| Die Gotik ist eine Stilepoche der europäischen Kunst des Mittelalters. Sie entstand um 1140 in der Île-de-France (Gegend von Paris) und währte nördlich der Alpen bis etwa 1500. Der zuvor vorherrschende Bau- und Kunststil ist als Romanik, der nachfolgende als Renaissance bekannt. Der gotische Stil ist nur in der Architektur genau abzugrenzen, während dies auf den Gebieten der Plastik und Malerei nicht in gleicher Klarheit möglich ist. Die Gotik war eine Epoche der Verbildlichung der christlichen Ideenwelt und bediente sich dabei in großem Umfang der Symbolik und Allegorie. Herausragende Kunstschöpfung ist die gotische Kathedrale, das Gesamtkunstwerk des Mittelalters, Architektur, Plastik und (Glas-)Malerei vereinend. In der Architektur unterscheidet man weiterhin Früh-, Hoch- und Spätgotik, die in den verschiedenen europäischen Landschaften unterschiedlich schnell übernommen wurden. Die Bezeichnung "Gotik" (v. ital. gotico fremdartig, barbarisch (ursprünglich ein Schimpfwort), abgeleitet von der Bezeichnung des Germanenstammes der Goten) wurde in der Renaissance durch den italienischen Kunsttheoretiker Giorgio Vasari geprägt, seine Geringschätzung der mittelalterlichen Kunst gegenüber dem "goldenen Zeitalter" der Antike ausdrückend. Auch wenn die Bewertung Vasaris heute nicht mehr geteilt wird wurde diese Bezeichnung übernommen. Der Chorneubau der Klosterkirche von Saint-Denis (1144), der vom königlichen Kanzler und Abt Suger ausgeführt wurde, gilt als Initialbau der Gotik. Hier wurde erstmals der burgundische Spitzbogen mit dem normannischen Kreuzrippengewölbe kombiniert und die Gewölbelasten auf Strebepfeiler abgeleitet. Dadurch konnte auf die bisher vorherrschende massive Wand als statisches Element verzichtet werden. Die dadurch mögliche Reduzierung der Wandfläche zugunsten von Fenstern ermöglichte der Kirche nicht nur ein grazileres Aussehen als das der romanischen "Gottesburgen", sie war auch viel stärker vom Licht durchflutet. Die gotische Formensprache breitete sich in Deutschland erst mit einiger Verzögerung aus. Teilweise muss man auch von einem "Übergangsstil" zwischen Romanik und Gotik sprechen, z.B. bei den Domen von Limburg a.d. Lahn und Bamberg. Das Erscheinungsbild ähnelt hier zumeist noch den wuchtigen, romanischen Kirchen; einzelne Gebäudeteile weisen jedoch schon gotische Tendenzen auf. Die lokalen spätromanischen Bautraditionen wurden meist nur sehr zögerlich durch die westlichen Neuerungen verdrängt. Hauptmerkmale der gotischen Architektur sind neben dem Kreuzrippengewölbe die Betonung der Vertikalen, die aufgebrochenen, hohen Wände mit großen Fenstern sowie schlanke strukturierte Pfeiler und eine aus geometrischen Formen bestehende Ornamentik. Dieser Artikel basiert auf dem Artikel Gotik aus der freien Enzyklopädie Wikipedia und steht unter der GNU-Lizenz für freie Dokumentation. In der Wikipedia ist eine Liste der Autoren verfügbar. |
