Jakobistraße 1, 46354 Südlohn
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1910-11 / 2022 (Anbau)
Architekt Franz Heinrich Jennen
(Ursprungsbau)
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46325 Borken
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58452 Witten
Die St.-Jakobus-Kirche im Ortsteil Oeding der Gemeinde Südlohn prägt mit ihrem markanten Backsteinturm das Ortsbild. Sie steht als römisch‑katholische Pfarrkirche im Zentrum des Gemeindelebens und ist Teil der heutigen Kirchengemeinde „St. Vitus und St. Jakobus“.
Die St.-Jakobus-Kirche entstand auf Grundlage einer älteren Missionsstation, die seit dem 17. Jahrhundert bestand und im Zuge der territorialen und kirchlichen Entwicklung im Hochstift Münster Bedeutung gewann. Die Kirchengemeinde Oeding wurde 1907 von einer Rektoratsgemeinde zur eigenständigen Pfarrei erhoben, unmittelbar bevor mit dem Bau des neuen Kirchengebäudes begonnen wurde. Die Grundsteinlegung erfolgte 1910, und bereits ein Jahr später – am 27. September 1911 – weihte Weihbischof Everhard Illigens den Neubau.
Architekt des Gebäudes war Heinrich Jennen, der hier einen späthistoristischen Bau mit neoromanischer Grundgestalt im regionalen Kontext des frühen 20. Jahrhunderts realisierte.
Das äußere Erscheinungsbild ist durch eine hell ausgefugte Ziegelfassade geprägt, die den monumentalen Charakter des Langhauses unterstreicht. Der an der Südseite des Baukörpers stehende Turm erreicht eine Höhe von 34,50 Metern und dient als weithin sichtbares städtebauliches Zeichen. An den Chor schließt sich eine Sakristei mit einem gotisch entlehnten Stufengiebel an. Der untere Abschnitt der Westfassade wird von einem flachen Portalvorbau geprägt. Über dem Haupteingang spannt sich ein Rundbogen, dessen Tympanon als Darstellung einer Himmelspforte gestaltet ist.
Das Erscheinungsbild des Kircheninneren wird maßgeblich durch die vom Jugendstil beeinflusste Ausmalung des Kunstmalers Heinrich Nüttgens geprägt, die in den darauffolgenden Jahrzehnten mehrfach verändert wurde. Heute präsentiert sich das Gebäude wieder in einer Farbgestaltung, die der ursprünglichen Bemalung nahekommt. Auch die Kirchenfenster wurden von Heinrich Nüttgens gestaltet.
Ein herausragendes Ausstattungsstück ist der 1915 geschaffene Hochaltar, dessen Medaillons auf stilistische Weise mit den Rundbogenfenstern des Haupteingangs korrespondieren. Zudem wurden zahlreiche Elemente aus der Ausstattung der Vorgängerkirche am sogenannten Burgring in den Neubau übernommen, darunter bedeutende barocke Kunstwerke wie eine reich verzierte Kanzel.
Die St.-Jakobus-Kirche gilt als regional wichtiges Beispiel für die kirchliche Baukunst des frühen 20. Jahrhunderts im Münsterland. Mit ihrer Backsteinarchitektur markiert sie einen Übergang zur expressiven Formensprache, wie sie im Bistum Münster zu jener Zeit erstmals erkennbar wird.
In den Jahren 2021/2022 wurde das Gebäude einer umfassenden Renovierung unterzogen und um ein Pfarrheim ergänzt. Dabei wurde der Gemeindesaal in den Kirchenraum integriert, was die funktionale Nutzung des Kirchenraums für die Gemeinde weiter stärkt.
Autor*in: Redaktion baukunst-nrw
Text zuletzt geändert am 19.01.2026
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Kategorien:
Architektur » Öffentliche Gebäude » Sakralbauten