Pumpwerk und Schwerlastmauer

Blick in die Uferstraße

Straßenansicht Basaltmauer und Pumpwerk

Fassadendetail

Hochwasserpumpwerk Köln-Rodenkirchen

Ecke Grüngürtelstraße/ Uferstraße, 50996 Köln

2009

Gegenwart

v-architekten
Dirk Melzer

Stadtentwässerungsbetriebe Köln, AöR

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Objekte gesamt: 2010

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Hochwasserpumpwerk Köln-Rodenkirchen

Das Hochwasserpumpwerk liegt am Übergang von Stadt und Landschaft. Die Rheinfassade der Stadt beginnt hier mit einem markanten Auftakt, einem 17-geschossigen Wohnhochhaus. Rückwärtig grenzt das Pumpwerk an einen Auwald des Landschaftsschutzgebietes. Das eigentliche Bauwerk liegt ca.11 Meter unter dem vorhandenen Niveau und nur etwa 4 Meter über der Erde. Es sollte nach Vorstellung der Auslober nicht als Gebäude, sondern als „gebaute Landschaft“ wirken. Dies wurde gelöst, in dem die urbane Rheinseite des Hochwasserpumpwerks mit einer geschwungenen Mauer aus Basalt-Bruchsteinen gefasst wurde, während zum Auwald hin lang gezogene Böschungen mit Waldrändern einen Übergang zur Landschaft bilden. Die Aufsicht des Pumpwerks aus dem benachbarten Hochhaus wurde mit einer intensiven Dachbegrünung abgedeckt.
Die geschwungene Form der Mauer ergibt sich aus der Anforderung, eine möglichst flache, ausladende Rampe zum Befahren des Pumpwerkdaches herzustellen. Die Form „umfließt“ das Ingenieurbauwerk und wird durch stark wechselnde Neigungen, Radien und Höhen der Mauer erzeugt. Die Thematik des „Umfließens“ setzt sich in der Fassadengestaltung des bestehenden Abwasserpumpwerks fort. Der Funktionsbau mit seiner einfachen Backsteinfassade wird in das Gesamtkonzept integriert, indem er mit einer schimmernden perforierten Haut aus Stahlplatten ummantelt wird. Die Aussparungen in den Metallplatten erinnern an das Bild von angeschwemmtem Treibholz, das vor Ort gefunden wurde. Das Muster entsteht durch die gewellte Anordnung von einzelnen Rechtecken in drei verschiedenen Breiten und gleichen Längen. In einem weiteren Arbeitsschritt wurden die Rechtecke an den Kreuzungspunkten miteinander verschmolzen. Das Muster wurde nicht durch einen Zufallsgenerator generiert, sondern jedes einzelne Rechteck wurde in einem Zeichenprogramm unter gestalterischen, konstruktiven und statischen Gesichtspunkten gesetzt. Im Anschluss erfolgte die Ermittlung des Gesamtumfangs der Fassade, unter der Berücksichtigung von Fugenbreiten und Toleranzen. Danach konnte an der Nahtstelle der Abwicklung das Muster zu einer Endlosschleife vernäht werden.
Die Oberfläche des vorhandenen Funktionsbaus wurde vollständig mit einem dunklen anthrazitfarbenen Anstrich beschichtet, um einen möglichst starken Kontrast zur hellen Farbe der Stahlfassade zu erreichen und dadurch die Struktur der Oberfläche hervorzuheben.

Auszeichnungen:
Preis des Deutschen Stahlbaus 2010 (bauforumstahl, DSTV), Auszeichnung
Auszeichnung Vorbildlicher Bauten in Nordrhein-Westfalen 2010 (Land NRW/Architektenkammer NRW)

Autor: Dirk Melzer Landschaftsarchitekt & Umweltingenieur

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