Stolzestraße 1, 45879 Gelsenkirchen
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1896
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Die Liebfrauenkirche in Gelsenkirchen-Neustadt ist ein bedeutendes Zeugnis kirchlicher Baukultur des ausgehenden 19. Jahrhunderts im Ruhrgebiet. Die römisch-katholische Kirche wurde nach den Plänen des Architekten Lambert von Fisenne ab 1894 errichtet und am 15. Juni 1896 geweiht. Sie entstand in Reaktion auf das rapide Wachstum der Neustadt als Siedlungsraum infolge der Industrialisierung und der damit verbundenen Zunahme der Gemeindegliederzahl.
Architektonisch ist das Bauwerk als neuromanische Basilika gestaltet, die eine klassische Anlehnung an frühromanische Vorbilder zeigt. Die Verwendung des Quadrats als grundlegende Maßeinheit prägt sowohl den Grundriss als auch die Proportionen des Baukörpers. Der Grundriss folgt dem Schema eines lateinischen Kreuzes, wobei die Querhausarme die Seitenschiffe nicht überragen – ein Arrangement, das die Länge des Kirchenschiffs betont und eine klare Zonierung des Innenraums ermöglicht. Die polygonale Apsis schließt den Chorbereich mit den facettierten Flächen eines Achtecks ab.
Markant sind die beiden Türme an der Westfassade zum Neustadtplatz, die nicht nur die Adresse des Gotteshauses im Stadtraum signalisieren, sondern auch als vertikale Akzente im Straßenbild fungieren. Die Nord- und Südseiten der Fassadentürme ruhen auf massiven, quadratischen Grundflächen, die durch ihre Schlichtheit und robuste Formensprache dem neuromanischen Stil entsprechen.
Im Inneren der Kirche dominiert eine helle Farbgebung, die nach einer Restaurierung in den 1980er Jahren eingeführt wurde. Die dreischiffige Anlage wird durch eine klare Gliederung des Raumes und eine ausgewogene Belichtung charakterisiert, die den Blick des Betrachters auf den Chorbereich lenkt und den sakralen Raum als Ort der Andacht und Gemeinschaft betont. Die Liebfrauenkirche ist nicht nur ein religiöses Zentrum, sondern auch ein prägender Teil der städtebaulichen Identität des Stadtteils Neustadt. Sie steht weiterhin in aktiver Nutzung und bildet einen wichtigen Bezugspunkt im Kirchenbau des Ruhrgebiets aus der Zeit der Industrialisierung.
Autor*in: Redaktion baukunst-nrw
Text zuletzt geändert am 04.02.2026
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