Rathaus Marl Anlage mit Hängehochhäusern

Rathaus Marl aus der Luft

Rathaus Marl Gesamtansicht

Blick auf die Gesamtanlage

Blick auf die zwei Dezernatstürme

Sockelbereich Hängehochhaus

Rathaus Marl

Rathaus Marl

Creiler Platz 1, 45768 Marl

1967

1950er-70er Jahre

Hochtief
(Statik, Ausführung Faltwerk)
Jacob Berend Bakema
Johannes Hendrik van den Broek

Stadt Marl

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Objekte gesamt: 2010

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Rathaus Marl

Aus einem beschränkt ausgeschriebenen europäischen Wettbewerb für den Rathausneubau in Marl gingen im Februar 1958 die niederländischen Architekten van den Broek/Bakema mit ihrem Entwurf als Sieger hervor. Sie stellten sich das Rathaus als „Stadtkrone“ vor, um die sich die noch zu planende Stadtmitte in niedrigerer Bauweise entwickeln sollte. Dem ersten Entwurf nach sollte der Verwaltungskomplex in vier unterschiedlich hohen Dezernatstürmen konzentriert werden, von denen nur zwei ausgeführt wurden.
Ein zentrales Publikumsgebäude und eine mit einem Faltwerk aus Stahlbeton überspannte Halle, die die Sitzungssäle aufnimmt, gruppieren sich zu ihren Füßen. Das Dachfaltwerk, bestehend aus V-förmigen Falten, spannt sich frei auf einer Länge von über 60 Metern. In seinem Erdgeschoß zeigt seit 1979 das Skulpturenmuseum Glaskasten eine Auswahl seiner städtischen Sammlung.
Die beiden Türme sind – als erste Bauten ihrer Art in der Bundesrepublik Deutschland – als Hängehochhäuser konstruiert. Aus den massiven Fundamenten wächst jeweils ein Betonkern mit Treppenhäusern und Aufzügen empor. Auf diesem Kern ruht die Dachkonstruktion, welche an einen „Pilzkopf“ erinnert. Die Stockwerkebenen sind in die inneren Betonschäfte eingedockt, an den Rändern an Betonglieder gehängt und mit dem Dachaufbau verbunden. Die Hängeglieder bestimmen die äußere Form der Fassade. Die Türme und das Faltwerk sind so gelagert, dass mögliche bergbaulich bedingte Setzungen ausgeglichen werden können.
Was beim Bau als kühne Konstruktion bezeichnet wurde, erwies sich in der Nutzung als problematisch. Die Hängeglieder der Rathaustürme hielten den wachsenden Witterungs- und Umweltbelastungen auf Dauer nicht stand, so dass sie in der ersten Hälfte der achtziger Jahre des vorigen Jahrhunderts zusätzlich durch eingezogene Stahlzugbänder verstärkt werden mussten. Bei der Umgestaltung blieb das Äußere der Fassade weitgehend erhalten, nur die ursprüngliche Silhouette der Turmdächer unterlag optischen Veränderungen.

Autor: Patrizia Tomza (MAI) / Redaktion baukunst-nrw

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