Ernst-Wilczok-Platz 1, 46236 Bottrop
Legende für Merkmale
Objekt hat Auszeichnung
Objekt ist denkmalgeschützt
Objekt ist als Kulturdenkmal auf der Liste der UNESCO-Weltkulturerbe verzeichnet
Objekt wurde umgebaut, saniert oder erweitert
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1877–1878 / 1913-1916 / 2016-2018 (Sanierung)
Ludwig Becker
(Erweiterung 1916)
PASD Architekten Feldmeier - Wrede
(Sanierung 2018)
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Objektanzahl: 2667
46236 Bottrop
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52499 Baesweiler
45899 Gelsenkirchen
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45883 Gelsenkirchen
Das Rathaus Bottrop ist seit 1912 ununterbrochen Sitz von Rat und Verwaltung und setzte mit seiner Errichtung ein deutliches städtebauliches Signal im Zuge der Stadtwerdung Bottrops.
Die Baugeschichte des Rathauses erstreckt sich über drei Jahrzehnte am Ende des 19. und zu Beginn des 20. Jahrhunderts. Die Anlage entstand in zwei wesentlichen Bauphasen:
1877–1878 wurde das ursprüngliche „Amtshaus“ an der Kirchhellener Straße errichtet, als erste repräsentative Verwaltungsadresse der aufstrebenden Gemeinde.
1913–1916 folgte eine umfassende Erweiterung und Umgestaltung durch den Essener Architekten Ludwig Becker. In diesem Zuge wurde das Amtshaus in den heute als historisches Rathaus verstandenen Komplex integriert, der als Ensemble im Stil der Neorenaissance ausgebildet ist. Charakteristisch für diesen Abschnitt ist der etwa 51 Meter hohe, dreistufige Uhrturm sowie die repräsentative Fassadengestaltung.
Das Gebäude steht heute als Baudenkmal unter Schutz und prägt den städtischen Charakter der Innenstadt unmittelbar am Ernst-Wilczok-Platz.
Das Rathaus präsentiert sich als mehrflügelige Anlage mit drei bis vier Geschossen über einem Souterrain. Die Baukörper formen einen Winkelbau, dessen Fassaden in massiver Ziegelbauweise mit dunkelrotem Klinker verkleidet sind, ein typisches Material der Region und Epoche.
Dominierendes Gestaltungselement ist der zum Ernst-Wilczok-Platz ausgerichtete Arkaden-Gang, über dem sich eine doppelte Galerie mit jeweils fünf Fensterachsen erhebt. Hinter dieser stark gegliederten Fassade liegt der repräsentative Ratssaal. Die äußere Erscheinung wird durch eine bewegte Dachlandschaft mit Schieferdeckung und die klassische Gliederung der Fassaden geprägt. Werksteinbesatz, Pilaster und Ornamente sowie figürliche Darstellungen, die Berufsgruppen symbolisieren, akzentuieren den Stil der Neorenaissance und verleihen dem Bau trotz seiner Größe eine fein ausgearbeitete Gestalt.
Auch im Inneren des Rathauses finden sich kunsthistorisch und handwerklich wertvolle Ausstattungsmerkmale. Im repräsentativen Haupttreppenhaus sind Buntglasfenster mit allegorischen Darstellungen angebracht. Die Eingangshalle besitzt eine dekorative Kassettendecke mit floralen Rosetten. Im Ratssaal ergänzt eichenholzvertäfelte Wandverkleidung zusammen mit historischen Gemälden zur Stadtgeschichte die Innenwirkung des Gebäudes.
Ein besonderes Detail ist die Figur der Heiligen Barbara, die im Foyer hinter dem Haupteingang aufgestellt ist und als Schutzpatronin der Bergleute auf die industrielle Tradition der Stadt verweist.
In den Jahren 2016 bis 2018 wurde das Rathaus einer umfassenden Generalsanierung unterzogen, die auch auf zeitgemäße Nutzbarkeit, Barrierefreiheit und energetische Effizienz abzielte. Dazu zählten die Modernisierung der Gebäudetechnik, brandschutztechnische Ertüchtigung, Schadstoffsanierung sowie der Erhalt der historischen Bausubstanz in enger Abstimmung mit den Denkmalbehörden.
Autor*in: Redaktion baukunst-nrw
Text zuletzt geändert am 12.01.2026
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Kategorien:
Architektur » Öffentliche Gebäude » Verwaltungsgebäude/Rathäuser