Moerser Str., 47198 Duisburg
1934 / 1950
- keine Angabe -
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Die heute als Brücke der Solidarität bekannte Rheinhauser Brücke verbindet die Duisburger Stadtteile Rheinhausen auf der linken und Hochfeld auf der rechten Rheinseite. Errichtet wurde die ursprüngliche Brücke 1934 als Teil einer strategischen Verkehrsplanung zur Verbesserung der Rheinquerungen im Ruhrgebiet. Mit einer Spannweite von 256 Metern war sie zum Zeitpunkt ihrer Fertigstellung die größte Bogenbrücke über den Rhein – eine beachtliche Ingenieurleistung für die damalige Zeit.
Die insgesamt 460 Meter lange Brücke wurde ursprünglich als vierspurige Autobrücke geplant und realisiert. Ihre Stahlbogenkonstruktion mit untenliegender Fahrbahn war Teil eines modernen Brückentypus, der auf große Spannweiten bei vergleichsweise geringem Materialeinsatz ausgelegt war.
Am Ende des Zweiten Weltkriegs wurde die Brücke 1945 von deutschen Truppen gesprengt, um den Vormarsch der alliierten Streitkräfte zu behindern. Der Wiederaufbau erfolgte zügig: Bereits 1950 konnte die neue Rheinbrücke in Betrieb genommen werden – nun allerdings mit nur noch drei Fahrspuren. Um dem Verkehrsaufkommen gerecht zu werden, wurde später ein ampelgesteuertes Wechselsystem installiert, das je nach Verkehrsrichtung zwei Spuren freigibt und so die Kapazität flexibel anpasst.
Die Stahlbogenbrücke hat eine Höhe von acht Metern und weist mit 256 Metern eine der größten durchgehenden Spannweiten unter den rheinüberspannenden Brücken auf. Trotz gestiegener Belastung durch Schwerlastverkehr und wachsenden Sanierungsbedarf blieb sie über Jahrzehnte ein unverzichtbarer Bestandteil der städtischen Infrastruktur im Duisburger Westen.
Überregionale Bekanntheit erlangte die Brücke im Jahr 1988: Im Zuge des lang andauernden Arbeitskampfes um den Erhalt des Krupp-Stahlwerks in Rheinhausen wurde sie von streikenden Arbeitern symbolisch in „Brücke der Solidarität“ umbenannt. Die Umbenennung war Ausdruck des Widerstands gegen Deindustrialisierung und wurde schließlich auch offiziell von der Stadt übernommen. Seither steht die Brücke nicht nur für Verkehrsverbindung, sondern auch für den kollektiven Kampf um soziale Gerechtigkeit und den Erhalt von Arbeitsplätzen.
In jüngerer Zeit wurde die Brücke baulich überprüft und in Teilen instand gesetzt. Aufgrund des hohen Alters der Stahlkonstruktion und der dauerhaft hohen Verkehrsbelastung steht sie regelmäßig im Fokus von Instandhaltungsmaßnahmen.
Autor*in: Redaktion baukunst-nrw
Text zuletzt geändert am 24.07.2025
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