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   denkmalgeschütztes Objekt  Objekt ist als Kulturdenkmal auf der Liste der UNESCO-Weltkulturerbe verzeichnet  Dieses Objekt wurde umgebaut, saniert oder erweitert.  
Kloster Corvey - Höxter
© by Bildarchiv Monheim GmbH / Jochen Helle

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Objekt:

Kloster Corvey


[Website]
Kloster Corvey - Höxter Kloster Corvey
© Bildarchiv Monheim GmbH / Jochen Helle
Standort: Schloss Corvey
37671

Höxter

Baujahr: 822/23 (Gründung) / 1146-58 (Umbau) / 1667-1721 (barocker Neubau)
Epoche: Vorromanik
Romanik
Gotik
Barock
Urheber/Büro: - keine Angabe -
nix
Bauherr: - keine Angabe -
nix
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Beschreibung:  

Die ehemalige Benediktinerabtei Corvey in Höxter gilt als eines der bedeutenden religiösen und geistigen Zentren ihrer Zeit. Als bis dato fünfte Welterbestätte in Nordrhein-Westfalen wurde das Kloster Corvey unter dem offiziellen Titel „Das Karolingische Westwerk und die Civitas Corvey“ im Juni 2014 von der UNESCO als Weltkulturerbe ausgezeichnet. Bauhistorisch kommt dem karolingischen Westwerk der ehemaligen Abteikirche St. Stephanus und Vitus eine bedeutende Stellung zu – als eines der wenigen erhaltenen und komplexen Bauwerken des 9. Jahrhunderts.

Die Benediktinerabtei Corvey wurde 815 mit Mönchen aus dem nordfranzösischen Corbie gegründet („Corbeia nova“). 823 wurde der ein Jahr zuvor neuerworbene Besitz am linken Weserufer durch Ludwig den Frommen bestätigt. Mit der Übertragung der Reliquien des hl. Vitus im Jahr 836 wurde Corvey zu einem frühen und bedeutenden Ort des Heiligenkultes in Sachsen. Die Reichsabtei wurde im 9. und 10. Jahrhundert stetig ausgebaut und blühte mit Klosterschule und Bibliothek kulturell auf. Die ehemalige Abteikirche wurde 844 geweiht und vor 873 mit einem neuen Chor erweitert. Der Bau des vorgelagerten karolingischen Westwerks mit seiner Doppelturmfassade wurde 873 begonnen (885 geweiht). Unter Wibald von Stablo (1146-58) wurde der Westbau umgebaut und um das Glockengeschoss aufgestockt; unter Abt Theodor (1585-1616) baulich gesichert und neugestaltet.

Im Spätmittelalter verlor das Kloster Corvey an wirtschaftlicher und kultureller Bedeutung. Während des Dreißigjährigen Krieges wurde die Anlage schwer beschädigt und dabei die wertvolle Bibliothek zerstört. 1665 wurde unter Erhaltung des Westwerks Langhaus und Chor der karolingischen Abteikirche abgerissen und ab 1667-71 unter der Leitung von Nicolaus Dentel der heute bestehende Kirchenbau in nachgotischen Formen errichtet. 1699 bis 1721 ließ man die barocke Klosteranlage errichten. Nach Säkularisierung im Jahr 1803 ging die später zum Schloss umgestaltete Anlage in Privatbesitz über. Seit 1945 führte man Restaurierungen und Rückbauten im Westbau durch.

Der mehrgeschossige, fünfjochige Baukörper des Westwerks gründet auf einem leicht längsrechteckigen Grundriss und ist in fünf Schiffe aufgeteilt. Das Erdgeschoss ist eine niedrige Halle, die über quadratischen Pfeilern und Säulen mit einer Wölbung versehen ist. Das Obergeschoss, der sogenannte Johanneschor, ist in einen quadratischen Hauptraum und Emporen über den Seitenschiffen (im Norden, Westen und Süden) eingeteilt. Die Seitenwände sind in jedem Geschoss in jeweils drei Arkaden geöffnet, die auf der Empore mit eingestellten Säulchen versehen sind. Die Ostwand öffnet sich in einer doppelgeschossigen Arkadenstellung; die Öffnung des anschließenden Joches zum Langhaus ist heute durch die Orgel verstellt.
Im Westwerk sind Fragmente der ursprünglich buntfarbigen Architekturfassungen und Wandmalereien erhalten, darunter ein Fries mit Meerwesen im Obergeschoss – die einzig bekannten Darstellungen christlich umgedeuteter Meeresmythologie aus der Zeit der Karolinger. Hervorzuheben ist die Qualität der Corveyer Steinmetzarbeiten, die den hohen Anspruch der Bauausstattung zeigen.

Die barocke Klosterkirche schließt als dreijochiger Wandpfeilersaal mit Rippengewölbe an den Westbau an und wird im Osten von einem erhöhten, dreijochigen Chor mit einem fünfseitigen Schluss abgeschlossen. Der einheitliche Gesamteindruck wird maßgeblich durch die reiche barocke Ausstattung (1674-83) bestimmt.

Der Klosterbezirk, der ursprünglich neben Klausur- und Versorgungsräumen über zahlreiche Nebengebäude verfügte, liegt im Bereich der heutigen umgräfteten Schlossanlage. Das weitläufige Kloster gilt als größte barocke Anlage Westfalens. Die heutigen Stallungen, Remise, Klostertor, Orangerie, Bedienstetenflügel und Wirtschaftshof wurden im 18. Jahrhundert errichtet. Das ehemalige Konventsgebäude (1699) beherbergt heute das Museum Höxter-Corvey. Erhalten ist auch der an die Abteikirche angrenzende Konventshof mit Kreuzgangsgalerie und das ehemalige Refektorium. Im Westflügel befindet sich ein Rokoko-Prunksaal, der sog. Kaisersaal. Die Bibliothek im Nordflügel zählt zu den größten Privatbibliotheken des 19. Jahrhunderts.

Panorama von Kloster Corvey bei nrw-tourismus

Copyright: Redaktion baukunst-nrw
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Kloster Corvey - Höxter
© by Bildarchiv Monheim GmbH / Jochen Helle
Kloster Corvey - Höxter
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Kloster Corvey - Höxter
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Kloster Corvey - Höxter Kloster Corvey - Höxter Kloster Corvey - Höxter
Westfassade der Klosterkirche
© Bildarchiv Monheim GmbH / Jochen Helle
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Detail der Westfassade
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Chor der Klosterkirche mit barocker Ausstattung
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Kloster Corvey - Höxter
© by Bildarchiv Monheim GmbH / Jochen Helle
Kloster Corvey - Höxter
© by Bildarchiv Monheim GmbH / Schütze/Rodemann
Kloster Corvey - Höxter
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Kloster Corvey - Höxter Kloster Corvey - Höxter Kloster Corvey - Höxter
Johannischor im Westwerk, Blick nach Osten
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Innenansicht Westwerk Johanneschor nach Süden
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Westwerk, Blick nach Südwesten
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Kloster Corvey - Höxter
© by Bildarchiv Monheim GmbH / Schütze/Rodemann
Kloster Corvey - Höxter
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Kloster Corvey - Höxter
© by Foto: JMaxR, Lizenz: CC BY SA 2,0 fr

Kloster Corvey - Höxter Kloster Corvey - Höxter Kloster Corvey - Höxter
Johanneschor, Blick nach Westen
© Bildarchiv Monheim GmbH / Schütze/Rodemann
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Erdgeschoss des Westbaus mit Blick nach Osten
© Bildarchiv Monheim GmbH / Schütze/Rodemann
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Grundriss Klosterkirche (Corvey II)
© Foto: JMaxR, Lizenz: CC BY SA 2,0 fr
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