konnten die Verantwortlichen das zum Einsatz kommende Material selbst wählen. Neben Ziegel oder lokalen Gesteinsarten kam auch immer wieder Trümmermaterial zum Einsatz.

Nach Bartnings Entwurf wurde die Erlöserkirche auf den Fundamenten der zerstörten Vorgängerkirche unter der Leitung von Benteler & Wörmann errichtet. Im östlichen Teil der Kirche wurde der alte Turmstumpf in den Bau integriert, während das restliche Mauerwerk aus Backstein besteht. Es handelt sich um den Typ B von Bartnings drei Bautypen, der mit einem polygonalen Altarraum ausgeführt wurde. Die innere Aufteilung des Baus war für Notkirchen weniger geläufig, da die eigentliche Saalkirche durch niedrige, seitenschiffähnliche Anbauten einen basilikalen Eindruck erweckt. Beleuchtet wird der Raum durch ein Fensterband, welches den Raum einmal umläuft.

Obwohl Bartnings Notkirchen ursprünglich nur als Provisorien gedacht waren, sind viele der 43 realisierten Kirchen heute noch in Nutzung. So steht die Erlöserkirche, in der auch heute weiterhin Gottesdienste gefeiert werden, mittlerweile unter Denkmalschutz und zeugt so von Bartnings ehrgeizigem Kirchenbauprojekt.

Siehe auch: Luther-Notkirche Köln

Autor: Redaktion baukunst-nrw
Zuletzt geändert am 28.11.2019

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Kategorien:
Architektur » Öffentliche Gebäude » Sakralbauten

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