Ausstellungsfläche im abgesenkten Untergeschoss mit dreieckigem Baukörper

Fassade des denkmalgeschützten Gebäudes aus den 1960er Jahren mit Vorbau

Außenansicht mit gläsernem Vorbau zum Katschhof

zweigeschossige Verglasung an der Josef-Schregel-Straße als Eingang zu Bürgerservice und Verwaltung

Innenansicht Vorbau mit Museumscafé

Innenraum des Besucherzentrums

Dachkonstruktion aus dreieckigen, den Grundriss aufnehmenden Stahlelementen

Blick in das Auditorium

Grundriss UG Centre Charlemagne

Grundriss EG Centre Charlemagne

Grundriss 1. OG Centre Charlemagne

Schnitt Centre Charlemagne

Centre Charlemagne / Neues Stadtmuseum Aachen

Katschhof 1, 52062 Aachen

1958-62 / 2014

Gegenwart
1950er-70er Jahre

Gerhard Graubner
(Ursprungsbau)
hks Architekten + Gesamtplaner GmbH
(Erweiterung und Sanierung)

Stadt Aachen

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Objekte gesamt: 2010

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Centre Charlemagne / Neues Stadtmuseum Aachen

Im Rahmen des Großprojektes „Route Charlemagne“ beschloss die Stadt Aachen das denkmalgeschützte Verwaltungsgebäude von Prof. Gerhard Graubner am Katschhof zwischen Dom und Rathaus zu sanieren und zu einem Stadtmuseum zu erweitern. Die komplexe Bauaufgabe umfasste, neben der Integration des Museums in die Strukturen eines bestehenden Verwaltungsgebäudes aus den 1960er Jahren, die Unterbringung eines neuen Bürgerservice, die Sanierung der bestehenden Bausubstanz und den Verbleib der Verwaltungsnutzung in den Obergeschossen. Zudem ist das Centre Charlemagne Aachens erstes vollständig nach museumskonservatorischen Gesichtspunkten klimatisiertes Museum.

Die neue Erschließung des Gebäudekomplexes erfolgt für das Museum vom Katschhof aus und für den Bürgerservice und die Verwaltung über einen neuen Haupteingang an der Josef-Schregel-Straße. Nach Außen zeigen sich die neuen Nutzungen durch großzügige Öffnungen in der bestehenden Bausubstanz. Schwerpunkte hierbei bilden ein gläserner Vorbau zum Katschhof mit dem Haupteingang des Museums und eine zweigeschossige Verglasung an der Josef-Schregel-Straße, die den Haupteingang der Verwaltung markiert und den Bürgerservice transparent macht.
Neben den Glasflächen ist das bestimmende Material der neuen Fassaden Edelstahl mit einer glasperlgestrahlten Oberfläche.

Um die Ausstellungsflächen mit ca. 1.000 m² bei ausreichender Raumhöhe im Gebäude unterbringen zu können, wurde eine Absenkung auf das Untergeschossniveau und eine nahezu vollständige Überbauung des Innenhofs realisiert. Die dreieckige Form dieser Fläche ist, wie auch die des Marktplatzes, geprägt von Überlagerung der historischen Ausrichtung des römischen Wegenetzes, sowie der an der Kompassrose ausgerichteten Lage der ehemaligen Kaiserpfalz. Diese für den Aachener Stadtgrundriss typische Dreiecksform wird im Ausstellungsbereich besonders herausgearbeitet. Die Ausstellung zur Stadtgeschichte zeichnet also – im übertragenen Sinne – „historische Straßen“ nach.

In die Mitte des Ausstellungsraums wurde ein prismatischer Baukörper mit dreieckiger Grundfläche eingestellt. Dieser Körper beinhaltet die Wechselausstellung, die als Raum im Raum auf Betonstelen „schwebt“. Ihre leuchtende LED-Membran ist mit einem Zeitstrahl zur Aachener Geschichte beschriftet und erzeugt zusammen mit dem durchgehenden Oberlichtband im Ausstellungsraum einen Gegenpol zur Massivität der geschlossenen raumbegrenzenden Wände.

Das Innere des Wechselausstellungsraums ist neutral gestaltet und so für unterschiedliche Ausstellungsformen geeignet. Die sichtbare Dachkonstruktion besteht aus einem Raumtragwerk aus dreieckigen, den Grundriss aufnehmenden Stahlelementen. Ein Oberlicht in diesem Raumtragwerk richtet den Blick auf den Marienturm des Rathauses.

Die Innenräume des Museums werden im Wesentlichen durch die Materialien glasperlgestrahltes Edelstahl, Naturstein, weiß verputzte Wände und Decken sowie schwarz beschichtete Einbauten geprägt. Es wurde bewusst eine zurückhaltende Farbgebung gewählt, um der vielfältigen Gestaltung der Ausstellungsarchitektur Raum zu geben.

Zur Realisierung der Flächen für den neuen Bürgerservice wurde das Bestandsgebäude über zwei Geschosse vollständig entkernt. Zur Straßenseite wurde die massive Geschossdecke entfernt. Der so entstandene hohe Innenraum sorgt in Verbindung mit der transparenten Fassade für einen großzügigen einladenden Raumeindruck. Es finden sich auch hier die Materialien des Museums, Glas, Edelstahl und Naturstein wieder. Zusätzlich werden durch Verkleidungen und Einbauten aus Eiche und rot gepolsterte Sitzmöbel Akzente gesetzt.

Auszeichnungen:
Auszeichnung Vorbildlicher Bauten in Nordrhein-Westfalen 2015 (Land NRW/Architektenkammer NRW)

Autor: hks architekten /Redaktion baukunst-nrw

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