Südmauer 5, 59368 Werne
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1671 - 1680
Ambrosius von Oelde
(Kirche)
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Objektanzahl: 2670
59368 Werne
Entfernung: 0.16 km
59368 Werne
Entfernung: 0.21 km
59368 Werne
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59192 Bergkamen
Entfernung: 5.05 km
Am Rand des historischen Stadtkerns von Werne befindet sich das Kapuzinerkloster, ein herausragendes Zeugnis barocker Sakralarchitektur in Westfalen. Als einzig vollständig erhaltenes Kapuzinerkloster im Bistum Münster gilt die Anlage als maßgebliches Beispiel deutscher Kapuzinerarchitektur des 17. Jahrhunderts. Sie veranschaulicht in besonderer Klarheit die architektonischen Leitlinien eines Bettelordens, der äußerliche Bescheidenheit mit einer im Inneren konzentrierten sakralen Wirkung verband.
Der Grundstein für das Kloster wurde am 5. Juni 1671 gelegt; die Grundsteinlegung der Kirche folgte am 10. August 1677. Entworfen wurde das Gotteshaus vom Ordensbaumeister Ambrosius von Oelde, der sich strikt an die Bauvorschriften der Kapuziner hielt. Diese verlangten eine schlichte, kleinmaßstäbliche und äußerlich anspruchslose Architektur. Entsprechend wählte Ambrosius einen bewährten Bautypus: eine etwa 22 Meter lange Saalkirche mit Tonnengewölbe. Diese Konstruktion verzichtet auf komplexe Pfeilerstellungen und ermöglicht eine klare, statisch unkomplizierte Raumstruktur.
Die äußere Erscheinung der Kirche ist von konsequenter Zurückhaltung geprägt. Der weiß verputzte Baukörper wird lediglich durch wenige architektonische Elemente gegliedert. Ein Rundbogenportal aus Sandstein markiert den Eingang. Die Form des Rundbogens wiederholt sich in zwei hochrechteckigen Fenstern über dem Portal sowie in einer dazwischenliegenden Figurennische. Ein schmales Gesims trennt den unteren Fassadenbereich vom dreieckigen Giebel. Im Giebelfeld beschränken sich die Zierelemente auf ein Rundfenster und ein kleines Oberlicht. Die schmiedeeiserne Jahreszahl 1680 verweist auf die offizielle Fertigstellung der Kirche.
Im Kontrast zur äußeren Schlichtheit entfaltet der Innenraum eine ausgeprägte barocke Bild- und Formenwelt. Die Altäre zeichnen sich durch aufwendige Schnitzarbeiten und qualitätvolle Gemälde aus. Finanziert wurden sie durch bedeutende Stifter: Den Hochaltar ermöglichte Fürstbischof Ferdinand II. von Fürstenberg, den rechten Seitenaltar die Adelsfamilie von Ascheberg. Die Holzkonstruktionen der Altaraufsätze stammen aus der Entstehungszeit des Klosters und werden der Werkstatt des Bildhauers Paul Gladbach von Rüthen zugeschrieben. Die beiden Nebenaltäre wurden 1682 aufgestellt, der Hochaltar folgte 1685.
Charakteristisch für die Gestaltung der Altäre sind gedrehte Säulen, an denen sich Weinblätter und Trauben als christliche Symbolmotive emporranken. Die Altarbilder inszenieren biblische und legendäre Szenen in einer für die barocke Kirchenmalerei typischen dramatischen Bildsprache. Gestik, Komposition und Lichtführung verleihen den Darstellungen eine bühnenhafte Wirkung und verdichten die religiöse Aussagekraft des Raumes.
Autor*in: Redaktion baukunst-nrw
Text zuletzt geändert am 12.02.2026
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Architektur » Öffentliche Gebäude » Sakralbauten