Haus Opherdicke von oben

Haus Opherdicke von oben

Haus Opherdicke von oben

Haus Opherdicke, Nordansicht

Haus Opherdicke, Südansicht

Haus Opherdicke, Brücke an der Norseite

ehem. Wirtschaftsgebäude

ehem. Wirtschaftsgebäude

ehem. Wirtschaftsgebäude

Gartenpavillon

Gartenpavillon

Haus Opherdicke

www.kreis-unna.de/Erleben/Kultur/Museum-Haus-Opherdicke/

Dorfstraße 29, 59439 Holzwickede

Legende für Merkmale

IconObjekt hat Auszeichnung

IconObjekt ist denkmalgeschützt

IconObjekt ist als Kulturdenkmal auf der Liste der UNESCO-Weltkulturerbe verzeichnet

IconObjekt wurde umgebaut, saniert oder erweitert

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denkmalgeschütztes Objekt Dieses Objekt wurde umgebaut, saniert oder erweitert.

12. Jh / 1683-87 (Umbau zum Schloss) / 2009-11 (Sanierung Herrenhaus)

Barock

Lindner Lohse Architekten BDA PartG mbB
(Sanierung Herrenhaus und Umbau Schafstall)

Arnold Heinrich von Fresendorf
(Umbau zum Schloss 1683-87)
Kreis Unna
(Sanierung Herrenhaus und Umbau Schaftstall)

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Haus Opherdicke

Haus Opherdicke in Holzwickede ist ein bedeutendes Beispiel westfälischer Schlossarchitektur mit einer über Jahrhunderte gewachsenen baulichen Struktur. Als Wasserschloss und ehemaliges Rittergut prägt es bis heute den Ortsteil Opherdicke und nimmt zugleich eine markante landschaftliche Position ein: Östlich des Ortskerns gelegen, erhebt sich die Anlage auf dem Kamm des Ardeygebirges und öffnet sich mit ihrem Südblick in das Ruhrtal.

Die Geschichte des Gutes reicht bis ins 12. Jahrhundert zurück. Erstmals urkundlich erwähnt wurde es 1176 als Besitz von Heinrich von Herreke aus dem Dortmunder Grafenhaus. Über Heiratsverbindungen gelangte das Anwesen im 15. Jahrhundert an die Familien Gruwel und Lappe, bevor es um 1500 in den Besitz der Kamener Burgmannenfamilie von Fresendorf überging. Diese prägte die bauliche Entwicklung maßgeblich: Unter Arnold Heinrich von Fresendorf wurde die mittelalterliche Wasserburg zwischen 1683 und 1687 grundlegend umgebaut und erhielt ihre heutige Gestalt.

Der Umbau des späten 17. Jahrhunderts verlieh Haus Opherdicke ein geschlossenes, repräsentatives Erscheinungsbild, das bis heute weitgehend erhalten ist. Die im 18. und 19. Jahrhundert ergänzten Wirtschafts- und Nebengebäude fassen den Innenhof ein und bilden ein harmonisches Ensemble, das die funktionale Gliederung eines adeligen Gutsbetriebs anschaulich widerspiegelt. Auch diese Bauten sind in ihrer äußeren Form unverändert überliefert und tragen wesentlich zum denkmalwerten Charakter der Gesamtanlage bei.

Zum architektonischen Gesamtbild gehört der Schlosspark, der als englischer Landschaftsgarten angelegt ist. Seine Gestaltung wird dem Gartenarchitekten Maximilian Friedrich Weyhe zugeschrieben, wobei diese Zuordnung auf Vermutungen des Heimatforschers Reinhold Stirnberg beruht. Der Park unterstreicht die repräsentative Ausrichtung des Hauses und bindet es zugleich sensibel in die umgebende Landschaft ein.

Nach mehreren Eigentümerwechseln im 18. und 19. Jahrhundert wurde das Gut 1918 von Theodor Regenbogen erworben. Eine neue Phase in der Geschichte des Hauses begann 1980, als der Kreis Unna Haus Opherdicke – ohne die landwirtschaftlichen Flächen – von dessen Erben kaufte. In der Folge wurde die Anlage umfassend saniert und restauriert. Eine weitere Restaurierungs- und Aufwertungsphase schloss sich 2011 an, erneut unter der Trägerschaft des Kreises.

Heute dient Haus Opherdicke als Kunstmuseum und kultureller Veranstaltungsort. Die historischen Innenräume wurden behutsam an die Anforderungen des Ausstellungsbetriebs angepasst und bieten Raum für Kunstausstellungen, insbesondere mit Werken aus der Sammlung Frank Brabant, sowie für Präsentationen zur Klassischen Moderne. Ergänzend finden Kammerkonzerte, Tagungen und ausgewählte Privatveranstaltungen statt.

Ein jüngeres Kapitel der baulichen Entwicklung stellt der Umbau des ehemaligen Schafstalls dar. Zwischen 2020 und 2023 wurde das Gebäude nach Plänen von Lindner Lohse Architekten für die Nutzung als Kunstwerkstatt, für museumspädagogische Angebote und als Lager umgestaltet. Sämtliche Eingriffe erfolgten in enger Abstimmung mit dem Denkmalschutz. Charakteristische Elemente wie die Bestandsfenster wurden erhalten, die Bruchsteinaußenwände saniert und die Holztore aufgearbeitet.

Haus Opherdicke präsentiert sich damit als sorgfältig bewahrtes und zugleich zeitgemäß genutztes Baudenkmal, das historische Architektur, landschaftliche Einbindung und kulturelle Nutzung auf überzeugende Weise verbindet.

Autor*in: Redaktion baukunst-nrw
Text zuletzt geändert am 03.02.2026

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Architektur » Öffentliche Gebäude » Schlösser/Burgen/Stadtbefestigungen
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