Schloss Bensberg
Schloss Bensberg, Foto: Thomas Robbin

Römische Antike

ca. 500 v. Chr.-400 n. Chr.

Die römische Republik bestand von ca. 500 bis 27 v. Chr., während die Kunst des nachfolgenden Kaiserreichs bis zum Ende Westroms im Jahr 476 reicht. Die Spätantike des 4. bis 6. Jahrhunderts wird gekennzeichnet durch das frühe Christentum und den Einfluss aus Byzanz (Byzantinismus), da Konstantin der Große 330 die Hauptstadt seines Reiches von Rom nach Byzanz verlegte.
Seit 200 v. Chr. dehnten die Römer ihren Herrschaftsbereich auf Griechenland und Kleinasien aus und adaptierten die griechische Kultur und Architektur. So arbeiteten zu jener Zeit zahlreiche griechische Künstler und Architekten in Rom, die maßgeblich am Bau wichtiger römischer Bauwerke beteiligt waren. So wurde beispielsweise das Trajansforum unter Kaiser Hadrian durch den Griechen Apollodor von Damaskus geplant.
Die Grundlagen für die Entwicklung einer römisch-antiken Baukunst bildeten folglich die griechische sowie die etruskische Architektur: Der etruskische Podiumtempel mit seiner hohen Freitreppe an der Eingangsseite und die sich daraus ergebende Gerichtetheit liefert die Vorlage für das räumliche Verständnis der römisch-antiken Architektur. Die achsensymmetrische Folge von Außen- und Innenräumen wird sowohl für das Privathaus wie für öffentliche Baukomplexe und die Paläste der Kaiserzeit (Palast der Flavier, Rom, 81-96 n. Chr.) übernommen.
Während der Herrschaftsperiode von Kaiser Augustus (31 v. Chr. bis 14 n. Chr.) geht die griechische Kunst in die römische über. Die römisch-antike Baukunst ist eine Reichskunst, die von den Herrschern in Rom getragen wird. Charakteristisch für die praktische Baugesinnung der Antike ist der Gedanke der Repräsentation.
Im Gegensatz zur griechischen Architektur ist die römische massiv, sie wird von starken Mauern getragen und durch Bögen und Wölbungen charakterisiert. Die griechischen Säulenordnungen werden in der antiken römischen Architektur dekorativ umgesetzt, nicht aber der griechische Tempel übernommen. Von Bedeutung sind die neu errichteten Großbauten mit ihren großen Innenräumen, die in älteren Kulturen fehlen und nun durch neuartige Konstruktionen und Materialien ermöglicht werden.
In der Römischen Antike wurden unterschiedliche Mauerwerks-Typen verwendet. Die ornamentale Dekoration wirkt überladen und verliert ihre statische Notwendigkeit. In Reliefs werden vielfach historische Ereignisse dargestellt (Bsp: Trajanssäule).
Die Antike brachte eine Reihe neuer Bauaufgaben hervor: Dazu zählen Ingenieurbauten wie Viadukt und Aquädukt, das römische Theater (frühes Beispiel: Marcellus-Theater in Rom, Ende 1. Jh. v. Chr.) und das Amphitheater, wie das 72-80 n. Chr. geschaffene Colosseum in Rom.
Seit dem 1. Jh. v. Chr. kommen Triumphbögen hinzu; das bekannteste Beispiel ist wohl der mit drei bogenförmigen Toröffnungen ausgestattete Konstantinsbogen (312-15 n. Chr.). Der Bogen spielt für die antike Architektur eine wichtige Rolle als konstruktives Mittel und diente zu Repräsentationszwecken.
Konstruktive Meisterwerke sind die großen Kuppel- und Kreuzgewölbe in Thermen-Anlagen oder das 117-125 n. Chr. geschaffene Pantheon mit seinem gewaltigen Innenraum. Hervorzuheben sind auch die antiken Rundbauten, insbesondere die Mausoleen der Kaiserzeit, wie das Augustus-Mausoleum, 28 v. Chr., oder die Engelsburg, die 139 n. Chr. vollendete Grabstätte Kaiser Hadrians in Rom.
Von städtebaulicher Bedeutung sind die monumentalen Kaiserforen: Das Trajansforum (um 113-117 n. Chr. errichtet) wird aus einem rechteckigen Hof, mit einem Reiterstandbild des Kaisers und von Säulenhallen umschlossen, gebildet. Daran schließen sich die fünfschiffige Basilica Ulpia und die von zwei Bibliotheksgebäuden flankierte Trajanssäule an. Die Basilika, die für Gerichtsverhandlungen und als Markthalle genutzt wurde, sollte später als Vorbild für den Kirchenbau der christlichen Basilika dienen.
Mit dem Aufstieg des Christentums und schließlich der Anerkennung als Staatsreligion im Jahr 391 unter Theodosius I. werden neue Anforderungen an den Sakralbau gestellt. Konstantin der Große übernimmt die Form Basilika (Konstantinsbasilika in Rom, nach 313 vollendet)
und Zentralbau und bestimmt so die neuen Sakralbauformen, die den antiken Tempel ersetzen sollen. Die Adaption der Gottesvorstellung vom Kaiser auf den monotheistischen Gott der frühen Christen lässt sich auch auf die Anwendung kaiserlicher Architektur auf den christlichen Sakralbau übertragen.
Die Antike sollte die Grundlage vielseitiger Architekturentwicklungen der kommenden Jahrhunderte bilden.

Redaktion baukunst-nrw

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