Außenansicht Gemeindezentrum und Friedenskirche Monheim

Glockenturm der Friedenskirche

Außenansicht Kirchsaal

Straßenansicht Gemeindezentrum und Friedenskirche

Innenansicht mit Blick zum Altar

Blick vom Altarbereich in den hinteren Teil des Kirchsaals

Taufstein und Altartisch

Blick hinauf zur Decke mit pfeilförmigen Fenstern

Detail Innenraum

Evangelische Friedenskirche und Gemeindezentrum Monheim

Schellingstraße 13, 40789 Monheim am Rhein

1968-1974

1950er-70er Jahre

Walter Maria Förderer

- keine Angabe -

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Objekte gesamt: 2010

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Evangelische Friedenskirche und Gemeindezentrum Monheim

Im Ortsteil Baumberg der Stadt Monheim befindet sich die Evangelische Friedenskirche, welche durch einen Entwurf von Walter Maria Förderer in den Jahren 1668 bis 1974 errichtet wurde. Der Kirchensaal ist in das komplexe Gebäudeensemble des Gemeindezentrums eingebettet, welches durch eine skulpturale Gestaltungsweise und die einheitliche Nutzung von Beton als Material geprägt ist. 

In den 1960er Jahren ließ der nach dem Zweiten Weltkrieg rasch angestiegene Anteil an evangelischen Christen in der Bevölkerung Baumbergs den Bau eines neuen Gemeindezentrums mit einer dazugehörigen Kirche nötig werden. Beauftragt wurde der Schweizer Architekt Walter Maria Förderer, der seine Ausbildung als Bildhauer an der an der Baseler Kunstgewerbeschule absolviert hatte. Im Jahr 1954 war er im Rahmen eines Volontariats bei Hermann Baur tätig, der den modernen Sakralbau des 20. Jahrhunderts in der Schweiz maßgeblich beeinflusst hat. 

Als Inspirationsquelle für den Bau der Friedenskirche soll Förderer, der ursprünglich aus der Schweiz stammt, seine Heimat und ihre alpine Berglandschaft gedient haben. Dieser Bezug spiegelt sich in der brutalistischen Anlage durch die Ausdehnung über mehrere abgestufte Ebenen wider. Den höchsten Punkt erreicht dabei der Glockenturm des Gemeindezentrums. Die plastische Ausgestaltung der Anlage ist sicherlich in Zusammenhang mit der Ausbildung Förderers als Bildhauer zu sehen. Ähnliche Tendenzen zu skulpturalen Sakralbauten in Kombination mit der Verwendung von Sichtbeton lassen sich zur gleichen Zeit im Werk Gottfried Böhms beobachten, wie beispielsweise in der Neuen Wallfahrtskirche St. Maria, Königin des Friedens in Velbert-Neviges. 

Im Grundriss gliedert sich das Gemeindezentrum in zahlreiche zusammenhängende und meist polygonale Abschnitte, die im Südwesten einen Kirchplatz u-förmig umschließen. Neben dem Glockenturm im Süden des Komplexes befindet sich der Kirchsaal. Darüber hinaus umfasst das Gemeindezentrum einen großen Gemeindesaal mit Bühne sowie mehrere weitere Räume, von denen sich zwei im Kellergeschoss befinden und als Jugendräume genutzt werden. Über die Jugendräume ist auch die Stufenanlage des sogenannten Amphitheaters erreichbar, die im nördlichen Teil der Anlage zu finden ist. Das Kupferdach der Anlage wurde erst nach der offiziellen Vollendung des Gemeindezentrums ergänzt. In direkter Nachbarschaft des Gemeindezentrums liegt eine Kindertagesstätte im Osten, die ebenfalls erst nach 1974 errichtet wurde, sowie ein flach gedecktes Mitarbeiterhaus, das insgesamt sechs Wohnungen beinhaltet und sich über mehrere Geschosse erstreckt. Eine Betonmauer, welche das Gemeindezentrum von der nahegelegenen Siedlung abgrenzte, wurde im Jahr 2003 geöffnet.

Der Kirchsaal wird im Inneren durch tiefe Einschnitte sowie plastisch hervortretende und geometrisch geformte Wandformsprünge bestimmt. Wie auch am Außenbau bleibt der Beton mit seiner Schalung aus Holz sichtbar. Pfeilerförmige Fensteröffnungen, die tief in die Decke eingelassen sind, beleuchten den Raum und weisen symbolisch auf den Heiligen Geist hin. Der Taufstein sowie auch der Altartisch aus Holz stammen vom Baumberger Künstler Hans Schweitzer. Durch die lose Bestuhlung lässt sich der Raum flexibel nutzen, was von Förderer auch ursprünglich so gewünscht war. Seine Vision, einen Kirchraum zu schaffen, der nicht nur als sakraler Ort, sondern auch unter der Woche für profane Zwecke genutzt wird, hat sich jedoch im Fall der Friedenskirche nicht verwirklicht.

Autor: Redaktion baukunst-nrw

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