Frenzenstraße 148, 50374 Erftstadt
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1337 / 1548
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Objektanzahl: 2663
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Burg Konradsheim, benannt nach dem gleichnamigen Stadtteil in Erftstadt, wurde erstmals 1337 urkundlich erwähnt. Errichtet wurde die Wasserburg von Ritter Arnold von Buschfeld, dem erzbischöflichen Küchenmeister. Aufgrund ihrer Lage nur etwa einen Kilometer nördlich der ehemaligen kurkölnischen Landesburg Lechenich war Burg Konradsheim für die Kölner Erzbischöfe stets von strategischem Interesse und Anlass zu Spannungen.
Bereits 1354 kam es zwischen Erzbischof Wilhelm von Gennep und dem damaligen Burgherrn Gerhard Beissel von dem Weyer zu einem Kompromiss: Die ursprünglich wehrhaften Türme und Zinnen mussten zurückgebaut, die Mauerhöhe reduziert werden. Gleichzeitig behielt das Erzbistum umfassende Rechte hinsichtlich der Burg.
Im Laufe der Jahrhunderte wechselte die Burg mehrfach ihre Eigentümer. Ihren heutigen architektonischen Charakter erhielt sie 1548 durch Umbauten von Wilhelm Haeß Marschalck und seiner Ehefrau, an die eine Inschrifttafel über dem Burgportal erinnert. Von Anfang des 17. Jahrhunderts bis 1938 blieb Burg Konradsheim im Besitz der Familie von Loè, bevor sie an die Provinzialverwaltung der Rheinprovinz überging. Der Landschaftsverband Rheinland, der dieser Institution folgte, verkaufte die Burg nach begonnenen Restaurierungsmaßnahmen 1976 an die Familie Neisse.
Trotz Teilverfalls und des Einsturzes des südwestlichen Turms um 1870 – der erst rund hundert Jahre später wieder rekonstruiert wurde – präsentiert sich die Burg heute in bemerkenswert gut erhaltener Originalsubstanz. Sie gilt als eines der bedeutendsten Denkmäler des rheinischen Burgenbaus am Übergang von der Gotik zur Renaissance. Die Restaurierungsarbeiten an der Wasserburg dauern bis heute an.
Heute wird Burg Konradsheim vorrangig für Hochzeiten, standesamtliche Trauungen und private Feiern genutzt. Daneben finden auf dem Gelände auch kulturelle Veranstaltungen wie Konzerte, Ausstellungen und Messen sowie Seminare, Tagungen und Firmenveranstaltungen statt. Im direkten Umfeld existiert seit fast 25 Jahren ein 18-Loch-Golfplatz.
Die Burg befindet sich im Privatbesitz, die Räumlichkeiten und der Vorhof an der Zugbrücke sind nicht öffentlich zugänglich. Einen Einblick bietet jedoch der von der Frenzenstraße zugängliche Wirtschaftshof, von dem aus ein schöner Blick auf die Südseite der Burg möglich ist.
Autor*in: Redaktion baukunst-nrw
Text zuletzt geändert am 03.02.2026
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Architektur » Öffentliche Gebäude » Schlösser/Burgen/Stadtbefestigungen