Markt 1, 32423 Minden
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1260 / 1954 / 2025
Werner March
(Wiederaufbau 1954)
Architekten BKSP - Obermann, Ronczka, Stossun und Partner
(Umbau 2025)
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Objektanzahl: 2681
32423 Minden
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Das historische Rathaus der Stadt Minden zählt zu den bedeutenden Beispielen mittelalterlicher Rathausarchitektur in Westfalen. Der Bau wurde um 1260 begonnen und entstand als repräsentatives Zeichen bürgerlicher Selbstverwaltung am Marktplatz.
Architektonisch prägend ist der frühgotische Laubengang an der Nordseite. Die vierjochige Arkadenstruktur mit spitzbogigen Öffnungen, Mittelsäulen und Maßwerk verweist auf die Nähe zur sakralen Baukunst und insbesondere zur Architektur des Mindener Doms. Diese steinerne Bauweise hob sich deutlich von der damaligen Fachwerkbebauung ab und unterstrich den politischen Anspruch des Rates.
Im Laufe der Jahrhunderte wurde das Gebäude mehrfach überformt. Ein bedeutender Eingriff erfolgte im 17. Jahrhundert mit dem Einbau eines repräsentativen Rathaussaals im Stil der Renaissance. Die gravierendste Zäsur stellte jedoch die Zerstörung im Zweiten Weltkrieg dar: Bis auf den Laubengang ging die historische Substanz weitgehend verloren.
Der Wiederaufbau in den Jahren 1953/54 nach Plänen von Werner March verzichtete bewusst auf eine historisierende Rekonstruktion. Stattdessen entstand ein klar gegliederter Oberbau, der sich in Maßstab und Proportion auf den mittelalterlichen Bestand bezieht und diesen interpretiert, ohne ihn zu imitieren.
Das heutige Rathaus ist kein Einzelbau, sondern ein vielschichtiges Ensemble aus sechs miteinander verbundenen Gebäuden unterschiedlicher Epochen vom 13. Jahrhundert bis in die 1970er-Jahre.
Eine zentrale Rolle spielt das 1978 fertiggestellte Neue Rathaus des Architekten Harald Deilmann. Dieser vermittelt zwischen dem historischen Rathaus und dem Dom und definiert gemeinsam mit ihnen den Stadtraum des Kleinen Domhofs.
Bis 2025 wurde das Rathaus unter Federführung von BKSP Architekten umfassend umgebaut und modernisiert. Ziel war es, den Gebäudekomplex funktional, technisch und organisatorisch an die Anforderungen einer zeitgemäßen Verwaltung anzupassen.
Die Maßnahme umfasste rund 20.000 m² Nutzfläche und wurde in mehreren Bauabschnitten bei laufendem Betrieb realisiert.
Autor*in: Redaktion baukunst-nrw
Text zuletzt geändert am 23.04.2026
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Kategorien:
Architektur » Öffentliche Gebäude » Verwaltungsgebäude/Rathäuser