Kurländer Flügel mit Dickem Turm

Corps de Logis

Arkadengang

Unteres Schloss Siegen

Unteres Schloss 3-10, 57072 Siegen

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IconObjekt ist als Kulturdenkmal auf der Liste der UNESCO-Weltkulturerbe verzeichnet

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denkmalgeschütztes Objekt

1698

Barock

Baumeister Erich Philipp Plönnies
Fürst Johann Moritz von Nassau-Siegen
Baumeister Johann Peter Rembold

Fürst Johann Moritz von Nassau-Siegen

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Objekte gesamt: 2010

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Unteres Schloss Siegen

Das Untere Schloss wurde an der Stelle des im späten 15. Jahrhundert gegründeten, 1534 aufgehobenen Franziskaner-Klosters, das 1595 - 1609 Sitz der Universität, dann unter dem Namen "Nassauer Hof" Residenz der reformierten Linie war, erbaut.
In den Jahren 1669/70 wurde zunächst die freistehende Fürstengruft erbaut.
Das bestehende Schloss, eine nüchterne zweistöckige Dreiflügelanlage von 1698 - 1714 mit offenem Bogengang im Erdgeschoss des Mittelbaues, ist nach den Zerstörungen des letzten Krieges in seiner äußeren Erscheinung mit dem sogenannten Kurländer Flügel und dem Kurländer Turm wiederhergestellt (auch das nach dem Brand von 1915 entstandene Mansarddach des Mittelbaues erneuert). In der Mitte des Haupttraktes die von Mauritz Post erbaute Fürstengruft - 1695 beim Brand nicht zerstört - eine kreuzförmige tonnengewölbte Anlage. Im Portal schöne gusseiserne Tür mit nassauischem Wappen, wie die eisernen Treppenstufen zur Gruft (1669). Im Mittelraum Holzmodell des von Hermann Pithan in Siegen gegossenen Prunksarges, den Johann Moritz für sich in Kleve aufstellen ließ. Baudirektor Erich Philipp Plönnies und andere nachfolgende Baumeister beachteten bei den Erweiterungsbauten, bei denen die Fürstengruft und Teile der Stadtbefestigung (dicker Turm) einbezogen wurden, die großzügige und sehr reizvolle Planungskonzeption von Fürst Johann Moritz aus dem Jahre 1648. Um 1721 musste die Hauptbautätigkeit abgeschlossen gewesen sein. Ab 1815 im Besitz des preußischen Staates. 1930/31 Erweiterungsbau am Wittgensteiner Flügel.
Das Schloss wird als barocke Residenz verstanden, die seit dem 19. Jahrhundert als Behördenhaus gedient hat und zu diesem Zweck mehrfach verändert worden ist. Der Kurländer Flügel enthält zudem noch Teile von Vorgängerbauten, die für die Stadtgeschichte von erheblicher Bedeutung sind. Nach einem Brand 1915 und Zerstörungen im Zweiten Weltkrieg ist das Äußere wiederhergestellt worden; das Corps de Logis (Mitteltrakt) wurde jedoch 1915 leicht erhöht und erhielt ein Mezzanin-Geschoss. Insgesamt ist das Äußere aber als rekonstruierender Wiederaufbau zu verstehen. Das Innere ist jedoch stärker verändert (Ausnahme: Kurländer Flügel und Fürstengruft). Nach den Zerstörungen im Zweiten Weltkrieg erfolgte der Ausbau im wesentlichen zur Unterbringung von zwei Gerichten. Dieser Ausbau ist als sehr qualitätsvoll zu bezeichnen. Es ist deutlich zu erkennen, dass durch die unterschiedliche Ausstattung (Türen, Fußbodenbeläge, Beleuchtung) die Hierarchie der beiden Gerichte berücksichtigt werden sollte. Die Funktion als Gericht belegt heute nur noch ein Gerichtssaal, dessen Ausstattung weitgehend erhalten ist. Darauf ist besonders zu achten. Die Raumfolgen geben keinen Anlass mehr über die Nutzung. Die historischen Wände, die insbesondere im Kurländer Flügel erhalten sind sowie das Grundrisssystem (Flure, Treppen etc.) sind dagegen von größerem Belang. Ein Teil des Wittgensteiner Flügels ist um 1930 zu einem Gefängnis ausgebaut und durch zwei neuere Flügel ergänzt worden. Diese Nutzung hat zu gravierenden Veränderungen sowohl an den historischen Fassaden als auch im inneren geführt. Der Ausbau von 1930 sowie die Anbauten sind in jüngerer Zeit wiederum verändert worden und für die Geschichte des Justizbaus ohne Belang. Das denkmalpflegerische Interesse kann hier nur dem Zustand vor 1930 gelten (Keller, Wände). Von besonderer künstlerischer Bedeutung ist die Fürstengruft, die mit Werken von überregionaler, teils europäischer Bedeutung ausgestattet ist: Dies sind insbesondere die Eingangstür, das Modell für die Tumba Johann Moritz von Nassau-Siegen und die Porträtbüste Johann Moritz von Bartholomäus Eggers.

Autor: Amt für Denkmalpflege in Westfalen, Münster

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