Atriumgebäude O. M. Ungers, Schrägluftbild aus Blickrichtung Nordosten

Museum Kunstpalast und Atriumgebäude O. M. Ungers, Schrägluftbild aus Blickrichtung Südwesten

Atriumgebäude O. M. Ungers, Höhenstaffelung der Gebäudeteile

Atriumgebäude O. M. Ungers, radiales Atrium mit überhöhtem Hauptgebäude

Atriumgebäude O. M. Ungers, hofseitige Außenperspektive

Atriumgebäude O. M. Ungers, hofseitige Außenperspektive mit Kunstwerk von Beat Zoderer

Rückseitige Fassade des umgestalteten Kunstpalastes, hofseitige Fassade des Atriumgebäudes

Atriumgebäude O. M. Ungers (ehem. E.ON-Hauptverwaltung)

Emilie-Preyer-Platz 1, 40479 Düsseldorf

1995-2001

Postmoderne

Architekt Prof. Oswald Mathias Ungers

VEBA AG (heute E.ON SE)

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Atriumgebäude O. M. Ungers (ehem. E.ON-Hauptverwaltung)

Oswald Mathias Ungers zählt zu den prägendsten deutschen Architekten und Architekturtheoretikern der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts. Sein bauliches und gestalterisches Werk ist von einer konsequenten Hinwendung zu archetypischen Ordnungselementen und Rastern gekennzeichnet.

Auf der Grundlage einer strengen geometrischen Formen- und Körpersprache – Quadrat, Kreis, Kubus und Kugel – entwickelte Ungers eine universelle Architektursprache, die die Gestalt eines Bauwerks aus verallgemeinerbaren typologischen Prinzipien ableiten sollte. In der Entwurfslogik des „Neuen Rationalismus“ basiert ein Bauwerk nach Ungers in erster Linie auf einem geometrisch begründeten System, das auf spezifische Typologien, Nutzungen und Raumanforderungen reagieren kann. Die Materialien und Oberflächen folgen seiner Entwurfslogik zufolge dem Ausdruck der geometrischen Figur und dienen nur zweitrangig als zusätzliche funktionale oder ornamentale Schicht.

Im Spätwerk Ungers äußern sich diese Prinzipien in zeitgemäßer Anpassung in mehreren großmaßstäblichen Bauwerken. Dazu zählt auch der zwischen 1995 und 2001 realisierte Neubau der Düsseldorfer Hauptverwaltung der E.ON SE (ehemals VEBA AG). Das Gebäude befindet sich im baukulturell spannenden Kontext des Ensembles aus der Gesamtanlage des Ehrenhofs, dem ebenfalls von Ungers erweiterten Museum Kunstpalast, dem NRW-Forum und der Tonhalle. Der zurückversetzte Verwaltungsbau vermittelt aufgrund seiner Kubatur und Ausrichtung zwischen Stadtraum und Ehrenhof.

Der radial gegliederte Baukörper des etwa 25 000 m² großen Verwaltungsgebäudes besteht aus einem zehngeschossigen Hochhaus (Turm), das über ein großzügiges, umlaufendes Atrium mit einem fünfgeschossigen Baukörper (Ring) verbunden ist. Die geometrische Ordnung der Gesamtanlage leitet sich von einer axial beschnittenen Kreisform ab, die den Radius der einzelnen Gebäudeteile vorgibt. Das großzügige Atrium wirkt wie ein eigenständiges Element, ohne die beiden Baukörper optisch voneinander zu trennen: Es zoniert und vermittelt zugleich.

Die einheitlich gerasterte Fassadenstruktur macht die tektonische Ordnung von außen ablesbar; die Natursteinverkleidung aus römischem Travertin unterstreicht die geometrische Gesamtfigur und korrespondiert zugleich mit der Fassade der Erweiterung des Museum Kunstpalast. Ungers’ Prinzip der Maß- und Proportionsdisziplin zeigt sich hier in der Wiederkehr weniger Grundmodule, die Tragwerk, Fassadenraster und innere Erschließung gliedern. Eine Besonderheit stellt die Detailausführung der integrierten Attika des Schrägdachs dar: Durch die radiale Gebäudeform und den Winkel des Schrägdachs weisen die großformatigen Fassadenelemente aus Travertin Krümmungen in mehreren Achsen auf, die werksseitig geschliffen wurden.

Im Kontext der umliegenden Bebauung gewinnt das Verwaltungsgebäude seine Präsenz durch Zurückhaltung und Strenge als präzise gesetzte, geometrisch begründete Großform. Seit 2021 ist die ehemalige Hauptverwaltung der E.ON SE der neue Amtssitz des Ministeriums für Umwelt, Naturschutz und Verkehr des Landes Nordrhein-Westfalen, nachdem der Konzern seinen Hauptsitz nach Essen-Rüttenscheid verlegt hatte.

Beat Zoderers Skulptur Halm erhebt sich als 14 Meter hohe Edelstahlkonstruktion im Hof des Gebäudes und wird mit ihrem filigranen Geflecht aus Linien und Streben zum Sinnbild der Balance zwischen Natur und Stadt, Stabilität und Vergänglichkeit.

Weitere Informationen zum künstlerischen Werk finden Sie auf der Seite Kunst und Bau in NRW.

Autor*in: Redaktion baukunst-nrw
Text zuletzt geändert am 07.11.2025

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Architektur » Gewerbebauten » Verwaltungs-/Bürogebäude

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