Gerling Hochhaus vor dem Umbau

Luftbild Gerling-Quartier mit Hochhaus im Umbau

Gerling-Quartier während des Umbaus

Luftbild vom Gerlingviertel mit Hochhaus vor dem Umbau

Ansicht vom Gereonshof (vor dem Umbau)

Gebäudekomplex Klapperhof mit Blick Richtung Hochhaus

Visualisierung des Gerling-Hochhauses mit neuem Torhaus

Gerling-Hochhaus entkernt

Eingang Gerling Hochhaus vor dem Umbau

Eingangshalle Hochhaus entkernt

Lageplan Gerling-Viertel

Grundriss vor Umbau

Grundriss nach Umbau

Ansicht Hochhaus und Annexbauten nach Umbau

Fassadenschnitt und Ansicht

Gerling-Hochhaus

Gereonshof, 50670 Köln

1950-53 / 2013-16 (Umnutzung)

Gegenwart
1950er-70er Jahre

HIG Hempel Ingenieure GmbH
(Tragwerksplanung Umnutzung)
KSG kister scheithauer gross architekten und stadtplaner
(Umnutzung)
Hans Heuser
(Ursprungsbau)
Helmut Hentrich
(Ursprungsbau)

Immofinanz AG
(Umnutzung)
Gerling-Konzern Allgemeine Versicherungs-AG
(Ursprungsbau)

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Gerling-Hochhaus

Der Firmengründer des Gerling-Konzerns, Robert Gerling, richtete bereits 1920 im Palais Langen in der Von-Werth-Straße 14 seinen Firmensitz für das 1904 gegründete Versicherungsbüro ein. In den 1930er Jahren wurde der zentral gelegene Firmensitz kontinuierlich erweitert, u. a. durch Anbauten von Bruno Paul. Nach dem Tod von Robert Gerling (1935) übernahm sein Sohn Hans Gerling 1945 anfangs noch gemeinsam mit seinem Bruder Walter und flankiert von einem Erbstreit mit dem älteren Bruder Robert die Unternehmensführung des Gerling-Konzerns.

Im Zusammenhang mit dem Unternehmenswachstum in der Nachkriegszeit ließ Hans Gerling die Räumlichkeiten im Kölner Friesenviertel, das im Zweiten Weltkrieg von Bomben größtenteils zerstört worden war, in den 1950er und 60er Jahren erweitern und ein ganzes Ensemble an Gebäuden von unterschiedlichen Architekten errichten. Nicht zuletzt durch den Einfluss des Konzernpatriarchen entstand ein zusammenhängendes Ensemble in einheitlicher Repräsentationsarchitektur.

Höhepunkt und städtebaulicher Akzent im sogenannten Gerling-Viertel ist das zwischen 1950 und 1953 entstandene und von Helmut Hentrich und Hans Heuser entworfene 56 Meter hohe Konzernhochhaus. Hans Gerling überwarf sich jedoch mit den Architekten und ließ den Bau von seiner eigenen Bauabteilung unter der architektonischen Gesamtleitung von Arno Breker fertig planen, wobei Hans Gerling persönlich Einfluss auf die Gestaltung nahm. Der sich nach oben leicht verjüngende filigrane Stahlskelettbau wurde als Rasterfassade ausgeführt und außen mit Muschelkalk verkleidet.

Das Gerling-Hochhaus war das zweite Hochhaus in Köln nach dem Hansahochaus. Mit seinen flachen zweigeschossigen Annexbauten orientiert sich der Hochhausbau nach Süden zum Gereonshof, der hier mit der gegenüberliegenden fünfgeschossigen Bebauung (Friedrich-Wilhelm-Bau) einen Ehrenhof bildet. Gerade im Vergleich zum nur wenige Jahre später erbauten Mannesmann-Hochhaus in Düsseldorf mit seiner vorgehängten Stahl-Glas-Fassade erscheint das steinern verkleidete Gerling-Hochhaus wesentlich monumentaler und in der Fassadensprache konservativer.

Das gesamte 4,6 Hektar große Gerling-Quartier mitsamt dem Gerling-Hochhaus wurde auf Grundlage eines 2007 von der damaligen Eigentümerin Frankonia Eurobau AG ausgelobten zweistufigen städtebaulichen Wettbewerbsverfahrens von verschiedenen Büros für Wohnzwecke und Büronutzung umgestaltet. Der städtebauliche Siegerentwurf zur Entwicklung und Umsetzung eines Architektur- und Nutzungskonzeptes stammte seinerzeit von kister scheithauer gross architekten und stadtplaner (KSG), die dann u. a. auch das Hochhaus zu Wohnzwecken umbauten. Der Hochhausbau wurde im Zuge der Umbauarbeiten komplett entkernt und bis auf das Stahlskelett zurückgebaut. In Abstimmung mit der Denkmalpflege wurde das Erscheinungsbild der charakteristischen Rasterfassade erhalten, wobei die Fensterbrüstungen abgesenkt und mit absturzsicheren Glasbrüstungen versehen und neue Aluminiumfenster in der Farbigkeit der früheren Holzfenster verwendet wurden. Ein neues Element in den 51 entstandenen Eigentumswohnungen stellen die Loggien dar, die hinter der Fassadenebene auf den Längsseiten des Gebäudes liegen und sich so nahezu unsichtbar in das Fassadenraster einfügen.

Auszeichnungen:
Preis des Deutschen Stahlbaus 2016 (bauforumstahl, BMVBS), Sonderpreis des BMUB

Autor: Redaktion baukunst-nrw

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