NS-Dokumentationszentrum im EL-DE-Haus

Blick auf Zelle 1-3

Tür zu Zelle 5

NS-Dokumentationszentrum im EL-DE-Haus

Appellhofplatz 23-25, 50667 Köln

Legende für Merkmale

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IconObjekt ist denkmalgeschützt

IconObjekt ist als Kulturdenkmal auf der Liste der UNESCO-Weltkulturerbe verzeichnet

IconObjekt wurde umgebaut, saniert oder erweitert

IconObjekt der Route der Wohnkultur

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ausgezeichnetes Objekt denkmalgeschütztes Objekt Dieses Objekt wurde umgebaut, saniert oder erweitert.

1935 / 1992-97 (Umbau)

Moderne
Gegenwart

Architekt Peter Kulka
(Umbau)
Architekt Hans Erberich

Stadt Köln
(Umbau)
Leopold Dahmen

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NS-Dokumentationszentrum im EL-DE-Haus

Das 1935 fertiggestellte und ursprünglich als Wohn- und Geschäftshaus konzipierte EL-DE Haus in Köln, benannt nach den Initialen seines Bauherren Leopold Dahmen, war von 1935 bis 1945 Sitz der Gestapo. Es blieb im Krieg nahezu unversehrt und wurde 1947 zu beiden Seiten erweitert. Hierbei wurden innere Organisation und Fassadengestaltung des ursprünglichen Baus ohne erfahrbare Distanz übernommen. In den Gesamtkomplex zogen anschließend Behörden der Stadt Köln, die Ausstattung der Räume aus der NS-Zeit wurde entfernt.
1981 errichtete das Historische Archiv in den ehemaligen Gefängniszellen der Gestapo im Untergeschoß des Hauses eine Gedenkstätte. Seitdem bezeugen Handschriften der ehemaligen Häftlinge - erstmals seit Kriegsende – die Geschehnisse an diesem Ort und die Geschichte des Hauses. Seit 1988 ist - angegliedert an die Gedenkstätte - das NS-Dokumentationszentrum im EL-DE Haus untergebracht.
1992 bis 1995 erarbeiteten der Bauherr, vertreten durch das Hochbauamt der Stadt Köln, und die Wissenschaftler des Dokumentationszentrums zusammen mit dem Architekten Peter Kulka und dem Ausstellungsfachmann eine neue Gesamtkonzeption: Von 1996 bis 1997 konnte im 1. und 2. Obergeschoß des ehemaligen Gestapohauses die Dauerausstellung ´Köln im Nationalsozialismus´ eingerichtet werden. Räume für Wechselausstellungen, Bibliothek, Vorträge und Verwaltung des NS-Dokumentationszentrums sind in den nach dem Krieg errichteten Anbauten entstanden.
Auf der Suche nach Spuren aus der NS-Zeit wurden die Schichten der Nachkriegsvergangenheit entfernt und eine unklare, willkürliche Konstruktionsstruktur im Inneren vorgefunden. Die Außenhülle jedoch signalisiert rigide Ordnung und Repräsentationsbedürfnis. Dieser Gegensatz bildete den Einstieg für den Umbau - das Haus selbst als Exponat.
Ohne Beschönigung wird nunmehr das sichtbar gewordene, banale Raumgefüge gezeigt. Gefundene Details wie Unterzüge, Pfeiler, Türen, Fenster, Heizkörper, Tresore unterstreichen dieses Konzept. Der Besucher betritt das NS-Dokumentationszentrum vom Appellhofplatz und wird mit einer im Grundzustand erhaltenen Pförtnerloge konfrontiert.
Die Flure bleiben leer - ihre Funktion wird mittelbar. Sie werden zu Räumen des Gedenkens. Entlang der Außenfassaden öffnen sich zueinander versetzte raumhohe Einschnitte: Eine neue Erschließung, die den Anschein erweckt, als könne sie sich jeden Augenblick wieder verschließen. Dieser neue Weg durch die Wände der "Amtsstuben" der damaligen Täter ermöglicht - je nach Standpunkt und Blickwinkel - unterschiedliche Assoziationen.
Eine durchscheinende Lasur auf Fenstern und offenen Wänden dient der Kontemplation der Besucher und wird zum Mittler zwischen Ausstellung und Vorgefundenem. Die Ausstellung ist - von den freigelegten Böden, Wänden und Decken gelöst - aus Sicht unserer Zeit erlebbar.
Die Räume werden Katalysatoren für die Auseinandersetzung der Betrachter mit den Ereignissen der NS-Zeit – als Versuch durch Nähe und Distanz gleichermaßen einen Beitrag zur Aufarbeitung der NS-Geschichte zu leisten.

Auszeichnungen:
Museum of the Year Award 2000, besondere Würdigung
Kölner Architekturpreis 2000 (kap - KKV, BDA Köln, DWB, AFR), Auszeichnung
Architekturpreis NRW 2001 (BDA NRW), Auszeichnung

Autor: Peter Kulka Architektur / Redaktion baukunst-nrw

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